Birr/Lupfig
Die Stimmberechtigten haben das Wort: Der neue Werkhof Birrfeld nimmt Form an

Die ausserordentlichen Gemeindeversammlungen in Birr und Lupfig entscheiden über die Rechtsform für den geplanten Werkhof Birrfeld, die sogenannte Interkommunale Anstalt (IKA).

Michael Hunziker
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Die Visualisierung zeigt den geplanten Werkhof Birrfeld, der primär in Holzbauweise erstellt wird.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Werkhof Birrfeld, der primär in Holzbauweise erstellt wird.

zvg

Ein gemeinsamer Standort für das Bauamt, die Wasserversorgung sowie den Forstbetrieb: Birr und Lupfig planen einen neuen Werkhof Birrfeld. In einem nächsten Schritt entscheiden die ausserordentlichen Gemeindeversammlungen über die Gründung der sogenannten Interkommunalen Anstalt «Werkhof Birrfeld» (IKA).

Auf dem Grundstück nördlich der Wydenstrasse im Gewerbegebiet Bachtele an der Grenze zwischen den beiden Gemeinden soll ein zeitgemässer, zweckmässiger Neubau entstehen. Das teilweise zweigeschossige Hauptgebäude beinhaltet Büroräumlichkeiten, Werkstätten, Aufenthalts- und Schulungsräume, sanitäre Anlagen sowie eine Einstellhalle.

Eine überdachte Fahrgasse verbindet das Hauptgebäude mit den nicht beheizten Lager- und Abstellbereichen der Remise und ermöglicht dadurch optimierte Arbeitsprozesse, heisst es in den Unterlagen. Zusätzlichen Lagerraum schafft ein Zwischenboden.

Energiezentrale versorgt Gebäude mit Wärme

Ausgeführt wird der Neubau primär in Holzbauweise. Fundation, Stützen sowie Zwischenböden im Hauptgebäude sind in Stahlbetonbauweise vorgesehen. Für die betriebseigene Treibstoffversorgung ist eine Aussentankstelle mit einem Tankvolumen von 10'000 Litern geplant.

Ziel ist es laut den Gemeinderäten in Birr und Lupfig, eine kostenbewusste und ökologisch nachhaltige Gebäudestruktur zu schaffen sowie entstehende Synergien optimal zu nutzen. Die Grundkonzeption berücksichtige dabei auch, dass allfällige zukünftige Nutzungen oder Erweiterungen möglichst einfach integriert werden könnten.

Vorgesehen ist der Neubau im Gewerbegebiet Bachtele.

Vorgesehen ist der Neubau im Gewerbegebiet Bachtele.

zvg/Google Maps

Neben dem Werkhof Birrfeld wird die neue, mit Holzschnitzeln betriebene Energiezentrale der IBB realisiert. Sowohl der Werkhof als auch weitere Gebäude sollen – voraussichtlich ab 2023 – mit Wärme versorgt werden. Die beiden Holzkessel werden mit Holzschnitzeln aus der Region betrieben, «womit einerseits die lokale Wertschöpfung erhalten bleibt und andererseits die CO2-Emissionen auf ein Minimum reduziert werden», führen die Gemeinderäte aus.

Die Dächer der Energiezentrale und des Werkhofs werden mit Fotovoltaikmodulen ausgerüstet «und leisten so einen Beitrag zur nachhaltigen Stromversorgung in der Region».

Das Bauvolumen – inklusive Einrichtung, Umgebungsarbeiten und Reserven – beläuft sich gemäss Kostenschätzung auf 8,3 Mio. Franken. In Lupfig entscheiden die Stimmberechtigten zusätzlich über einen Kredit von 3,53 Mio. Franken für die Erschliessung.

Anstalt tritt als Bauherrin und Eigentümerin auf

Rückblick: Im 2016 haben die Gemeinderäte Birr und Lupfig entschieden, die Möglichkeiten für einen gemeinsamen Betrieb der Werkhöfe sowie die Überführung des gemeinsamen Forstbetriebs in die gleiche Organisation zu prüfen. «Treiber dieses Vorhabens waren die künftige Umnutzung bestehender Liegenschaften sowie die ineffiziente und für das Personal in der heutigen Zeit teilweise unzumutbare räumliche Situation», ist in den Unterlagen festgehalten. Und:

«Somit stand nicht nur die organisatorische Zusammenführung, sondern auch der Neubau eines Betriebsgebäudes im Fokus.»

Die Gemeindeversammlungen im 2017 und 2018 genehmigten den Gemeindevertrag sowie den Projektierungskredit für ein neues Werkhofgebäude. In der Folge wurde das Bauprojekt sowie ein betriebswirtschaftliches Konzept und eine Anstaltsordnung erarbeitet.

Die selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt mit Sitz in Lupfig, die für den Werkhof Birrfeld gegründet werden soll, errichtet und finanziert das Betriebsgebäude und bleibt Eigentümerin. Die Trägergemeinden statten die Anstalt bei der Gründung mit einem Dotations­kapital von 3 Mio. Franken aus: zur Gewährleistung des laufenden Betriebs sowie zur Finanzierung von Investitionen. Die Einwohnergemeinden steuern je 1,35 Mio. Franken bei, die Ortsbürgergemeinden je 150'000 Franken.

Eine überdachte Fahrgasse verbindet das Hauptgebäude mit den nicht beheizten Lager- und Abstellbereichen der Remise.

Eine überdachte Fahrgasse verbindet das Hauptgebäude mit den nicht beheizten Lager- und Abstellbereichen der Remise.

Visualisierung zvg

Die Gemeinderäte in Birr und Lupfig sind überzeugt, dass es durch die Neuorganisation zu Synergieeffekten kommen wird. Beispielsweise können durch den gemeinsamen Maschinenpark Unterhalts- und Anschaffungskosten eingespart und die Maschinenauslastung erhöht werden.

Verläuft alles reibungslos, soll die Gründung der neuen Rechtsform per Anfang 2022 erfolgen, der Baubeginn des neuen Betriebsgebäudes im Frühling 2022, die Fertigstellung und der Bezug ein Jahr später.

Ausserordentliche Einwohner- und Ortsbürgergemeindeversammlungen am Freitag, 27. August, 19 Uhr: Sporthalle Nidermatt Birr und Mehrzweckhalle Breite Lupfig; eine gemeinsame Informationsveranstaltung über die Einwohnergemeindeversammlungen findet statt am Freitag, 13. August, 19 Uhr, Sporthalle Nidermatt Birr.

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