«Ich habe Bumann nur ein Mal getroffen»

Marco Caduff aus Spreitenbach ist die Off-Stimme der TV-Sendung «Bumann der Restauranttester» – wie er professioneller Sprecher wurde.

Cristina Wenzinger
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So sieht das Gesicht hinter der Stimme aus. Marco Caduff ist die Off-Stimme bei Bumann der Restauranttester. Blindtext Blindtext Blind
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So sieht das Gesicht hinter der Stimme aus. Marco Caduff ist die Off-Stimme bei Bumann der Restauranttester. Blindtext Blindtext Blind

So sieht das Gesicht hinter der Stimme aus. Marco Caduff ist die Off-Stimme bei Bumann der Restauranttester. Blindtext Blindtext Blind

Bild: Severin Bigler Bild: Blindtext Blindtext

Er kommt den Leuten bekannt vor, sie können ihn aber nicht zuordnen. Das liegt daran, dass sie ihn nicht am Aussehen, sondern an der Stimme erkennen. Marco Caduff gehört eine der berühmtesten Stimmen der Schweiz. Er ist unter anderem die Off-Stimme der TV-Serie «Bumann der Restauranttester», die in die 14. Staffel gestartet ist und jeweils am Dienstag auf «3 Plus» zu sehen ist.

Seine Stimme vermittle Glaubwürdigkeit und Kompetenz, hört er immer wieder. «Mit einer Stimme wie meiner hat man es oft einfacher», sagt Caduff, «die Leute hören einem einfach besser zu», fährt er fort. Seine Stimme wird als tief, warm und voluminös beschrieben. Dank ihr fand er zu seinem Traumberuf – professioneller Sprecher. Marco Caduff ist 1960 in Schaffhausen geboren, wuchs aber in Chur auf. Vor Kurzem zog er seiner Frau zuliebe nach Spreitenbach in den Dorfkern. «Ich bin von Spreitenbach positiv überrascht», sagt der 60-Jährige. Sein Wohnviertel gefalle ihm sehr – endlich könne er zu Fuss einkaufen gehen.

Sein Traumjob hat ihn gefunden – nicht umgekehrt

«Ich würde nicht sagen, dass mir mein Beruf einfach zugeflogen ist, aber ich wurde sicher dahin geleitet», sagt Caduff. Dass seine Stimme etwas hergibt, wurde schon früh erkannt. Bereits im Gymi lobten ihn die Lehrer beim Vorlesen immer wieder. Nach der Schule entschied er sich, englische Literatur und italienische Sprachgeschichte zu studieren mit dem Ziel, später als Lehrer zu arbeiten.

Als sein Studium zu Ende ging, meinte ein guter Freund zu ihm, er solle doch mit seiner Stimme arbeiten und sie nicht an eine Klasse von rund 20 Schülern verschwenden. Ohne gross auf Caduffs Antwort zu warten, hielt der Freund ihm einen Walkman vor den Mund und machte ein paar Aufnahmen seiner Stimme. Drei Tage später meldete sich Roger Schawinski von Radio24 bei Marco Caduff und bat ihn vorbeizukommen. «Ich ging also dort hin, und Roger Schawinski bat mir gleich eine Stelle als Moderator an. Wenn dir dieser Mann eine Stelle anbietet, kannst du nicht Nein sagen. Lange Rede kurzer Sinn: Ich hatte jetzt eine Stelle, die ich eigentlich gar nicht suchte.» Nach einer Weile als Moderator merkte Caduff, wie ihm die Arbeit gefällt. «Mehr und mehr habe ich gemerkt, wie gerne ich mit meiner Stimme arbeite.»

Radio24 sollte nur der Start seiner Karriere sein. Danach arbeitete er einige Jahre bei verschiedenen Radiostationen im Raum Zürich. Dazu gehört unter anderem Radio Zürisee, Opus Radio und Radio Swiss Classic. Nebenbei kamen immer wieder kleine Aufträge für Radiospots, Ausbildungsfilme oder Telefonbeantworter bei ihm rein. «Irgendwann dachte ich mir, wenn ich vielleicht etwas bescheidener bin, könnte ich von diesen Aufträgen leben.» Man könne aber nicht einfach sagen, «ich möchte jetzt professioneller Sprecher werden». Man müsse viel eher zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtige Stimme haben, sagt Caduff «Und diese hatte ich.»

Seit Tag eins als Off-Stimme bei Bumann

Bei Bumann der Restauranttester ist Caduff seit Tag eins – also seit zwölf Jahren – als Off-Stimme tätig. Zu der Zusammenarbeit mit Daniel Bumann kann Caduff jedoch nicht viel sagen. Denn: «Ich habe Bumann in der ganzen Zeit ein einziges Mal getroffen.» Das liegt hauptsächlich daran, wie die Serie produziert wird, denn Bumann ist in der Produktion und Caduff in der Postproduktion tätig. Das eine Treffen hat Daniel Bumanns Frau organisiert. Sie rief Caduff an und fragte, ob er Lust habe mit ihr und ihrem Mann zu essen, um sich besser kennen zu lernen. Caduff stimmte zu. «Es war ein sehr angenehmes Zusammentreffen», sagt er. Nach all diesen Jahren könnte man also meinen, dass Marco Caduff zum Fan der Serie geworden ist. So ist es auch. «Daniel Bumann ist ein phänomenaler Koch.» Caduff selbst ist Hobbykoch und freut sich immer, wenn er aus der Serie lernen kann. «Bumann hat einfach super Ideen, was Geschmack und Menüplanung angeht.»

www.

Eine Ton-Aufnahme der Stimme auf www.badenertagblatt.ch.