«Am Bachfischet haben Verbindungsmitglieder überlaut ‹de Bach esch do, de Bach esch do, sind alle meine Fotzen do› gesungen, und direkt dahinter waren kleine Kinder», erklärte Anaïs Keller und lancierte Ende September auf Petitio.ch eine Petition gegen Sexismus. Hauptforderung: «Die Studentenverbindungen sollten ein Verbot für den Maienzug- und Bachfischet-Umzug bekommen.» Die Petition kam zustande und wurde von 257 Personen unterstützt.

Jetzt hat die Heinerich-Wirri-Zunft auf das Begehren geantwortet. Sie wirkt seit fast 100 Jahren federführend mit beim Bachfischet, wie Zunftmeister Paul Knoblauch schreibt. Er betont, der Brauch sei öffentlich, die Wirri-Zunft habe keine Befugnisse, Verbote auszusprechen. Zudem liege der Reiz des Anlasses auch darin, dass er nicht überorganisiert sei.

Knoblauch schreibt: «Die Heinerich-Wirri-Zunft nimmt kaum Einfluss auf die Gestaltung des Umzugs und der einzelnen Sujets. Sie mahnt bei der Absprache mit den Schulen und Gruppen einzig, «dass Darstellungen auf den Lampions, welche zu einem öffentlichen Ärgernis oder zu Kontroversen unter den Eltern und Zuschauern Anlass geben können, nicht erwünscht sind. Insbesondere sind politische oder kommerzielle Werbung sowie die Darstellung von Gewaltszenen zu vermeiden».

«Keine solchen Verfehlungen»

Knoblauch weiter: «Selbstverständlich haben am Umzug politische, vor allem aber sexistische oder rassistische Äusserungen keinen Platz.» Zunftrat und Bachfischetobmann würden jeweils das Verhalten der Umzugsteilnehmer, unter anderem auch der Verbindungen, beobachten, und «haben in den letzten Jahren keine solchen Verfehlungen festgestellt».

In den Statuten der Verbindungen fänden sich weder rassistische noch sexistische Bestimmungen. Darüber hinaus seinen die Verbindungen als Vereine an den Kantonsschulen anerkannt. «Aus diesem Grund sieht die Heinerich-Wirri-Zunft keine Veranlassung, die anerkannten Kantonsschulverbindungen, welche seit Jahrzehnten am Bachfischet-Umzug teilnehmen, vom Bachfischet auszuschliessen.» Sie würden zudem von vielen Besuchern als visuelle und akustische Bereicherung des Umzugs wahrgenommen.