Detlef Brose, CEO des Grand Casino Baden, lieferte sich in der Nacht auf Auffahrt im hauseigenen «Club Joy» ein Handgemenge mit einem Gast. Das Casino bestätigt auf Nachfrage eine entsprechende Meldung des «Blicks». «Es kam zu einem Missverständnis zwischen unserem CEO und einem Gast, das zu einem Handgemenge führte. Die Situation konnte aber sofort wieder beruhigt werden, die Involvierten haben das Missverständnis bereinigt und sie versichern, dass für sie das ganze abgeschlossen ist», sagt Beat Lehmann, Bereichsleiter Marketing des Grand Casino Baden.

Rund 250 Gäste feierten die «We love 90’s»-Party, darunter auch der CEO, als es um 2 Uhr an der Bar zum Eklat kam. Brose soll laut Augenzeugen wild gestikuliert und dabei einem Gast das Getränk verschüttet haben. Statt zu einer Entschuldigung soll es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sein. Der CEO ging dem Gast daraufhin an den Kragen, dieser reagierte mit einer Ohrfeige.

Die Security schritt ein und trennte die Streithähne. Sowohl der Gast als auch Brose sollen aus dem Club verwiesen worden sein, schreibt «Blick». Ein Polizeieinsatz oder gar eine Anzeige konnte vermieden werden. Nach dem Vorfall liess sich der CEO wieder auf der Party blicken und er feierte weiter. Das Casino will diese Details zum Vorfall weder kommentieren noch dementieren. Auch Brose wollte sich nicht äussern.

Es ist nicht die erste Meldung in den letzten zwei Jahren, die aus Sicht des Casinos nicht nötig gewesen wäre. Im September 2016 erlitten die Expansionspläne nach Österreich Schiffbruch: Das Badener Casino hatte die Lizenz für eine Spielbank in Wien bereits erhalten, doch der Verwaltungsgerichtshof hob die Konzession wieder auf. Nur einen Monat später ging eine telefonische Bombendrohung beim Grand Casino Baden ein. Eine Bombe gab es nie, aber das Casino wurde für mehrere Stunden geschlossen und geräumt. Ein damals 24-jähriger im Kanton Zürich wohnhafter Tscheche soll die Drohung ausgesprochen haben, diese Woche hätte der Fall vor dem Bezirksgericht Baden verhandelt werden sollen, er wurde aber verschoben.
2017 folgte in Baden eine politische Diskussion zum Casino, das zu einer Mehrheit der Stadt gehört. SP-Einwohnerrat Markus Widmer verlangte vom Stadtrat den Verkauf der Spielbank-Aktien – es sei nicht die Aufgabe der Stadt, ein Casino zu betreiben. Doch der Stadtrat hält an seiner Beteiligung fest.

Die gute Nachricht: 2017 stiegen Bruttospielertrag und Besucherzahlen erstmals seit 2012 wieder an. Sollte am 10. Juni an der Urne das Geldspielgesetz angenommen werden, wäre dies für das Casino vielleicht der Beginn einer Glückssträhne.