Ohne Sponsoren
Stadt Aarau muss Planung des Stadionbetriebs weiter selbst bezahlen

Die Stadt und die Stadion Aarau AG treiben die Planung des Stadions voran. Doch weil ohne Baubewilligung keine Sponsoren gefunden werden können, gehen die Kosten voll zulasten der Stadt.

Sabine Kuster
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Visualisierung des geplanten Fussballstadions in Aarau.

Visualisierung des geplanten Fussballstadions in Aarau.

burkard meyer architekten

Die Idee wäre gut gewesen für die Aarauer Steuerzahler: Im Sommer 2014 beschloss die Stadt für die weitere Planung des neuen Stadions nur ein unverzinsliches, rückzahlbares Darlehen zu gewähren. So wurde es im Budget 2015 bewilligt.

Das Darlehen hätte die Stadion Aarau AG bekommen, welche fürs neue Stadion die Verträge regelt, das Konzept ausarbeitet sowie nach der Fertigstellung das Stadion von der Bauherrin HRS abkaufen wird.

Denn die Planung des Stadions kommt nun in eine Phase, für die nicht mehr alleine die Stadt zuständig ist. Dann nämlich, wenn es darum geht, die Bauphase zu begleiten und die Betriebsstruktur aufzubauen.

Sache der Stadt waren zum Beispiel die Zonenplanänderung, das Ausarbeiten der Sondernutzungsvorschriften oder die Verhandlung mit dem VCS und dem jetzigen Beschwerdeführer.

Ebenfalls zu ihren Pflichten zählt auch die Überführung des Vorvertrages der Stadion Aarau AG mit der HRS Real Estate AG in einen Hauptvertrag. Dies folgt erst, wenn die Baubewilligung rechtskräftig ist. Die Stadionplanung kann also noch nicht vollkommen in die Verantwortung der Stadion Aarau AG übergeben werden.

AG darf sich nicht verschulden

Der Grund, warum die Stadt Aarau die Planungskosten aber weiter selbst übernehmen muss, ist aber ein aktienrechtlicher. Das Darlehen müsste die Stadion Aarau AG als Aufwand verbuchen, was zu einer Überschuldung führen würde. Eine Überschuldung ist gesetzlich verboten. Also muss die Stadt Aarau nun doch einen Verpflichtungskredit beschliessen und die benötigten 300 000 selbst bezahlen, wie es bisher bei den Stadionplanungskosten der Fall war.

«Wir haben das intern mit der Finanzverwaltung der Stadt und dem Revisor abgeklärt», sagt Lukas Pfisterer, der als zuständiger Stadtrat auch in der Stadion Aarau AG Einsitz hat. «Da hat sich gezeigt, dass es Abgrenzungsprobleme gibt und mit dem rückzahlbaren Darlehen die Überschuldung, auch weil seit Anfang 2015 die Vorschriften schärfer geworden sind.»

Vorantreiben will die Stadt die Stadionplanung dennoch: «Wir versuchen, trotz des laufenden Beschwerdeverfahrens vorwärtszumachen», sagt Stadtrat Lukas Pfisterer. Deshalb hat die Stadt die Idee vom letzten Sommer beerdigen müssen und kehrt zum ursprünglichen Plan zurück: Die Stadt bezahlt bis auf weiteres die anfallenden Planungskosten selbst.

Erst wenn die Stadion Aarau AG selbst Erträge erwirtschaften kann, könnte sie die Kosten selbst bezahlen. Das ist voraussichtlich möglich, wenn die Baubewilligung gültig wird und die Stadion Aarau AG somit auf Sponsorensuche gehen kann. «Bevor die Baubewilligung rechtskräftig ist, kann die Stadion Aarau AG den Sponsoren keine Gegenleistung offerieren und keine Werbung verkaufen», erklärt Pfisterer.

Stadion AG wird Eigentümerin

Die Stadion Aarau AG, deren Präsident Beat Blattner ist, hat für ihr Gründungskapital im Jahr 2007 bereits 100 000 Franken von der Stadt bekommen. Im selben Jahr hat Aarau in einer Volksabstimmung einen Planungskredit von 1,6 Millionen Franken fürs Stadion bewilligt.

Ein Jahr später sagte das Volk Ja zu einem Anteil von 17 Millionen fürs Miteigentum am Stadion. Die Stadion AG erhält insgesamt 36 Millionen. Zwei sollen vom FC Aarau hinzukommen, weitere 17 Millionen Franken sollen HRS, die Ortsbürger und der Kanton zusammen bezahlen. Dies gemäss einem Berechnungsschlüssel von 2009. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Um die Planungsarbeit vorantreiben zu können, hat der Einwohnerrat bereits 2012 einen Betrag von 300 000 Franken genehmigt. Über den neuerlichen Antrag von 300 000 Franken wird der Einwohnerrat an seiner Sitzung vom 23. März befinden.

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