Mellingen
Neue Heizlösung beim Schulhaus-Neubau sorgt für Kritik

Die Pläne für den Schulhaus-Neubau und die Heizung wurden überarbeitet und vorgestellt.

Carla Stampfli
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Das neue Primarschulhaus bietet Platz für 18 Abteilungen. zvg/Visualisierung

Das neue Primarschulhaus bietet Platz für 18 Abteilungen. zvg/Visualisierung

zvg/Visualisierung

Für die Erweiterung der Schulanlage «Kleine Kreuzzelg» genehmigten die Mellinger Stimmberechtigten im Juni 2018 zwei Projektierungskredite: einen für den Neubau des Primarschulhauses und einen für die Erneuerung der Wärmeerzeugung. Am Montagabend stellten die Verantwortlichen nun die überarbeiteten Pläne vor. Vorneweg: Die Kosten bleiben in Bezug auf den Neubau bei 16,6 Mio. Franken. Für die neue Heizzentrale sinken sie um 200 000 auf neu 1,3 Mio. Franken. Somit befindet die Gmeind am 26. Juni über zwei Baukredite von total 17,9 Mio. Franken.

Bei der Überarbeitung wurden die Schülerzahlen ein weiteres Mal geprüft. «Es hat sich herausgestellt, dass die Angaben der ursprünglich berechneten Schülerzahlen und die daraus resultierende Planung immer noch stimmt. Das ist für uns eine wichtige Grundlage», sagte Vizeammann und Ressortvorsteher Schulanlagen, René Furter (SVP). Des Weiteren gehe man davon aus, dass während der Bauphase keine Provisorien nötig sein werden.

Aula wurde vergrössert

Das Neubauprojekt des Aarauer Architekturbüros Felber Widmer Schweizer hat unter anderem folgende Anpassungen erfahren: Aufgrund von Rückmeldungen wurde die Aula im Untergeschoss vergrössert. Diese wird künftig nicht nur der Schule zur Verfügung stehen, sondern beispielsweise auch den Vereinen oder für sonstige Anlässe. Wegen ihrer Mehrfachnutzung ist die Aula unabhängig vom Schulbetrieb zugänglich. Anpassungen gab es auch in Bezug auf die Wahl von Bau-Materialien und die Verteilung der Räume, wobei deren Anzahl bei 18 Klassenzimmern plus Gruppen- sowie Spezialräume bleibt. Neu gibt es auf dem Dach ein sogenanntes Shed-Oberlicht, welches das dreigeschossige Gebäude belichtet und belüftet. «Herzstück des neuen Schulhauses ist die Eingangshalle», betonte dabei Architektin Isabelle Schenkel. Diese verbinde alle Geschosse, sei gleichzeitig Pausenraum und könne als Arbeitsbereich oder als Ausstellungsraum genutzt werden.

Die grösste Änderung betrifft die Wärmeerzeugung: Statt wie zuvor angedacht mit einer Erdsonden-Wärmepumpenanlage soll die heutige Ölheizung durch eine Holzpellets-Anlage ersetzt werden. Die Wärmezentrale wird im Untergeschoss des Neubaus realisiert. Diese Heizlösung führte zu Diskussionen. Unter anderem kamen Bedenken auf, weil es jeweils bei der Anlieferung der Pellets zu gefährlichen Situationen mit Schülern kommen könnte. Auch kam der Vorschlag auf, eine Lösung mit Biogas-/Erdgasanlage zu prüfen. Bauverwalter Emanuele Soldati sagte, dass die Anlieferung so gelegt werde, dass sie den Schulbetrieb nicht beeinträchtige. Dabei sei vorgesehen, dass man die Anlage mit regionalen und nationalen Pellets betreiben wolle. «Mit einer Holzpellets-Anlage könnten wir unsere Ökobilanz wesentlich verbessern.» Zur Kritik, wonach den Stimmberechtigten eine fixfertige Lösung mit einer Holzpellets-Anlage unterbreitet werde, sagte Gemeindeammann Bruno Gretener (FDP): «Wir planen, die Wärmerzeugung parallel mit dem Neubau zu realisieren. Grundsätzlich sind wir aber nicht dazu gezwungen.» Falls der Baukredit abgelehnt werde, könnte man die Wärmeerzeugung auch später ersetzen. «Der Zug ist also noch nicht abgefahren.»

2020 Beginn der Bauarbeiten

Im Januar 2020 ist der Baustart für das neue Primarschulhaus geplant, der Bezug per Schuljahr 2021/2022. Zu den 17,9 Mio. Franken kommen im Rahmen der Erweiterung der Schulanlage «Kleine Kreuzzelg» noch rund 3 Mio. Franken hinzu. Darin enthalten sind etwa die Projektierungskredite, die Dachsanierung des Oberstufenschulhauses, die derzeit läuft, und ein Baukredit für die Photovoltaik-Anlage, der diesen Winter unterbreitet wird. Zudem wird im Anschluss die bestehende Schulanlage erneuert. Als der Gemeinderat 2017 die Projektierungskredite erstmals beantragte, ging man noch von Kosten in Höhe von 24 Mio. aus (die AZ berichtete).

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