Bezirk Brugg
Der Frauenanteil unter den Gemeinderatsmitgliedern sinkt gegenüber der letzten Wahl definitiv

Jede vierte Gemeinde hat ab 2022 eine Frau an der Spitze. In Rinken steht zum ersten Mal eine Frau der Gemeinde vor. Und doch: In drei Gemeinden sitzt keine Frau im Rat. Warum der Frauenanteil voraussichtlich unter das Niveau von 2013 sinkt.

Carla Honold
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Barbara Horlacher vertritt im Stadtrat die Grünen.

Barbara Horlacher vertritt im Stadtrat die Grünen.

zvg

In 3 von 20 Gemeinden im Bezirk Brugg wird ab 2022 keine Frau Teil des Gemeinderats sein. In Auenstein, Mönthal und Veltheim sind die bereits besetzten Sitze durch Männer belegt. Das ist auch in Remigen der Fall. Für den zweiten Wahlgang um den fünften Gemeinderatssitz wurde nun als Einzige Alexandra Savaris vorgeschlagen.

Sollte während der Nachmeldefrist keine weitere Kandidatur in Remigen eingehen, wird Savaris in einer stillen Wahl gewählt. Damit würde der Gemeinderat nicht zu einem reinen Männergremium. In Auenstein sieht es anders aus. Es meldete sich ein Kandidat. Bei der Gemeindekanzlei in Mönthal gingen keine Anmeldungen ein. Zum Start der kommenden Amtsperiode sitzen daher vier Männer im Rat.

Bis Ende Jahr ist noch jedes dritte Gemeinderatsmitglied weiblich

Eine Frauenmehrheit wird es ab 2022 in Riniken und Windisch geben. Auch in Mülligen, sollte Beatrix Rosolen, die einzige Kandidatin im zweiten Wahlgang, gewählt werden, sitzen in der kommenden Amtsperiode mehr Frauen als Männer im Gemeinderat. Bereits besetzt wurden im ersten Wahlgang 91 von 100 möglichen Sitzen im Bezirk. Davon werden 22 durch Frauen belegt. Das führt zu einem Anteil weiblicher Gemeinderatsmitglieder von 24,18 Prozent.

Therese Brändli wurde im ersten Wahlgang wiedergewählt.

Therese Brändli wurde im ersten Wahlgang wiedergewählt.

Mario Heller

Sollten in Auenstein, Mülligen und Remigen im zweiten Wahlgang alle Kandidierenden in stiller Wahl gewählt werden, würde der Frauenanteil 25,53 Prozent betragen. Auf 94 Sitze, da Mandach erst Ende Oktober in einer Versammlungswahl den Gemeinderat besetzt, kämen 24 Frauen. Jedes vierte Ratsmitglied wäre somit eine Frau.

Im Vergleich mit den Gesamterneuerungswahlen 2017 geht dieser Frauenanteil stark zurück. Vor vier Jahren wurde noch beinahe jeder dritte Sitz – 31,26 Prozent – von einer Gemeinderätin belegt. Auch gegenüber 2013 würde dies ein leichter Rückgang bedeuten. Damals betrug der Frauenanteil unter den Ratsmitgliedern 26,23 Prozent.

Gemeindevorsteherinnen schafften die Wiederwahl

Von den bereits besetzten Ammannpositionen befinden sich vier in weiblicher Hand. In Brugg führt Barbara Horlacher den Stadtrat erneut an. In Bözberg schaffte Therese Brändli die Wiederwahl zur Frau Gemeindeammann.

Beatrice Bürgi wurde als Parteilose ins Amt gewählt.

Beatrice Bürgi wurde als Parteilose ins Amt gewählt.

Claudia Meier

In Riniken übernimmt die bisherige Frau Vizeammann Beatrice Bürgi den Posten. Sie ist die erste Frau Gemeindeammann in der Geschichte Rinikens. Das Gemeindepräsidium Windisch ist ab 2022 weiterhin in Heidi Ammons Besitz.

In Auenstein, Rüfenach und Mandach wurde die Spitze des Gremiums noch nicht besetzt. Das führt zu einem momentanen Frauenanteil von 23,53 Prozent (bei 17 Gemeinden) unter den Ammännern. Sollten die drei weiteren Posten ebenfalls durch Frauen besetzt werden, würde der Prozentsatz auf 35 Prozent steigen.

In Rüfenach stellt sich nur ein Kandidat zur Wahl und in Auenstein bleibt das Gremium wahrscheinlich in männlicher Hand, weil ein Mann für den fünften freien Sitz kandidiert.

In elf Gemeinden sind zwei Männer an der Spitze, in einer zwei Frauen

Heidi Ammon ist die erste Gemeindepräsidentin von Windisch.

Heidi Ammon ist die erste Gemeindepräsidentin von Windisch.

Alex Spichale

Unter den bereits gewählten Vizeammännern sind mit Brigitte Huber in Lupfig, Franziska Näf in Mülligen und Monica Treichler in Windisch drei Frauen. Das führt zu einem Frauenanteil von 17,65 Prozent (bei 17 Gemeinden). Würden in die noch unbesetzten Posten weibliche Ratsmitglieder gewählt, könnte sich der Prozentsatz auf 30 Prozent steigern.

Mit grösster Wahrscheinlichkeit wird der Anteil jedoch gleichbleiben. In Rüfenach kandidiert ein Mann und in Auenstein wird es aufgrund der Kandidatur eines Mannes für den letzten Sitz im Rat voraussichtlich kein weibliches Ratsmitglied geben.

In 11 von 17 Fällen sind die Ammannposition sowie dessen Stellvertretung von Männern besetzt. Eine doppelte Frauenspitze wird es ab 2022 mit Heidi Ammon und Monica Treichler in Windisch, wo nur ein Mann in den Rat gewählt wurde, geben. In Brugg, Bözberg und Riniken ist die Vertretung der Frau Gemeindeammann durch einen Mann besetzt. In Lupfig und Mülligen vertritt eine Frau den Gemeindeammann.

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