Brugg
6 Minuten Verspätung erlaubt

In letzter Zeit kam es auf der Strecke von Brugg nach Dietikon häufig zu Verzögerungen.

Timea Hunkeler (Text und FOTO)
Drucken
Störungen an Zügen oder der Infrastruktur können schnell Auswirkungen auf die Pünktlichkeit anderer S-Bahn-Linien haben.

Störungen an Zügen oder der Infrastruktur können schnell Auswirkungen auf die Pünktlichkeit anderer S-Bahn-Linien haben.

Timea Hunkeler

«Die S-Bahn verspätet sich um zirka fünf Minuten.» Diese oder ähnliche Durchsagen kennen Pendler nur zu gut. Gerade zu Stosszeiten löst dies bei vielen Unmut aus. Oftmals verpasst man dadurch nämlich den Anschlusszug. Man muss auf die nächste Verbindung warten, die dann meist überfüllt ist. Und wer will schon nach Feierabend im Zug stehen müssen? So geschehen vor etwas mehr als einer Woche. Die S12 von Brugg Richtung Seuzach verspätete sich um einige Minuten, weshalb der Zug in Dietikon, die S17, nicht wartete. Viele Fahrgäste der S12, die in Dietikon jeweils aussteigen, steigen auf diese Verbindung um.

Alle Fahrgäste warten folglich in Dietikon auf den nächsten Zug. Doch dieser ist völlig überfüllt. Sogar in der 1. Klasse stehen die Menschen dicht gedrängt aneinander. Die Tür geht kaum mehr zu. In besagter Woche kamen Verspätungen von bis zu sieben Minuten bei der S12 vermehrt vor.

«Aus betrieblichen Gründen.» Diesen Grund gab die SBB bei den Verspätungen vor etwas mehr als einer Woche häufig an. «Das Netz der SBB gehört zu den meistbefahrenen der Welt. Deshalb können Störungen an Zügen oder der Infrastruktur sowie verlängerte Fahrgastwechsel schnell Auswirkungen auf die Pünktlichkeit anderer Züge haben», sagt Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB.

Im Schnitt 70 Sekunden zu spät

Unter betrieblichen Gründen seien Vorkommnisse zu verstehen, die das Einhalten des Fahrplans erschweren. Als Beispiele nennt Pallecchi verspätete andere Züge, die die Trassen besetzen, Stellwerkstörungen und längere Fahrgastwechsel. Doch er betont auch, dass die Pünktlichkeit eines Zuges nur zu dem Zeitpunkt ermittelt werden kann, an dem der Zug im Bahnhof ankommt und nicht, wann er von dort abfährt. «Bei der Einfahrt in Zürich hatte die S12 in den vergangenen Wochen durchschnittlich 70 Sekunden Verspätung. Gemäss ZVV-Bonus-Malus-Vertrag sind 359 Sekunden, das sind rund 6 Minuten, Ankunftsverspätung erlaubt», sagt der Mediensprecher. Weshalb sich die S12 in besagter Woche bei der Ankunft in Dietikon häufig verspätete, könne er sich nicht erklären. Natürlich sei das oberste Ziel jedoch, den Fahrplan einzuhalten. «Die S12 ist eine der pünktlichsten Linien im S-Bahn-Netz. Zudem ist der Zug in Dietikon keine ‹echte› Umsteigeverbindung, da er nicht zur SBB gehört», sagt Pallecchi.

Aktuelle Nachrichten