Aarau
Rettung des Mitteldamms: Verein «prüft» Einsprache

Organisation zur Rettung des Mitteldamms oberhalb des Aarauer Kraftwerks gibt ihr Paradies nicht kampflos auf.

Nadja Rohner
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Der schmale Mitteldamm (rechts) soll weg.

Der schmale Mitteldamm (rechts) soll weg.

Bild: Michael Küng

Er werde «nochmals mit dem Verein sprechen», sagte Hans-Kaspar Scherrer, CEO der Stromversorgerin Eniwa, letzte Woche im SRF-Regionaljournal. Gemeint ist der Verein «Rettet den Mitteldamm»; und im Zentrum der Diskussion steht eben jener Mitteldamm oberhalb des Aarauer Kraftwerks. Der soll im Zuge der Kraftwerkserneuerung weg, weil dadurch Strömungsverluste minimiert werden und letztlich durch eine Vergrösserung des Fliessquerschnitts die Stromerzeugung effizienter wird. So steht es im derzeit aufliegenden «Gesuch um Projektgenehmigung».

Der Verein «Rettet den Mitteldamm» hat sich nun mit einer «Presseerklärung» zu Wort gemeldet. Und er macht klar, dass er noch immer nichts vom Projekt in der heutigen Form hält: «Um etwa drei bis vier Prozent mehr Strom zu produzieren, nimmt die Eniwa nicht nur rund 15 Millionen Franken Mehrkosten in Kauf» – total aktuell 144 Mio. Franken –, «sondern sie will dafür auch noch ein hochwertiges Erholungsgebiet, einen vielfältig gewachsenen Natur- und Lebensraum zerstören». Spa-zierende, Naturfreunde und Schwimmerinnen würden «einen attraktiven, romantischen» Erholungsraum verlieren, Biber, Fische und Vögel ihren Lebensraum, schreibt der Verein weiter. Die Gretchenfrage ist: Kann er etwas dagegen tun?

Kraftwerk als «Teil einer intelligenten Symbiose»

Der Verein werde «zusammen mit den Verbänden und Anwohnerinnen und Anwohnern das Konzessionsgesuch genau analysieren und prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Einsprache gegeben sind», heisst es in der Mitteilung. Im Vordergrund stünden dabei Fragen zur mittel- und langfristigen Wirtschaftlichkeit («Kann man mit den gleichen finanziellen Mitteln nicht viel mehr nachhaltigen Strom erzeugen, beispielsweise mit Solaranlagen?») oder zur Verhältnismässigkeit «der geplanten Eingriffe in die Natur und das Ortsbild».

Der Verein will auch wissen, ob die geplante Kraftwerk-Technologie insbesondere im Hinblick auf den Fischschutz dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Und auch, ob das Projekt den Anforderungen des Umweltschutzgesetzes entspricht, «das mindestens eine vollständige Kompensation der Umwelt­zerstörungen zwingend vorschreibt».

Der Verein schreibt weiter, er sei «ein überzeugter Anhänger» eines Kraftwerks als «Teil einer intelligenten Symbiose» von Stromproduktion, Naherholungs- und Lebensraum. Und er führt an, «dass die technologischen Entwicklungen im Kraftwerkbau und in der Solartechnik in den letzten drei bis vier Jahren sehr grosse Fortschritte gemacht haben und zudem die Rolle von Flusskraftwerken mitten im Siedlungsraum sorgfältig überdacht und neu definiert werden muss».