Birr
Andreas Glarner referiert bei Stiftung Noiva zu seinen Erlebnissen in Flüchtlingscamps

Die Stiftung Noiva bietet Hilfseinsätze auf freiwilliger Basis in Flüchtlingscamps in Jordanien an. Am Infoanlass am 30. April werden diese Einsätze Schwerpunktthema sein. Als Reder hat Noiva auch SVP-Nationalrat Andreas Glarner eingeladen. Dass Glarner polarisieren wird, ist der Stiftung bewusst.

Janine Müller
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Stiftung Noiva
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Noiva engagiert sich vor Ort mit Kinderbetreuung, Englisch- oder IT-Kursen, Kulturanlässen oder auch medizinischer Hilfe.
In Jordanien befinden sich über eine Million syrische Flüchtlinge, davon sind rund 50 Prozent Kinder.
Seit dem Dezember 2014 realisierte die Stiftung 30 Hilfseinsatzwochen.
Hilfe vor Ort steht für die Stiftung im Zentrum. Bei einem Hausbesuch lernen sich Flüchtlinge und freiwillige Helfer besser kennen.
Beim gemeinsamen Musikmachen werden die Sorgen für einen kleinen Moment lang vergessen.

Stiftung Noiva

zvg/noiva

Die Stiftung Noiva hat sich zur Aufgabe gemacht, in der Nahost-Region so mitzuwirken, dass ein friedliches Zusammenleben und Versöhnung entstehen können. Dafür ist sie auch eine Zusammenarbeit mit dem Roten Halbmond in Jordanien eingegangen. Die Stiftung setzt sich für Menschen ein, die bereit sind – ungeachtet politischer, kultureller und religiöser Grenzen – eine neue Erfahrung zu machen. Die Erfahrung, Vertrauen zu schenken und zu gewinnen, Freundschaften aufzubauen oder gemeinsame Projekte zu realisieren, um beispielsweise Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Vision der Stiftung, die 2010 in Winterthur gegründet wurde: Jeder Mensch kann selbstbestimmt in Freiheit, Friede und Würde leben. Die Stiftung betont, dass sie politisch und konfessionell neutral ist, sich die Initianten jedoch zu den christlichen Grundwerten, die in der Schweiz Tradition haben, bekennen.

Jeder kann helfen

Um ihr Engagement auch im Aargau bekannter zu machen, hat die Stiftung Noiva für den 30. April einen Anlass unter dem Thema «Umdenken, anders handeln – Brennpunkt Naher Osten» organisiert. Für den Tag konnte die Stiftung Noiva zwei namhafte Redner gewinnen: Einerseits wird Flüchtlingshelferin Marit Neukomm, die zur Aargauerin des Jahres gewählt wurde, zum Thema «Hilfe vor Ort» referieren. Zum anderen wird auch SVP-Nationalrat Andreas Glarner einen Auftritt haben. Die Organisatoren sind sich bewusst, dass sie mit Glarner eine polarisierende Persönlichkeit eingeladen haben. «Wir hoffen darauf, dass Andreas Glarner von seinen persönlichen Eindrücken aus einem Flüchtlingscamp berichten wird und darauf eingehen wird, wie vor Ort geholfen werden kann», führt Mitorganisator Stefan Bamberger aus.

Am Anlass gefördert werden soll der Austausch zwischen Menschen, Gruppen und Organisationen, die anpacken und verändern wollen. Entstehen soll zudem ein Netzwerk zwischen Menschen, die das gemeinsame Ziel haben, Versöhnung zu schaffen, um Krisen und Konflikte zu bewältigen. «Bei diesem Anlass geht es nicht darum, die aktuelle politische Lage im Nahen Osten zu analysieren, sondern darum, wie jeder, der möchte, helfen kann», erklärt Stefan Bamberger aus Birr.

Hilfseinsätze in Jordanien

So bietet die Stiftung beispielsweise Hilfseinsätze auf freiwilliger Basis in Flüchtlingscamps in Jordanien an. Diese Einsätze werden ein Schwerpunktthema am 30. April sein. Erklärt werde, wie ein solcher Hilfseinsatz funktioniert, was die Bedingungen sind und wie man sich bewerben kann, sagt Stefan Bamberger. Zudem werden höchstwahrscheinlich Freiwillige, die diese Woche noch in Jordanien weilen, über ihre Arbeit vor Ort berichten.

In Jordanien befinden sich über eine Million syrische Flüchtlinge, davon sind rund 50 Prozent Kinder. Die aktuellen Ereignisse in Syrien dürften zu einem weiteren Flüchtlingsstrom Richtung Jordanien führen. Noiva engagiert sich vor Ort mit Kinderbetreuung, Englisch- oder IT-Kursen, Kulturanlässen oder auch medizinischer Hilfe. Seit dem Dezember 2014 realisierte die Stiftung 30 Hilfseinsatzwoche. Dabei wurden nach eigenen Angaben 100 Häuser renoviert, 1100 Foodpakete abgegeben, 1400 Hausbesuche gemacht und 12 Tonnen Hilfsgüter verteilt. Hilfe vor Ort steht für die Stiftung im Zentrum.

Plattform zum Thema «Umdenken, anders handeln – Brennpunkt Naher Osten» am Sonntag, 30. April, in der Mehrzweckhalle Niedermatt in Birr. Der Anlass ist kostenlos.

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