Brugg
Auch Schräges hat Platz

Sue Luginbühl ist die neue Leiterin Bühne im «Odeon». Seit 15 Jahren wohnt sie in Brugg, daher kennen sie die Leute. Nun beginnt sie mit einigen Weiterentwicklungen.

Michael Hunziker
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«Ein Kribbeln ist bereits zu spüren», sagt Sue Luginbühl, die neu für den Bereich Bühne im «Odeon» zuständig ist. mhu

«Ein Kribbeln ist bereits zu spüren», sagt Sue Luginbühl, die neu für den Bereich Bühne im «Odeon» zuständig ist. mhu

Michael Hunziker

Sie ist voller Tatendrang, sprüht vor Ideen: «Ein Kribbeln ist bereits zu spüren», sagt die gut gelaunte Sue Luginbühl. Neu zeichnet sie für den Bereich Bühne im Brugger Kulturhaus Odeon verantwortlich. Am 4. September beginnt die Saison mit dem Auftritt von Tinu Heiniger. «Seine Musik begleitet mich seit 30 Jahren, er ist sehr inspirierend», freut sich Sue Luginbühl. «Er bleibt nie stehen, erfindet sich immer wieder neu – genau wie das ‹Odeon›.»

Sue Luginbühl tritt als Leiterin Bühne die Nachfolge von Gabi Umbricht an. Alles auf den Kopf stellen will sie nicht. Warum auch? Das «Odeon», schwärmt sie, sei ein etabliertes Kulturhaus. «Es verfügt über einen ausgezeichneten Ruf und ein treues Publikum. Das soll so bleiben.» Anders gesagt: Im Bühnenprogramm, versichert die neue Leiterin, werde auch in Zukunft Wert gelegt auf die Ausgewogenheit.

Tinu Heiniger macht Anfang

Auf der «Odeon»-Bühne in Brugg beginnt die Saison am 4. September mit dem Auftritt von Tinu Heiniger und Band. Die Besucher, verspricht die neue Leiterin Sue Luginbühl, dürfen in der Folge gespannt sein auf ein vielseitiges Programm. Sie nennt unter anderem die Namen von Schriftsteller Lukas Bärfuss, Spoken Word Poet Simon Libsig, Musiker und Erzähler Philipp Galizia, Kabarettist und Musiker Jürg Kienberger oder Kinderliedermacher Andrew Bond. Persönlich freut sich Sue Luginbühl, die in ihrer Jugend selber Schlagzeug spielte, speziell auch auf Jazz-Schlagzeuger und Perkussionist Pierre Favre. (mhu)

Geboten werde wiederum eine schöne Mischung aus beliebten Künstlern sowie aus Überraschendem. «Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir Sachen bringen können, die in der grossen Öffentlichkeit noch nicht so bekannt sind. Auch geben wir jungen Künstlern eine Plattform. Platz haben darf ebenfalls einmal etwas Schräges, bei dem das Publikum gefordert wird und Neues entdecken kann.»

Vermehrt kombinierte Anlässe

Apropos Neues: Für das «Odeon» gelte es – «dort, wo es Sinn macht» –, sich weiterzuentwickeln, fährt Sue Luginbühl fort. Ausbaubar sind, nennt sie ein Beispiel, kombinierte Anlässe, bei denen eine Bühnenaufführung mit Kulinarik verbunden wird.

«Mit einem solchen vielschichtigen Genuss können wir ein Gesamterlebnis bieten und uns abheben von anderen Institutionen», ist sie überzeugt. Die Voraussetzungen jedenfalls seien im «Odeon» geradezu ideal – mit den Bereichen Cinema, Bühne, Bar, Forum und Garten.

Als Leiterin Bühne – zusammen mit der Pressearbeit ist die Rede von einem Pensum von 20 Prozent – ist Sue Luginbühl im «Odeon» die Ansprechperson für rund 40 ehrenamtlich Tätige. «Diese Zusammenarbeit ist toll, die Stimmung ist ausgezeichnet», stellt sie fest.

Sie sei mit offenen Armen empfangen worden. «Alle sind mit Herzblut dabei, ihre Begeisterung ist ansteckend. Der Wille, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, ist gross.» Bei ihr als Leiterin, fügt sie an, laufen die Fäden zusammen. «Es ist wichtig, eine Stelle zu haben, die den Überblick hat. Diese Drehscheiben-Funktion nehme ich gerne wahr.»

Gespannt auf den Austausch

Eine Unbekannte ist Sue Luginbühl im «Odeon» nicht. Die 45-Jährige – «damit liege ich wohl ziemlich im Durchschnittsalter unseres Publikums» – wohnt mit ihrem Mann und den beiden Kindern seit 15 Jahren in Brugg.

Sie habe das Kulturhaus in dieser Zeit kennen und schätzen gelernt. «Ich konnte tolle Anlässe am eigenen Wohnort geniessen, das war wertvoll und kam mir als Mutter sehr entgegen.» In den letzten vier Jahren war Sue Luginbühl im «Odeon» als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Sparte Kindertheater engagiert.

Entgegen kommen werde ihr in der Funktion als Leiterin Bühne ihr beruflicher Hintergrund, ist sie sich sicher. Denn als Soziokulturelle Animatorin hat Sue Luginbühl breite Erfahrung in der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Menschen, Betrieben, Institutionen und Gruppierungen sammeln können.

«Mich interessiert das Zusammenleben, das Entwickeln neuer Projekte, das Mitgestalten der Freizeit.» Eine Herausforderung werde sein, hält sie fest, den Kulturbetrieb von Grund auf kennenzulernen und wichtige Kontakte zu den Kulturschaffenden zu knüpfen. Auf den Austausch mit ihnen und dem Publikum, auf die Reaktionen ist sie gespannt.

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