Aarau
Tore schiessen mit Sandro Burki: 400 Junioren am «Family Day» im Brügglifeld

Am «Family Day» im Stadion Brügglifeld tschutteten 400 Junioren – die 1. Mannschaft des FC Aarau organisierte den Tag.

Ann-Kathrin Amstutz
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FC Aarau-Captain und Organisator des «Family Day» Sandro Burki posiert mit Tochter Joana, Gottemeitli Michelle, Chiara und Elias. (v. l.)

FC Aarau-Captain und Organisator des «Family Day» Sandro Burki posiert mit Tochter Joana, Gottemeitli Michelle, Chiara und Elias. (v. l.)

Ann-Kathrin Amstutz

Einmal im Stadion spielen zu können, vor Hunderten von Zuschauern: Davon träumt wohl jeder Fussballjunior. Am «NAB Family Day» im Brügglifeld wurde dieser Traum für knapp 400 Junioren Wirklichkeit. 36 Teams aus der Region massen sich auf dem legendären Rasen. Für einmal war der Platz in acht kleine Spielfelder unterteilt – «in der Grösse genau richtig für die Junioren: Es gibt viele Ballkontakte und Tore», sagt Sandro Burki (32).

Der FC Aarau-Captain hatte die Idee zum «Family Day». Eines Tages schlug er der Mannschaft vor, ein Turnier für die Junioren zu organisieren. «Die Spieler waren sofort dafür», sagt der Captain. Und so nehmen die FCA-Stars am «Family Day» eine ganz neue Rolle ein: Sie sind am Bratwurststand mit der Grillzange in der Hand, hinter der Kiosktheke oder als Schiedsrichter auf dem Platz anzutreffen. Daneben haben sie Zeit für Autogramme oder einen kurzen Schwatz, lachen und scherzen mit den Fans.

Für einmal spielt Sportchef Raimondo Ponte (rechts) gegen den FCA: Im Plauschmatch düpiert er Rainer Bieli, die FCA-Stürmerlegende.

Für einmal spielt Sportchef Raimondo Ponte (rechts) gegen den FCA: Im Plauschmatch düpiert er Rainer Bieli, die FCA-Stürmerlegende.

Ann-Kathrin Amstutz

Legenden tschutten im Gewitter

«Das Ziel ist, einen Tag für die Kinder zu organisieren und ihnen eine Freude zu machen», sagt Sandro Burki. Als Organisator und Ansprechperson eilt er nonstop durchs Stadion, hilft da, eine Kabine zu finden, packt dort mit an.

Michaël Perrier (28), FCA-Mittelfeld Als ich selbst im Juniorenalter war, wollte ich Skirennfahrer werden. Doch mit 16 Jahren stimmten die Resultate nicht mehr. Ein Kollege lud mich ins Probetraining beim FC Lugano ein. So begann meine Karriere – hier in Aarau haben wir eine tolle Truppe.
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Rolf Fringer (60), FCA-Meistertrainer Die Stimmung hier ist sehr schön. Der Anlass bringt eine Win-Win-Situation: Die 1. Mannschaft engagiert sich und fördert die Junioren, welche die Zukunft des Vereins sind. So entstehen die Spieler, welche vielleicht in 15 Jahren in der 1. Mannschaft spielen.
Nils (8), Brügglikids-Goalie Ich habe heute schon ein Tor geschossen – ein Goaliegoal! Ich spiele seit zwei Jahren bei den Brügglikids. Heute ist meine ganze Familie da: Mami, Papi und meine zwei Schwestern, obwohl die eine Fussball überhaupt nicht gerne mag.
Lorenzo Bucchi (33), FCA-Goalie In Italien, meiner Heimat, ist Fussball wie eine Religion. Ich bin sehr dankbar, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen durfte. Den Junioren will ich mitgeben, dass sie nie aufgeben sollen, dass sie aber auch bereit sein müssen, Opfer zu bringen.
Riccardo (6), FC Gränichen Fussball ist mein Lieblingssport, deshalb will ich auch Profi werden. Wie Paulo Dybala von Juventus Turin. Ich mag es, weil wir einwärmen, rumspringen und Tore schiessen können. Dann macht Fussball Spass.
Patrick Rossini (29), FCA-Stürmer Ich hatte immer das Ziel, Profi zu werden, und habe dafür gekämpft. Obwohl es dieses Jahr nicht so gut gelaufen ist: Ich bin zufrieden mit meiner Karriere. Wichtig sind Personen, die dir Mut zusprechen: die Familie, aber auch der Trainer und der Sportchef.

Michaël Perrier (28), FCA-Mittelfeld Als ich selbst im Juniorenalter war, wollte ich Skirennfahrer werden. Doch mit 16 Jahren stimmten die Resultate nicht mehr. Ein Kollege lud mich ins Probetraining beim FC Lugano ein. So begann meine Karriere – hier in Aarau haben wir eine tolle Truppe.

Ann-Kathrin Amstutz

Am Mittag steht ein Highlight auf dem Programm: der Match zwischen FC Aarau-Legenden (gecoacht vom Meistertrainer 1993 Rolf Fringer) und dem FC Traktor von der Stiftung AZB Strengelbach für Menschen mit einer Behinderung. Die Tribüne im Brügglifeld ist rappelvoll. Johlen und Applaus von den Rängen übertönen sogar das Donnergrollen des Gewitters. Ausgerechnet bei Anpfiff beginnt es zu regnen und zu stürmen. Glücklich, wer das Geschehen von der trockenen Tribüne aus verfolgen kann.

Der schlagkräftige FC Traktor wird mit aktuellen FCA-Spielern und Sportchef Raimondo Ponte verstärkt. Dieser ist vorerst keine grosse Hilfe: Per Kopf trifft Ponte ins eigene Tor – 1:0 für den FC Aarau. Dann allerdings zeigt er, was er drauf hat: Ponte nimmt FCA-Legende Rainer Bieli gekonnt mit einem Übersteiger aus.

Als die Niederlage droht, versuchen es die Legenden mit der Brechstange. Vergeblich – der FC Traktor bringt den Sieg nach Hause. Mit wie vielen Toren, weiss niemand mehr – das ist an diesem Tag auch nebensächlich.

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