Staffelbach
Das Dorf freut sich über eine neue Chronik – auch ohne Dorffest

Eigentlich hätte Staffelbach 2020 mit einem Dorffest und einer neuen Dorfchronik das 800-jährige Bestehen feiern wollen. Corona hat das verhindert. Auch dieses Jahr ist noch nichts mit Festen, doch die Chronik ist da. Und mit ihr der Doffestwein.

Peter Weingartner
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Markus Widmer-Dean übergibt die Chronik an Gemeindeammann Max Hauri.

Markus Widmer-Dean übergibt die Chronik an Gemeindeammann Max Hauri.

Peter Weingartner / Aargauer Zeitung

In der Bergwirtschaft «Ufem Chalt» hat Autor Markus Widmer-Dean am Samstag das 224 Seiten starke Werk dem Staffelbacher Gemeindeammann Max Hauri und damit der Gemeinde übergeben.

Widmer-Dean konnte sich auf die Mitarbeit einer vierköpfigen Chronikkommission abstützen. So brachte Ruedi Müller als Landwirt sein Wissen auch über die Flurnamen und den Forst ein. Priska Hauri war als Spezialistin für die Sandsteinbrüche gefragt, während Brigitte Hodel als langjährige Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung die Archive öffnete. Gemeinderätin Karin Hürzeler vertrat auch den Dorfteil Wittwil. Fotos, darunter viele Flugaufnahmen, steuerte Ruedi Hunziker aus Kölliken bei. Sie bilden ein wichtiges Element des Buches.

Die Chronikkommission – Ruedi Müller, Brigitte Hodel, Priska Hauri, Karin Hürzeler – und Martin Widmer-Dean.

Die Chronikkommission – Ruedi Müller, Brigitte Hodel, Priska Hauri, Karin Hürzeler – und Martin Widmer-Dean.

Peter Weingartner / Aargauer Zeitung

Mehr als blosse Fortschreibung früherer Chroniken

Der Sandsteinabbau mit überregionaler Bedeutung und Wittwil als zweitem Dorfteil seien zwei Spezialitäten Staffelbachs, sagte Markus Widmer-Dean. «Geschichte kann ich hier atmen», meinte er. Eine Folge relativ späten Wachstums: Prägende Bauten blieben erhalten.

Für die neue Schrift konnte man auf die Chroniken aus den Jahren 1958 und 1987 zurückgreifen. «Beide Darstellungen werden durch dieses Buch nicht ersetzt», sagte Widmer-Dean, denn sie konnten aus Platzgründen nicht vollständig integriert werden. Und dank Recherchen wurden frühere Lücken gefüllt.

Ein Lesebuch voller Fakten, Details und Zusammenhängen

Das Werk erlaubt «eine völlig freie Nutzung». Das heisst, man kann es an einer beliebigen Stelle aufschlagen und erfährt Interessantes. Beispiel? Ab Seite 140: Auswanderer aus Staffelbach und Wittwil, teils mit Namen der Zielorte und Schiffe. Oder Seite 80: Da wird 1593 eine Kathrin Gütt aus Staffelbach «wegen Falschmünzerei nach 24 Tagen Haft und drei Foltertagen vom Scharfrichter im Aabach ertränkt».

Man kann sich von den Kapiteln leiten lassen oder von den Bildern. Das anmächelig gestaltete Buch mit Texten, Dokumenten, Bildern, Karten und Grafiken bietet eine Gesamtdarstellung von den Anfängen bis heute und ist gegliedert in die Hauptteile Raum, Dorf und Gemeinde, Bevölkerung, Wirtschaft und Kirche. Ab Seite 196: Beizengeschichte. «Ufem Chalt», Ort der Buchübergabe, ist der einzige noch aktive Restaurationsbetrieb in Staffelbach. Und da kredenzte Wirtin Margreth Müller den eigenen Dorffestwein.

Margreth Müller mit dem eigenen Wein, dem Dorffestwein.

Margreth Müller mit dem eigenen Wein, dem Dorffestwein.

Peter Weingartner / Aargauer Zeitung

Am Sonntag konnte die Bevölkerung die Chronik an drei Posten im Dorf begutachten und für 30 Franken kaufen. Ab Montag ist sie auch auf der Gemeindeverwaltung zu haben.

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