Aarau
Spieglein an der Wand: Welches ist der beliebteste Weihnachtsbaum im Land?

Blau-, Rot- oder Nordmanntanne? Welches ist der beliebteste Weihnachtsbaum?Ein Besuch bei Weihnachtsbaumverkäufern und ihren Kundinnen und Kunden

Fabio Baranzini (Text und Fotos)
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Patrick Horat und Stefan Guthauser nehmen sich extra Ferien, um auf der Aarauer Igelweid Christbäume zu verkaufen.

Patrick Horat und Stefan Guthauser nehmen sich extra Ferien, um auf der Aarauer Igelweid Christbäume zu verkaufen.

Dienstagmorgen kurz nach halb zehn in der Aarauer Igelweid. Grosse Schneeflocken fallen vom verhangenen Himmel und bedecken die Pflastersteine mit einem weissen Film. Auf dem Platz vor der Migros stehen verschneite Weihnachtsbäume in verschiedensten Grössen und Formen. Daneben warten zwei junge Männer in warmen Jacken und Mützen auf Kundschaft.

Nordmanntanne ist der Favorit

Patrick Horat und Stefan Guthauser lassen sich ihre gute Laune vom Schnee nicht verderben. «Wir würden die Sonnenstoren zwar gerne runterlassen, und gern stünden wir auch im Trockenen, aber es ist ja nicht so schlimm», sagen die zwei jungen Männer, die normalerweise einer ganz anderen Arbeit nachgehen. Horat ist Disponent bei einer Logistikfirma und Guthauser arbeitet als Abteilungsleiter, doch im Dezember nehmen sie sich jeweils extra für den Weihnachtsbaumverkauf zehn Tage Ferien. «Es macht uns Spass, wir kommen dabei mit vielen Leuten ins Gespräch», erzählen die beiden, die durch Familienbeziehungen zu ihrer nicht ganz alltäglichen Ferienbeschäftigung gefunden haben.

Eine ältere Frau hat eine kleine Nordmanntanne ausgesucht. Während Horat den Baum ins Netz wickelt, erklärt Guthauser die Präferenzen der Kunden. «Über 90 Prozent wollen eine Nordmanntanne, denn diese hält mindestens bis Anfang Januar.» Neben den Nordmanntannen verkaufen die beiden ab und zu auch Rottannen. Die zum Verkauf stehenden Bäume stammen aus Fahrwangen, wo das Ehepaar Keller-Juchli Christbäume kultiviert.

Über 100 Tannen pro Tag

Aus dem Fehrenthal bei Leuggern bezieht Lukas Häfeli seine Tannen. Ausgerüstet mit einer leuchtend gelben Regenjacke und einem Hut trotzt der Klingnauer gegenüber dem Ex Libris dem mittlerweile stärker gewordenen Schneefall. Häfeli arbeitet eigentlich als Gärtner, «doch in diesem Beruf hat man in den Wintermonaten nicht viel zu tun», erklärt er. Deshalb verkauft er in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal Weihnachtsbäume. Er tut dies für einen Kollegen, der ein Stück Land besitzt und darauf Christbäume kultiviert. «Von Ende November bis zum 23. Dezember werden laufend Bäume geschnitten und dann verkauft», erzählt Häfeli. Die Preise sind pro Tannenart und Meter vorgeschrieben. So kostet beispielsweise eine Nordmanntanne, die auch bei Häfeli mit Abstand am meisten gekauft wird, 30 Franken pro Meter, während der Käufer einer Rottanne 20 Franken bezahlen muss.

Wie viele Bäume werden an einem Tag verkauft? «Das ist immer abhängig vom Wetter und vom Wochentag, doch an einem guten Tag kann es schon sein, dass die 150 Bäume, die ich dabei habe, nur knapp reichen», sagt Häfeli.

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