Aarau
«Zu wenig Parkplätze» und «unpassende Hochhäuser»: Das sagen die Parteien zu den Stadion-Plänen

Die Aarauer Parteien haben Stellungnahmen zu den Stadion-Plänen eingereicht. Bereits heute dürfte klar sein: Die Diskussion im Einwohnerrat wird heiss.

Nadja Rohner
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Das HRS-Projekt im Torfeld sieht vier Hochhäuser vor.Bild: zvg

Das HRS-Projekt im Torfeld sieht vier Hochhäuser vor.Bild: zvg

© 2014 nightnurse images, Zürich

Viel wurde geschrieben, geplant und geredet rund ums Torfeld Süd. Um die Bauherrin HRS, den FC Aarau, die vier Wohntürme, die Raum für bis zu 1200 Menschen bieten sollen. Was das Volk allerdings will, das wurde erst in der Mitwirkung zum «Gestaltungsplan Torfeld Süd» gefragt, die von Mitte August bis zum 1. Oktober öffentlich auflag.

Was das politische Aarau von den Plänen hält, ist nun mehrheitlich bekannt. Die Parteien haben ihre Stellungnahmen eingereicht. Bereits ist absehbar, dass die Debatte im Einwohnerrat im kommenden Frühling heiss werden wird. Einigkeit herrscht eigentlich primär in Bezug auf die vorgesehenen Räumlichkeiten für Kindergarten (zwei Abteilungen), Tagesstrukturen (drei Abteilungen) und Gemeinschaftszentrum. Auch das Thema Frei- und Grünflächen – beziehungsweise: der Mangel daran – kommt in den meisten Stellungnahmen vor und wird ähnlich beurteilt.

Grosse Unterschiede weisen die Forderungen etwa bezüglich Parkplätzen auf (geplant sind rund 800). Und: bezüglich Anteil an gemeinnützigem Wohnungsbau. Hier strebt der Stadtrat einen Anteil von 20 Prozent an.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions in Bildern:

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.
35 Bilder
1985: Cupsieg und Erkenntnis Der FC Aarau feiert 1985 seinen bisher einzigen Cupsieg. Vier Jahre spielt der FCA schon in der Nationalliga A. Es wird klar: Für die höchste Spielklasse ist das Brügglifeld zu klein.
1994: Erstes Projekt Sie nennen es "Vision 2002": Architekt und Ex-Fc-Aarau-Präsident Ernst Lämmli sowie Bauingenieur und Landbesitzer Peter Zubler wollen in Schafisheim ein Stadion in der Kiesgrube bauen. Für 30 Millionen Franken und 20'000 Zuschauer, inklusive Casino.
2000: Mittellandarena Der Gestaltungsplan Mittellandpark wird erarbeitet. Er umfasst das Stadion «Mittellandarena», ein grosses Shopping-Center und Büros. 2006 soll im 70-Millionen-Franken-Stadion im Torfeld Süd gekickt werden.
2001: "Vision 2002" am Ende Das weit fortgeschrittene Projekt scheitert an der Finanzierung, Zonenvorschriften und dem Widerstand "von ein paar wenigen im Verein", wie Lämmli (rechts) in einem Interview sagt.
2003: Mittellandpark nimmt erste Hürde Der Aarauer Einwohnerrat heisst einen Kredit von 900'000 Franken für die Planung des Mittellandparkes deutlich gut.
2005: Niederlage an der Urne Das Aarauer Stimmvolk lehnt das 25-Millionen-Darlehen der Stadt für den Mittellandpark ab. Eine Umfrage ergibt, dass sich die Ablehnung primär gegen das Einkaufszentrum richtet. Wenig später geben die Initianten auf.
2006: Standort Buchs Neben der Sanierung des Brügglifelds und dem Torfeld Süd (Mittellandpark) kommen zwei neue Varianten aufs Tapet. Beide sehen Standorte in Buchs vor: Lostorf und die Obermatte.
2007: Torfeld Süd setzt sich durch Der Aarauer Einwohnerrat genehmigt im Juni einen Kredit von 1,6 Millionen Franken für ein Stadion mit Mantelnutzung im Torfeld Süd. Die Einkaufsfläche ist gegenüber dem Mittellandpark halbiert. Ebenfalls zur Diskussion steht die Buchser Obermatte. Sie findet lediglich bei einer linken Minderheit Anklang. Das Stimmvolk segnet den Kredit im Herbst ab.
2008: Volk sagt Ja Der Souverän der Stadt Aarau stimmt deutlich für einen Betrag von 17 Millionen Franken für ein neues FCA-Stadion im Torfeld Süd. Bauherrin ist die private HRS AG. Vorbild für das Stadion soll die Neuenburger "Maladière" sein (Bild). Insgesamt kostet das Stadion 36 Millionen Franken.
2009: Einsprachen Gegen Gestaltungsplan und Stadion-Baugesuch gehen 41 Einsprachen ein.
13.5.2010: Abstieg Schock für den FC Aarau: Der "unabsteigbare" Klub muss nach einem 1:4 gegen GC und dem gleichzeitigen Sieg von Bellinzona den Gang in die Challenge League antreten. David Marazzi (Bild) wird von seinen Emotionen überwältigt.
13.6.2010: Erneuter Abstimmungserfolg Die Nutzungsplanung "Torfeld Süd" schafft auch die letzte politische Hürde. In einer Referendumsabstimmung heisst das Volk die Spezialzone mit einer Ja-Mehrheit von 69,5 Prozent gut. Das Stadion könnte jetzt eigentlich gebaut werden. Wenn da nicht die Einsprachen wären.
23.2.2011: Kein Asyl für GC Mitten in die Stadionplanung platzt die Meldung, dass die Grasshoppers mit einem Umzug nach Aarau liebäugeln. Die Miete im Letzigrund ist GC zu hoch. Der FCA ersucht den Stadtrat, den Zürchern Asyl zu gewähren – wegen Synergien im geplanten Stadion. Der Stadrat lehnt das Begehren ab. Grund: Die Zusatzbelastung wäre für das Volk nicht zumutbar. Bild: Aarau's Michele Polverino, links, fällt nach im Zweikampf mit GC's Rolf Feltscher im Brügglifeld.
11.5.2011: Einsprachen abgelehnt Jetzt ist der Aargauer Regierungsrat an der Reihe: Die Kantonsregierung weist die verbliebenen Beschwerden vom Sommer 2009 ab und genehmigt sowohl die Spezialzone Torfeld Süd als auch den Gestaltungsplan. Mehrere Bewohner des Aarauer Gönhard-Quartiers ziehen ihre Beschwerde ans kantonale Verwaltungsgericht weiter.
9.12.2011: HRS muss Projekt erneuern Nach dem Entscheid des Einwohnerrates vom 14. November 2011, auf die Realisierung von polysportiven Mantelnutzungen im Stadionkomplex zu verzichten (zu teuer), muss die HRS das Projekt überarbeiten. Das Baugesuch muss ein zweites Mal aufgelegt werden. Die Grundeigentümerin Mobimo rechnet mit der Inbetriebnahme des Stadions im Jahr 2015.
2012: Stadionprojekt komplett überarbeitet Weil gegen das erste Baugesuch viele Einsprachen eingingen, präsentiert die HRS ein völlig überarbeitetes Projekt (Bild). Es ist der dritte Anlauf für ein Stadion im Torfeld Süd. Gegen das neue Projekt gehen vier Einsprachen ein. Drei werden später nach langen Verhandlungen zurückgezogen.
2013: Aufstieg Erfolg auf dem Rasen: Der FC Aarau steigt nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit in die Super League auf.
2014: Durchbruch und neue Sorgen Der FCA jubelt: Der Stadtrat erteilt die lang ersehnte Baubewilligung für das Stadion. Doch neues Ungemach folgt sogleich: Der letzte verbliebene Einsprecher reicht Beschwerde gegen die Baubewilligung ein. Er wird als Stadionverhinderer landesweit bekannt, weil der "Blick" seine Identität teilweise aufdeckt. Er findet das geplante Einkaufszentrum zu gross.
2015: Beschwerde-Marathon 2015 ist das Jahr der Justiz im Fall Torfeld Süd: Der Aargauer Regierungsrat weist die Beschwerde des Anwohners am 21. Januar ab. Er zieht vor Verwaltungsgericht, unterliegt und gelangt ans Bundesgericht. Die Bundesrichter entscheiden vorerst, dass das laufende Verfahren keine aufschiebende Wirkung hat. Trotzdem warten Stadt und die Bauherrin HRS mit dem Baubeginn zu. Auch mit einem Ausstandsbegehren scheitert der Anwohner vor Verwaltungs- und Bundesgericht.
29.5.2015: Abstieg Der FC Aarau steigt in die Challenge League ab. Mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Thun verabschiedet sich der Klub in die Zweitklassigkeit. Bild: Sandro Burki (links) und Kollegen applaudieren zum letzten Mal in der Super League.
2016: Machtwort Das Bundesgericht weist die Stadionbeschwerde ab. "Endlich: Das Stadion kann gebaut werden", titelt die Aargauer Zeitung. Heute wissen wir: Es ging noch immer nichts.
1.5.2017: Plan B Wegen den Einsprachen, strengeren Auflagen der Liga und neuen Gesetzen kostet das Stadion nun 20 Millionen Franken mehr. Die HRS präsentiert darum den Plan B: kein Einkaufszentrum, dafür Hochhäuser für Wohnungen, Gewerbe und kleine Läden im Erdgeschoss.
15.11.2017: Stadion-Retter? Erster Auftritt von "meinstadion.ch": Die Initianten um den früheren FCA-Präsidenten Michael Hunziker (Bild Mitte) halten nichts vom Plan B. Sie wollen, dass der ursprüngliche Plan umgesetzt wird, damit die am 18. Mai 2018 ablaufende Baubewilligung nicht verfällt. Um das fehlende Geld aufzutreiben, haben sie unter anderem ein Crowdfunding lanciert. Vier Millionen Franken sollen so zusammenkommen.
26.2.2018: Millionenstrafe gefordert "meinstadion.ch" fordert eine Konventionalstrafe von mindestens 5 Millionen Franken für die HRS, sollte diese ihrer Pflicht, dem Stadionbau, nicht nachkommen. HRS hat ein bewilligtes Stadion-Projekt, will aber statt eines Einkaufszentrums Hochhäuser bauen.
6.3.2018: Plan C HRS und "meinstadion.ch" skizzieren einen Plan C. In einer Mitteilung heisst es: "Eine Zwischenfinanzierung soll es ermöglichen, den Stadionbau vom Vorliegen von rechtskräftigen Baubewilligungen von Hochhäusern zu entkoppeln." Damit könnte mit dem Stadionbau begonnen werden, auch wenn für die Hochhäuser keine Baubewilligung vorliegt. Plan C würde rund 40 Millionen Franken kosten. Und Junioren müssen nicht mehr Kissen auf die Sitzflächen der besseren Plätze im Brügglifeld legen.
21.3.2018: Gemeinsam für Plan B Stadt, Bauherrin HRS, FCA und "meinstadion.ch" geben an einer gemeinsamen Medienkonferenz das Versprechen ab: Wir ziehen jetzt alle am gleichen Strick, am Strick Plan B (Stadion mit Hochhäusern). Darum braucht es eine erneute Abstimmung über die BNO-Revision (Bau- und Nutzungsordnung). Ein Ja ist die Voraussetzung für das neue Stadion. Die Bauherrin HRS unterstützt den FCA ausserdem in den nächsten fünf Jahren mit einer Million Franken, zusätzlich zu den bisher jährlich 70'000 Franken.
Plan B: Das Stadion mit Hochhäusern.
31.8.2018: Neues Baugesuch eingereicht Das Baugesuch des angepassten Projekts für das Stadion liegt auf dem Tisch der Aarauer Verwaltung. Das komplette Gesuch für das angepasste Stadion umfasst 20 Büroschachteln. Der Baubeginn für das Stadion erfolgt erst, wenn für die neben dem Stadion geplanten vier Hochhäuser eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt. Voraussetzung dafür ist, dass das Volk der BNO-Revision zustimmen wird.
7.2.2019: Bundesgericht hebt Urteil auf Das Bundesgericht heisst eine Beschwerde von sechs Personen gegen ein Urteil des Aargauer Verwaltungsgericht gut. Dieses hatte eine fristgerechte Eingabe der Beschwerdeführer nicht berücksichtigt. Es hatte den Fehler selbst bemerkt und vor Bundesgericht beantragt, dass die Beschwerde gutgeheissen wird.
3.5.2019: Stadion-Gegner blitzen beim Aargauer Verwaltungsgericht ab Das Aargauer Verwaltungsgericht weist drei Beschwerden zur Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ab. Darunter auch jene, die es zum zweiten Mal bearbeiten musste, weil es beim ersten Mal das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt hatte. Das Bundesgericht hatte das Urteil darum aufgehoben. Das Stadion geht frühestens in der Saison 2022/2023 in Betrieb.
16.8.2019: Politiker aus dem links-grünen, vereinzelt auch aus dem bürgerlichen Lager lancieren überraschend eine Volksinitiative für einen neuen Stadion-Standort – die Buchser Obermatte kommt wieder ins Gespräch.
26.8.2019: Der Aarauer Einwohnerrat heisst die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung und den 17-Millionen-Kredit gut. Damit steht der Volksabstimmung im November 2019 nichts mehr im Weg. Im Bild: FDP-Fraktionschef Yannick Berner im FCA-Dress.
24.11.2019: Die Stadt Aarau sagt zu beiden Abstimmungen bezüglich Stadion im Torfeld Süd mit 61 Prozent Ja. Die Auflage der Baugesuche für Stadion, Hochhäuser und Zwischenbau ist frühestens nach den Sommerferien 2020 realistisch.
5.6.2020: Die Auflage des Baugesuches verzögert sich, das Verfahren ist anspruchsvoll und der Druck der Stadion-Gegner weiterhin gross. Es könnte darum sein, dass das Aarauer Stadion erst 2028 steht.

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.

zvg/nightnurse images, Montage: AZ

«Generelles Unbehagen»

Die Grünen begrüssen «die neu hinzugekommenen 2000-Watt-Vorgaben» sowie den festgelegten Anteil gemeinnützigen Wohnungsbaus. Aber: Es bleibe das «generelle Unbehagen, dass die gesamte Arealentwicklung auf das Stadion abgestimmt und diesem untergeordnet ist». Als «unbefriedigend» bezeichnen die Grünen die Anordnung der Hochhäuser, die «nicht aufgrund eines städtebaulichen Gesamtkonzepts entstanden ist, sondern aufgrund der wirtschaftlichen Interessen des Investors und der Vorgaben des Stadions».

Bezüglich Grünräumen bestünden kaum Vorgaben bezüglich ökologischer Qualität. Punkto Verkehr fordern die Grünen, dass die Vorgaben zum Parkplatzangebot «verschärft» würden («autofreies Wohnen») und dass bessere Bedingungen für den Veloverkehr geschaffen werden. Konkret schwebt den Grünen etwa vor, dass die geplante – und bereits bewilligte – Passerelle über die SBB-Geleise ins Torfeld Nord «durch eine Fussgänger- und Velorampe zu erschliessen» sei.

«Freiräume zu knapp»

Ähnlich wie die Grünen sieht die SP «die Entwicklung im Torfeld Süd im Grundsatz kritisch», weil sie «aus einer kurzfristigen Investoren- und Immobilienlogik heraus» und im Umfeld einer «schwierigen Koppelung von Interessen und räumlichen Bedingungen» betrieben werde. Die Hochhaus-Wohnungen würden «nicht die heute zeitgemässen Wohnqualitäten aufweisen und die Türme passten «aufgrund ihrer Massigkeit» nicht ins Aarauer Stadtbild.

Die SP fordert einen Mindestanteil von 30 Prozent Genossenschaftswohnungen, «um langfristig eine gute soziale Durchmischung und Diversität zu erreichen». Ausserdem, so die Sozialdemokraten, soll sich der Stadtrat mit «kreativen Lösungen» beschäftigen. Etwa mit einem Generationenhaus. Die SP will ausserdem «bedarfsgerechte Velounterstände mit Platz für Anhänger», insgesamt weniger Parkplätze und «lenkungswirksame Parkgebühren». Und: «Es ist festzuhalten, dass die Freiräume zu knapp bemessen sind und diese Tatsache auch nicht mit entgegengerichteter Kommunikation verbessert werden kann.»

Oberstufe in Hochhaus?

Die EVP hält fest, es gehe «schon lange nicht mehr nur um Stadion und Hochhäuser»: «Hier findet Quartierentwicklung statt.» Die Partei findet es «positiv», dass die Hochhäuser abgestufte Höhen haben. Den Anteil Begegnungs- und Freiflächen findet auch die EVP zu gering: Man wolle auf keinen Fall eine «Teer-Wüste». Die Partei will sich dafür einsetzen, «dass die Stadt in einem der Hochhäuser die Platzierung der Oberstufe prüft». Denn aus Sicht der EVP eigne sich der Standort «hervorragend» für eine neue Oberstufen-Schule. Zudem, so die EVP, wäre an diesem Standort auch begleitetes Alterswohnen denkbar.

«Nicht übermässig einengen»

Die FDP schreibt in ihrer Stellungnahme: «Wir wehren uns gegen weitere einschränkende Vorschriften und zusätzlichen Administrativaufwand.» Man wolle den Handlungsspielraum für die Realisierung von Projekten «nicht übermässig einengen» und die Vorgaben an spätere Mieter und Nutzer möglichst gering halten. Gerade bei der Umsetzung der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft auf dem Areal sieht die FDP «grosses Potenzial zur Vereinfachung» und zur Reduktion des administrativen Aufwands.

Die FDP schlägt vor, den vorgeschriebenen Anteil gemeinnützigen Wohnungsbaus auf 10 Prozent zu beschränken. Eine zu hohe Quote sei «der angestrebten Mieterschaft in den Liegenschaften (Pendler/gute Steuerzahler) nicht förderlich», heisst es weiter in der Stellungnahme. Ausserdem habe sich die Aarauer Bevölkerung letztes Jahr bei der Urnenabstimmung über die Wohnbauinitiative «deutlich gegen übermässige Förderung von gemeinnützigem Wohn- und Gewerberaum ausgesprochen». Auch will die FDP verhindern, dass ein Zwang zur Vermietung von Parkplätzen festgeschrieben wird. «Es soll jedem Arbeitgeber überlassen sein, ob er seinen Angestellten den Parkplatz vermietet oder gratis zur Verfügung stellt.»

Mehr Parkplätze für den FC

Die SVP hat sich schliesslich kurz gefasst: Sie fordert einzig, die Anzahl der fixen Parkplätze für den FC Aarau seien von 15 auf 30 Stück zu erhöhen. Alleine das Kader der Mannschaft bestehe aus 23 Spielern, hinzu komme der Staff, heisst es in der Begründung. «Diesen Personen zu diktieren, mit dem öV zum Spiel oder zu ihrer Arbeit zu gelangen, ist nicht akzeptabel.» Ausserdem habe der FCA heute schon 30 Parkplätze zur Verfügung, und das Kapitel «neues Stadion» solle «eine Verbesserung und kein Rückschritt sein».

Dass die SVP nur zu einem einzigen Thema Anmerkungen hat, ist überraschend. Der Meinungsbildungsprozess innerhalb der Fraktion sei noch nicht abgeschlossen, es gebe sowohl Befürworter als auch kritische Stimmen, sagt Simon Burger. Man gehe davon aus, dass die übrigen Eckpunkte wie gemeinnütziger Wohnungsbau, Kindergärten oder 2000-Watt-Gesellschaft mit der Bauherrin HRS abgesprochen seien. «Wenn das Projekt für die HRS auch mit diesen Auflagen wirtschaftlich realisiert werden kann, so kann uns das recht sein. Wir verfolgen aber mit Sorge, wie diverse Interessensgruppen alle ihre Partikularinteressen in das Projekt einzubringen versuchen. Damit läuft man Gefahr, den Bogen zu überspannen.»

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