Brugg
Bar «Number One»: Die Genossenschaft Altstadt steht vor weiteren Problemen

Der Mietvertrag für das Gewerbelokal an der Hauptstrasse 66 in Brugg ist Ende März ausgelaufen, doch die Bar ist noch da. So war das mit dem angestrebten ruhigeren Tagesbetrieb wohl nicht gemeint. Auch die Wohnung über dem Lokal ist zur Vermietung ausgeschrieben.

Claudia Meier
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In der Liegenschaft der Genossenschaft Altstadt Brugg an der Hauptstrasse 66 sind Erdgeschoss und Wohnung im ersten Stock zur Vermietung ausgeschrieben.

In der Liegenschaft der Genossenschaft Altstadt Brugg an der Hauptstrasse 66 sind Erdgeschoss und Wohnung im ersten Stock zur Vermietung ausgeschrieben.

Bild: Claudia Meier

Es war eines der dominierenden Stadtgespräche im vergangenen Herbst: Die Genossenschaft Altstadt Brugg (GAB) beschloss im September, den per 31. März 2021 auslaufenden Mietvertrag mit dem Barbetreiber an der Hauptstrasse 66 – also dem «Number One» – nicht zu verlängern.

Angestrebt werde ein Wechsel vom abendlichen Barbetrieb auf einen Tagesbetrieb, lautete damals die Begründung. Seither ist das Gewerbelokal mit den grosszügigen Bogenfenstern im Erdgeschoss und einem Balkon direkt über der Aare per 1. April 2021 zur Rohbaumiete ausgeschrieben. Offenbar bisher erfolglos.

Denn das Inserat läuft längst nicht mehr nur auf der GAB-Website, sondern auch auf grossen Immobilienplattformen. Dort findet man auch ein zweites Inserat der GAB für die 4-Zimmer-Wohnung direkt über dem Gewerbelokal, die ab sofort verfügbar sei. Es handelt sich um die Wohnung des Barbetreiberpaars.

Barhocker noch vorhanden, der Wirt ist nicht erreichbar

Die markante Eckliegenschaft neben der alten Aarebrücke mit Baujahr 1925 ist die einzige Liegenschaft, welche die GAB bisher kaufen und sanieren konnte. Verschiedene andere Immobilienprojekte kamen aus unterschiedlichen Gründen – auch aufgrund der Finanzen – nicht zu Stande. Mit anderen Worten: Die GAB wäre dringend auf regelmässige Mieteinnahmen angewiesen, nur schon, um die laufenden Kosten zu decken.

Der Barbetreiber, der sich mit seiner Ehefrau vor 15 Jahren in diesem Lokal mit viel Engagement eine neue Existenz mit einem grossen Kundenstamm aufgebaut hatte, ist seit Monaten für die AZ nicht mehr erreichbar. Ende März lief der Mietvertrag für das Gewerbelokal aus.

Coronabedingt ein abruptes Ende

Noch immer stehen Kisten, Barhocker und Tresen herum. Nach einer laufenden Zügelaktion sieht das nicht aus. Von seiner Kundschaft konnte sich der 60-jährige Wirt nicht mehr verabschieden. Die Coronakrise mit dem zweiten Lockdown bescherte seinem Betrieb ein abruptes Ende.

Weil offenbar vieles noch unklar ist, will sich die GAB derzeit nicht zu den Fragen dieser Zeitung äussern.