«Blumen für die Kunst»
Wegen Corona: "Wir gehen von gewichtigen Einbussen aus"

Die coronabedingt massive Einschränkung in der Besucherzahl hat die Ausstellung "Blumen für die Kunst" im Aargauer Kunsthaus finanziell getroffen. Inhaltlich können die Veranstalter der reduzierten Ausgabe aber durchaus auch Positives abgewinnen.

Nadja Rohner
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Blumen für die Kunst 2020 / PageGallery Bildstrecke
32 Bilder
Florale Interpretation: Regula Guhl, Zürich – Werk: Meret Oppenheim, Dunkle Berge, rechts gelb-rote Wolken, 1977–1979
Florale Interpretation: Frank Wössner und Alessandro Palumbo, Basel – Werk: Ferdinand Hodler, Der Niesen vom Heustrich aus, 1910
Florale Interpretation: Yoann Grezet, Genf – Werk: Ingeborg Lüscher, Ohne Titel. I F – XIII – XVII, 1995 (Serie)
Florale Interpretation: Claudia Lischer und Annina Ruch, St. Moritz – Werk: Giovanni Segantini, Paesaggio alpino / Berglandschaft, 1898–1899
Florale Interpretation: Marco Weisskopf, Zürich – Werk: Hermann Scherer, Im Baumgarten, 1925–1926
Florale Interpretation: Silvana Hassler, Koppigen – Werk: Édouard Vallet, Le matin à la montagne (Savièse au Valais), 1912
Florale Interpretation: Severin Stadler, Basel – Werk: Alexandre Calame, Staubbach, 1837
Florale Interpretation: Katja Schläfli, Budapest – Werk: Oscar Lüthy, Die Musizierenden, o. J.
Florale Interpretation: Milena Seeberger, Knonau – Werk: René Auberjonois, Tänzerin mit entblössten Schenkeln (Danseuse aux cuisses nues), 1950
Florale Interpretation: Annika Junghans, Amriswil – Werk: Cuno Amiet, Mondnacht auf dem Meer, 1892
Florale Interpretation: Marcel Gabriel, Sempach – Werk: Rosina Kuhn, Esalen, 2016
Florale Interpretation: Verena Laufer, Engen – Werk: Verena Loewensberg, Ohne Titel, 1957
Florale Interpretation: Elsbeth Leuenberger und Anita Schibli, Hausen – Werk: Ernst Ludwig Kirchner, Erna mit Japanschirm (Japanerin), 1913
Florale Interpretation: Isabelle Becker, Zug – Werk: Heiny Widmer, Vierbild über den tieferen Grund der Dinge, o. J.
Und nun noch Bilder zu den Aufbauarbeiten im Aargauer Kunsthaus Aarau.
Yoann Grezet am Werk des Künstlers Ingeborg Lüscher mit dem Titel Ohne Titel I F.
Yoann Grezet am Werk des Künstlers Ingeborg Lüscher mit dem Titel Ohne Titel I F.
Silvana Hassler mit ihrem Werk des Künstlers Edouard Vallet Le matin à la montagne.
Silvana Hassler mit ihrem Werk des Künstlers Edouard Vallet Le matin à la montagne.
Silvana Hassler mit ihrem Werk des Künstlers Edouard Vallet Le matin à la montagne.
Silvana Hassler mit ihrem Werk des Künstlers Edouard Vallet Le matin à la montagne.
Severin Stadler an der Arbeit beim Bild des Künstlers Alexandre Calame mit dem Titel Staubbach.
Annika Junghans am Werk des Künstlers René Auberjonois mit dem Titel Tänzerin mit entblössten Schenkeln.
Ferdinand Hodlers Werk Der Niesen vom Heustrich aus gestaltet von den Floristen Frank Wössner und Alessandro Palumbo.
Severin Stadler an der Arbeit beim Bild des Künstlers Alexandre Calame mit dem Titel Staubbach.
Die Aufbauarbeiten zur Ausstellung Kunst und Blumen im Aargauer Kunsthaus in Aarau laufen auf vollen Touren.
Marco Weisskopf und Team am Aufbau beim Bild von Hermann Scherer mit dem Titel Im Baumgarten.
Marco Weisskopf und Team am Aufbau beim Bild von Hermann Scherer mit dem Titel Im Baumgarten.
Ferdinand Hodlers Werk Der Niesen vom Heustrich aus gestaltet von den Floristen Frank Wössner und Alessandro Palumbo.
Severin Stadler an der Arbeit beim Bild des Künstlers Alexandre Calame mit dem Titel Staubbach.

Blumen für die Kunst 2020 / PageGallery Bildstrecke

Chris Iseli

Im Aargauer Kunsthaus in Aarau ist am Sonntag die Ausstellung "Blumen für die Kunst" zuende gegangen. Die Ausgabe 2020 war überschattet vom Corona-Virus und fand nur in einer reduzierten Ausgabe statt. Waren es im 2019 noch 18'000 Besucherinnen und Besucher, dürften es dieses Jahr nur etwa ein Drittel davon gewesen sein. "Pro Tag waren während der Ausstellung weniger als 1000 Personen im Kunsthaus – die Auflagen der Gesundheitsbehörden des Kantons wurden also eingehalten", sagt Christina Omlin, Mediensprecherin des Kunsthauses. Die genauen Zahlen werden am Dienstag bekannt gegeben.

Die geringere Besucherzahl geht mit finanziellen Einbussen einher. Noch könne man den Schaden nicht beziffern, erklärt Omlin. "Was sich schon sagen lässt: Die Massnahme für die Reduzierung der Besucherzahl kam kurz vor Ausstellungsbeginn und so konnten bereits erteilte Aufträge nicht mehr zurück gezogen werden. Wir gehen deshalb von gewichtigen Einbussen aus. Die finanziellen Folgen müssen gemeinsam mit dem Kunstverein und dem Kanton diskutiert werden."

Wegen der kantonalen Vorgaben war nicht nur die Tageskasse geschlossen. Auch bereits gekaufte Tagestickets, die nur einen Eintritt, aber nicht noch einer Zusatzveranstaltung wie etwa eine Führung umfassten, waren nicht gültig. Das Kunsthaus versuchte zwar noch, das rechtzeitig breit zu kommunizieren, erreichte aber offenbar mit der Botschaft nicht alle. "Die meisten Besucher und Besucherinnen zeigten Verständnis für die besondere Lage, welche die Umstellung auf den reduzierten Ausstellungsbetrieb nötig machten", sagt die Mediensprecherin. "Personen, die trotzdem oder von weit her angereist waren, zeigten sich allerdings weniger zufrieden." Für diese hatte das Tourismusbüro aarau info spezielle Stadtführungen angeboten, welche gratis besucht werden konnten. Mehrere Aarauer Restraurants führten zudem Sonderangebote.

Immerhin – wer die Ausstellung besuchen konnte, hatte dieses Jahr besonders viel davon: "Die Reduktion des Publikums auf 1000 Personen pro Tag war drastisch", sagt Omlin. "Die Einschränkung kam jedoch dem Vermittlungsangebot – Führungen, Workshops, Talks, und so weiter – zugute. Es hat uns nochmals vor Augen geführt, dass weniger Personen in der Ausstellung auch eine eingehendere und vertiefte Auseinandersetzung mit Kunst und Blumen ermöglicht hat." Das Publikum habe sich ausserdem dankbar gezeigt für die digitalen Möglichkeiten wie Videorundgänge und Online-Fotogalerien, mit welchen die Ausstellung virtuell zugänglich gemacht worden seien.

Für die Floristinnen und Floristen, die sich über Monate auf die Ausstellung vorbereitet haben und für die eine Einladung, bei "Blumen für die Kunst" mitzuwirken, eine grosse Ehre ist, muss die massiv eingeschränkte Ausgabe ein Dämpfer gewesen sei. Christina Omlin sagt jedoch, sie das Kunsthaus habe von diesen Mitwirkenden nur positive Rückmeldungen erhalten, wonach die Veranstalter unter den gegebenen Umständen das Maximum herausgeholt hätten: "Sie waren erfreut, dass die Ausstellung trotzdem stattfinden konnte."

Wer dieses Jahr die Ausstellung nicht besuchen konnte, kann sich bereits ein Datum notieren: "Wir schauen voraus und freuen uns schon jetzt auf die achte Ausgabe von Blumen für die Kunst vom 9. bis 14. März 2021", verkündet Omlin.

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