Niederrohrdorf
Egro-Park bringt der Gemeinde Jobs und Zuwachs

Die Baugesuche für Egro-Park werden überprüft – nebst Industrie- und Gewerbegebäuden entstehen Wohnungen. Gesuche der verschiedenen Projekte wurden der Gemeinde in 52 Bundesordnern abgeliefert.

Erna Lang-Jonsdottir
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Bauverwalter Sandro Fischer vergeht der Humor auch bei riesigen Bauprojekten nicht. Erna Lang

Bauverwalter Sandro Fischer vergeht der Humor auch bei riesigen Bauprojekten nicht. Erna Lang

Bauverwalter Sandro Fischer sowie die Mitarbeiter der Baukommission widmen sich derzeit vor allem einem Projekt: dem Egro-Park (s. Kontext). Überprüft werden Baugesuche der Firma Egro Immo AG, die mit Gesamt-Investitionen in der Höhe von gegen 100 Millionen Franken das rund 50000 Quadratmeter grosse Industrieareal eingangs Niederrohrdorf neu gestalten will. Einige Gesuche, darunter die Umlegung Moosstrasse, sind bereits bewilligt und rechtskräftig. Die neuen Gesuche zeigen: Innerhalb des Planungsgebiets Egro-Park (siehe Karte) sollen 42 Wohnungen sowie neue Industrie- und Gewerbegebäude entstehen. Die Gesuche der verschiedenen Projekte wurden der Gemeinde in rund 52 Bundesordnern abgeliefert.

Der Egro-Park

Das Egro-Bauvorhaben umfasst acht Einzelvorhaben, wovon drei bereits bewilligt sind:
1. Umlegung Moosstrasse
2. Überbauung Hintermatt mit neun Y-Häusern, 129 Wohnungen
3. diverse Abbrüche

Die Gesuche innerhalb des
Baugebiets Egro-Park:
4. Abbruch von bestehenden
Gebäuden sowie die riesige Halle West für die industrielle Metallverarbeitung (Baufeld 1)
5. Teilabbruch sowie Umbau und Erweiterung Halle Mitte und Ost (Baufeld 2 und 3)
6. Abbruch von bestehenden Gebäuden mit Neubau des Egro-Bürogebäudes (Baufeld 6)
7. Wohn- und Bürogebäude
«Wohnen am Bach» mit 42 Wohnungen (Baufeld 7)

Noch kein Baugesuch:
8. Sanierung Gründerbau (Baufeld 5), noch kein Baugesuch eingegangen.

In diese acht Einzelvorhaben investiert die Egro Immo AG knappe 100 Mio. Franken. Es ist vorgesehen, die Parzellen mit Wohneinheiten,

Kanton überprüft Altlasten

52 Bundesordner – das klingt nach unglaublich viel. «Der Eindruck täuscht», relativiert Fischer. «Einen grossen Teil dieser Ordner haben wir den zuständigen Stellen des Kantons zur Überprüfung weitergeleitet. Rund 20 sind bei uns geblieben.» Konkret? «Wir überprüfen technische Dokumentationen und Pläne sowie die Ästhetik und die Einfügung der Gebäude in die Umgebung. Sie müssen mit der Bauordnung und den Sondernutzungsbestimmungen aus dem Jahr 2010 übereinstimmen», erklärt Fischer. Altlasten, Brandschutz, Arbeits- und Sicherheitsangelegenheiten würden vom Kanton überprüft. «Dieses Projekt fordert nicht mehr heraus, als ein Gesuch für den Bau eines Einfamilienhauses.» Ein Projekt in der Grösse erfordere vor allem Zeit.

Egro sucht Investoren

Das Planungsbüro STPC-Hediger und Partner AG aus Rupperswil sowie die Bauherrschaft haben von Anfang an eng mit dem Kanton zusammengearbeitet: «Deshalb erwarten wir die ersten Bewilligungen seitens des Kantons noch vor Weihnachten», vermutet Fischer. Sofern alles nach Plan laufe, werde der Gemeinderat Anfang 2013 die Bewilligungen für die Projekte aussprechen. «Die Egro Immo AG beziehungsweise die Investoren, welche die Wohnbauten realisieren, werden etappenweise bauen und kaum alles aufs Mal», vermutet Fischer.

Wie der Geschäftsführer der Egro Immo AG, Hans Gattlen, erklärt, sollen alle Parzellen oder Baufelder mit den geplanten 170 Wohnungen an einen Investor verkauft werden. Dabei handelt es sich auch um die Parzellen, auf denen die Überbauungen «Wohnen am Bach» (42 Wohnungen) und «Hintermatt» (129 Wohnungen) entstehen sollen. In die Karten schauen lässt sich Gattlen noch nicht: «Wir sind in Verhandlungen mit Investoren und hoffen, dass wir bald zum Vertragsabschluss kommen.» Sicher ist, dass mit den erzielten Einnahmen, die geplanten Egro-Bauvorhaben finanziert werden sollen.

Moosstrasse fordert heraus

Eine Herausforderung wird die Umlegung der Moosstrasse. Diese trennt den Egro-Park von einem anderen Bauvorhaben der Egro, der Überbauung «Hintermatt». «Dort wird die Gemeinde stark Einfluss nehmen. Die Moosstrasse ist nicht nur ein Schulweg, sondern auch eine Erschliessungsstrasse für das nahe Quartier», sagt Fischer. Die Umlegung soll im nächsten Jahr in Angriff genommen werden. Einsprachen seitens der Bevölkerung habe es noch keine gegeben. «Es braucht den Egro-Park, damit die Industrie weiterleben kann.»

Egro soll selber entsorgen

Diverse Einsprachen gibt es bei einem Projekt der Egro am Weiherweg, der direkt neben dem Egro-Park liegt. Dort soll ein Wohn- und Gewerbehaus entstehen. Den Anwohnern zu denken geben Altlasten wie Bauschutt und Eisen, die dort unter der Erde vergraben sind. «Sie fordern, dass die Egro die Altlasten auf eigene Kosten entsorgt», weiss Fischer. Nach geltendem Recht sei die Egro aber nicht dazu verpflichtet. Letzte Woche fanden Verhandlungen mit den Einsprechern statt, an denen auch das Geologiebüro Heinrich Jäckli aus Baden anwesend war. «Das Grundwasser ist nicht von den Altlasten gefährdet.» Dass die Anwohner ihre Einsprachen zurückziehen, daran zweifelt Fischer. «Wir warten den Entscheid des Kantons ab. Danach werden wir das Gesuch überprüfen.»

Der Egro-Park hat verschiedene Baufelder; die entsprechenden Baugesuche liegen bis im Dezember auf.

Der Egro-Park hat verschiedene Baufelder; die entsprechenden Baugesuche liegen bis im Dezember auf.