Baden
Badenfahrt-OK spendet 300'000 Franken für das Kurtheater – das weitere 2 Millionen sammeln will

Mit der Spende an das Kurtheater wird eine Tradition fortgesetzt, die 1923 ihren Anfang nahm. Die Sammlung für den damaligen Theaterumbau war der Anlass, die Badenfahrt in ihrer heutigen Form überhaupt erst zu erfinden.

Andreas Fahrländer
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Badenfahrt 2017: Die schönsten Augenblicke
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Leinen los heisst es auf der Hochbrücke bei Herrn Schmidt.
Das Finale des Festspiels mit Merker Bianca und Musical Space Dream.
Festbeizen in neuen Dimensionen: «universALL» und «Dorian Grey».
Adrian Stern vor heimischem Publikum mit lokalen Musikern.
Die Beiz "Kubbbeiz zum chliine Björn" des Aargauischen Kubbverbands, vor der immer wieder Kubb gespielt wird.
Wer verliebt sich bei diesem Anblick nicht in das malerische Baden?
Die serbische Beiz "Kolo Baden" bot ein gemütliches Plätzchen an der Limmat und bot Live-Musik.
Einfach toll – die Badenfahrt bei Nacht. Schön war's: Die Badenfahrt 2017 bleibt in bester Erinnerung.
Die Projektion "Ouroburus" von Pascal Arnold beleuchtet den Stadtturm an der Badenfahrt. (21. August 2017)
Die Zurzibiet-Beiz "Baumhuus" auf dem Schlossbergplatz.
Festbesucher auf dem Schlossbergplatz. (21. August 2017)
Der erste Samstagabend wurde zu einer langen Partynacht. Die Dancefloors waren pumpenvoll. Im Bild: Charlies Dampfer.
Kreativ gestaltete Bars zierten die Limmat-Hochbrücke an der Badenfahrt. Das grosse Volksfest zählte mehr als 1,2 Millionen Besucher.
Umgekehrt: Die Zürcher Zünfte beehren die Aargauer Badenfahrt.
Nächtliches Baden mit Blick auf die Hochbrücke.
Exklusiv: Die Spanischbrötlibahn durfte als erste durch den neuen Bustunnel fahren.
Hoch hinaus.
Auch für Kinder ist die Badenfahrt ein Heidenspass.
Die SNCF-Lokomotive 30.R.1244 war am ersten Festsonntag mit ihrem Halt in Baden ein Publikumsmagnet.
Bei diesem Anblick schlägt wohl so manches Kinderherz höher – und nicht nur.
Hier steigt zehn Tage lang Party: unter der Hochbrücke.
Die Kreativität kennt keine Grenzen an der Badenfahrt: ein Pool in der Bar.
Die Raketenbeiz – ein Hingucker.
Jauchzen und Kreischen in der Lunapark-Region.
Innig: Ein Kuss während des Konzerts der Pedestrians
Mit allen Sinnen dabei: Der Dirigent des Wasserspiels, das beim Tränenbrünneli aufgeführt wird.
Leidenschaftlich: Adrian Stern bei seinem Konzert
Aufregend: Eine temporeiche Fahrt im Lunapark
Ausgelassen: Die Party-Nacht im Oceans Club
Konzentriert: Gezielter Wurf an den Kubb-Meisterschaften im Kurpark
Vorfreude: Blick aus dem Führerstand der Dampflock
Dynamisch: Ein Mädchen misst seine Kraft am Box-Automaten
Kreischend: Das Service-Team der Polygon-Bar in bester Laune

Badenfahrt 2017: Die schönsten Augenblicke

Sandra Ardizzone

Der Vorstand des Badenfahrt-Organisationskomitees 2017 hat beschlossen, der Theaterstiftung Baden-Wettingen für den laufenden Umbau des Kurtheaters 300 000 Franken zu spenden. Der Betrag werde je hälftig aus dem Reingewinn der Badenfahrt 2007 und der Badenfahrt 2017 bezahlt, teilt das OK mit.

So soll das Kurtheater nach dem Um- und Ausbau aussehen.
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So soll sich die neue Hinterbühne des Kurtheaters präsentieren – Blick in die Römerstrasse.
Das Kurtheater mit erweitertem Bölsterli-Foyer nach dem Ausbau: Die Wiedereröffnung ist auf Ende 2019/Anfang 2020 geplant.
Das Kurtheater bei Nacht: Von April bis Juni 2018 sind die archäologischen Grabungen rund herum geplant.

So soll das Kurtheater nach dem Um- und Ausbau aussehen.

Boesch Architekten

Laut Adi Hirzel, Präsident des OKs, wolle man mit der Unterstützung des Kurtheaters der ganzen Region für ihr Engagement bei der Badenfahrt danken. Der Betrag werde für die Renovation des Aussenbereichs des Theaters verwendet. «Dieser Aussenbereich soll künftigen Badenfahrten zur Nutzung zur Verfügung stehen», wird Hirzel zitiert.

Und: «Mit der Zahlung an das älteste Theater der Schweiz soll die langjährige Tradition des privaten Engagements fortgesetzt werden.» Das erste Badener Theater im Haus zum Herrengarten entstand im 16. Jahrhundert. Es war das erste seiner Art in der Schweiz. Aus ihm gingen später das Stadttheater und auch das Kurtheater hervor.

Startschuss für Sammelaktion der Theaterstiftung

Am vergangenen Donnerstag fiel der Spatenstich für den lang ersehnten Umbau des Kurtheaters. Die grosszügige Spende aus dem Badenfahrt-Gewinn soll nun auch der Startschuss für ein Fundraising sein, in dem die Theaterstiftung Baden-Wettingen und der Förderverein «Freunde Kurtheater Baden» rund zwei Millionen Franken privater Gelder sammeln wollen. Dies unter anderem, weil der Umbaubeitrag des Regierungsrats aus dem Swisslos-Fonds eine Eigenleistung voraussetzt.

Antonia Stutz, Präsidentin des Stiftungsrates der Theaterstiftung, sagt auf Nachfrage: «Mit der Spende des Badenfahrt-OKs sollen die Treppenstufen des sogenannten Amphitheaters rund um das Sachs-Foyer erneuert werden.

Die Bilder vom Spatenstich:

Spatenstich Kurtheater Baden
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 Auch Stadträtin Sandra Kohler baggert am Spatenstich zum Umbau des Kurtheaters.
Grosse Erleichterung: Das Projektteam um Theaterstiftungs-Präsidentin Antonia Stutz (3. v. l.), Stadträtin Sandra Kohler (5. v. l.) und Architektin Elisabeth Boesch (3. v. r.).
 Zaungast Lieni Fueter, Kurtheaterprojekt-Einsprecher, beim Spatenstich des Kurtheaters.
 Theaterstiftungs-Präsidentin Antonia Stutz beim Spatenstich.
 Architektin Elisabeth Boesch beim Spatenstich zum Umbau des Kurtheaters.
So wird das renovierte Kurtheater aussehen. Visualisierung/ZVG
 Slampoet Simon Libsig am Spatenstich zum Umbau des Kurtheaters.
 Stadträtin und Badenfahrt-OK-Mitglied Sandra Kohler, links, und Theaterstiftungs-Präsidentin Antonia Stutz am Spatenstich zum Umbau des Kurtheaters.

Spatenstich Kurtheater Baden

Alex Spichale

Der Aussenbereich ist vom Baukredit des Um- und Erweiterungsbaus nicht umfasst.» Die Stufen seien in einem sehr schlechten Zustand. «Zudem möchten wir das Zelt wieder anbringen, das 2002 für die Jubiläumsproduktion des Kurtheaters auf der Freilichtbühne angeschafft wurde.»

Unter der neuen künstlerischen Leitung – nach der Wiedereröffnung des Theaters im Jahr 2020 – wolle man auch den Aussenbereich des Theaters aus seinem Dornröschenschlaf wecken. Mit dem Zelt könne man diesen auch bei schlechtem Wetter nutzen und bespielen. Es könne allerdings sein, dass der Betrag des Badenfahrt-OKs nicht ganz ausreiche, um den Aussenbereich zu sanieren, sagt Antonia Stutz. Es sei eine Aussenbeleuchtung nötig, welche ebenfalls nicht im Baubudget des Umbaus enthalten sei.

Auch die Auflagen der Denkmalpflege für die Abspannungen des Zeltes seien noch nicht klar. Es bestehe deshalb die Möglichkeit, dass die Theaterstiftung auf einen Zusatzkredit der Stadt Baden angewiesen sein werde. Die grosszügige Unterstützung des Badenfahrt-OKs sei «ein super Start für die Sammelaktion».

Ohne Theater keine Badenfahrt

Mit der Badenfahrt-Spende an das Kurtheater wird eine Tradition fortgesetzt, die 1923 ihren Anfang nahm. Die Sammlung für den damaligen Theaterumbau war der Anlass, die Badenfahrt in ihrer heutigen Form überhaupt erst zu erfinden. Um für den Umbau des alten Stadttheaters Geld zu sammeln, veranstaltete die «Gesellschaft der Biedermeier» 1923 die erste moderne Badenfahrt. Aus dem Reingewinn wurden für damalige Verhältnisse stolze 19'857 Franken zu einem Fonds angelegt. Im folgenden Jahr wurde die Theaterstiftung gegründet.

Die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg verzögerten den geplanten Umbau. 1928 wurde das baufällige Stadttheater am Theaterplatz abgerissen und man entschied sich stattdessen für einen Neubau des Kurtheaters. Dieses war 1881 als unbeheizbares Sommertheater im Kurpark erbaut worden.

Nach der Badenfahrt 1947 floss wiederum ein stattlicher Betrag an die Theaterstiftung. 1952 konnte das Kurtheater dann in das neue Haus von Architektin Lisbeth Sachs einziehen. Es war der erste Theaterneubau der Nachkriegszeit im deutschen Sprachraum.

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