Aarau
Staatsanwalt wird Herr über das schöne Hirschgehege Roggenhausen

Der neue Präsident des Vereins Wildpark Roggenhausen ist gefunden: Peter Heuberger löst Silvio Bircher ab. Dafür muss ihn die Generalversammlung, die in einigen Wochen stattfindet, noch wählen. Und: Der Tierbestand hat sich im 2013 leicht erhöht.

Hermann Rauber
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Peter Heuberger löst Silvio Bircher ab.

Peter Heuberger löst Silvio Bircher ab.

zvg

Nach dem Rücktritt von Präsident Silvio Bircher ist jetzt klar, wer künftig den Verein Wildpark Roggenhausen führen soll. Die Generalversammlung vom kommenden 1. Juni hat nicht weniger als drei Ersatzwahlen vorzunehmen.

Vom Vorstand als neuer Präsident vorgeschlagen wird Peter Heuberger, der in diesem Gremium bereits Erfahrungen sammeln konnte. Heuberger ist 60 Jahre alt und beruflich als aargauischer Oberstaatsanwalt tätig. Er wohnt mit seiner Familie im Aarauer Goldernquartier und ist Präsident der ortsbürgerlichen Finanzkommission.

«Landsgemeinde» wählt

Gesucht wird auch ein Ersatz für den per Ende 2013 zurückgetretenen Vize-Stadtpräsidenten Carlo Mettauer, der durch Stadtrat Werner Schib ersetzt werden soll. Schliesslich hat während der laufenden Amtsperiode auch Eva Kuhn, Leiterin Ressort Tierpatenschaften, demissioniert. Ein entsprechender Wahlvorschlag erfolgt laut Mitteilung an die Mitglieder «mündlich an der Generalversammlung». Denn Wahlgremium ist die traditionelle «Landsgemeinde», die in diesem Jahr auf dem neu gestalteten Platz nördlich des Restaurants stattfindet.

In seiner Bilanz im Jahresbericht 2013 erinnert Silvio Bircher an Eckdaten seiner Präsidialzeit, die im Herbst 2001 begann. Dazu gehört die Einführung einer demokratischen Trägerschaft in Vereinsform (2002) ebenso wie die Realisierung «des grössten je getätigten Aus- und Umbaus im Wildpark», der im Mai 2011 abgeschlossen werden konnte. Es handelte sich aber ganz bewusst um «sanfte Massnahmen», denn das Roggenhausen dürfe weder «Zoo noch Rummelplatz» werden, es müsse vielmehr eine «Erholungslandschaft und Naturinsel bleiben», betont Bircher in seinem Schwanengesang.

Nicht noch mehr Tiere

Deshalb lautet der Rat des scheidenden Präsidenten so: «Nicht mehr Tiere, nicht mehr Anlagen und Einrichtungen, höchstens noch qualitativer Aus- und Umbau.» Zuoberst auf der Wunschliste von Wildparkleiter Christoph Fischer steht folgerichtig die naturnahe Umgestaltung des Wildschwein-Geheges, soll es doch den Schwarzkitteln mit einem zusätzlichen Rückzugsgebiet entlang dem Eppenberghang noch wohler als heute schon sein.

«Glück im Stall»

Der Tierbestand hat im 111. Betriebsjahr wieder leicht zugenommen, nicht zuletzt dank ausgesprochenem «Glück im Stall». So tummeln sich im Roggenhausen 68 Hirsche, zehn Wildsauen, elf Barthühner, zehn Steinwildexemplare und ebenso viele Minipigs, fünf Schafe, sieben Murmeltiere, zwei Pfauen und je ein Schneehase und Steinmarder, die zur Hauptsache von Pfleger-Duo Ruedi Lindenmann und Alessandra Hug sowie von Tierarzt Marc Bono liebevoll betreut werden.

Mehr über all die Tierarten im Roggenhausen steht in der Anfang Jahr erschienenen Schrift zum Aarauer Wildpark, dem «schönsten Hirschgehege der Schweiz».

Neben den Vereinsmitgliedern tragen auch zahlreiche freiwillige Helfer ( von den Buchser «Büchslifrauen» bis zur Männerriege des BTV Aarau) oder der «Club 100 Roggenhausen» zum Gedeihen des Wildparks bei.

Diese Fronarbeit schlägt sich auch in der von Kassier Daniel Rafaniello präsentierten Jahresrechnung 2013 nieder, die mit einem kleinen Gewinn von rund 7500 Franken positiv abschliesst. Damit steigt das Vereinsvermögen auf knapp 80 000 Franken an.

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