Ende Jahr (28.12.17 bis 1.1.18) kommen über 20 000 junge Christen aus ganz Europa in die Region Basel, um beim «Taizé-Treffen» – einem Jugendtreffen, das zum 40. Mal stattfindet – gemeinsam ihren Glauben zu feiern.

Doch die jungen Leute müssen irgendwo untergebracht werden. Und dafür sind die Kirchgemeinden in der Nordwestschweiz besorgt. Die beiden Erlinsbach haben angeboten, 50 Personen aufzunehmen – weniger geht nicht, weil sich sonst nicht genügend Leute für die öffentlichen Morgengebete und Gottesdienste in der Gastgebergemeinde einfinden. Eine Herausforderung für die katholischen und die reformierten Kirchgemeinden Erlinsbach AG und SO, die das Projekt gemeinsam angehen.

Mittlerweile sieht es gut aus: «Wir sind bei 75 Plätzen», sagt Mit-Organisatorin Sabine Gradwohl. Da die Suche nach Unterkünften in der gesamten Nordwestschweiz eher harzig verläuft, wie das Pfarrblatt «Horizonte» kürzlich berichtete, baten die Organisatoren des Taizé-Treffens die Erlinsbacher kurzerhand um die Aufnahme von insgesamt 100 Gästen – also 50 mehr als geplant.

Nun suchen die Erlinsbacher Kirchgemeinden also noch rund 25 weitere Gastgeber im Dorf oder einer Nachbargemeinde. Ein Gästebett ist nicht nötig, die jungen Leute bringen Matte und Schlafsack mit. Zwei Quadratmeter Boden genügen ihnen. Auch kulinarisch haben sie keine grossen Ansprüche, sie brauchen nur ein einfaches Frühstück und am 1. Januar ein Zmittag. Die Gäste sind tagsüber meistens in Basel.

Die Gastgeber müssen keine konfessionellen Vorgaben erfüllen: «Sie sollen den jungen Menschen ihre Herzen und Häuser öffnen und bereit sein zur Begegnung mit gläubigen Christen», so Gradwohl. «Das Treffen ist ausdrücklich offen für ‹kirchenferne› Christen, da die Gebete ausschliesslich biblische Bezüge haben.»

Die Taizé-Morgengebete werden in Erlinsbach am 29. und 30. Dezember in der katholischen Kirche durchgeführt. Ausserdem gibt es ein Friedensgebet am 31. Dezember um 23 Uhr. Alle Veranstaltungen – auch die in Basel – sind öffentlich. «Ein Taizé-Gebet besteht etwa zur Hälfte aus kurzen, meditativen Gesängen, die mindestens zehnmal wiederholt werden», erklärt Sabine Gradwohl. «Dazu kommt eine kurze Bibelstelle, die in mehreren Sprachen wiederholt wird, fünf Minuten Schweigen, ein Psalm, Fürbitten und das Vater Unser.»

Das Organisationskomitee hofft, dass viele Menschen aus der Region an den Gebeten in Erlinsbach und Basel teilnehmen. Es werden Teilnehmerkarten verkauft, die eine SBB-Fahrkarte sowie Verpflegung in Basel für alle Tage des Treffens beinhalten.