Niederamt
Sechs treten nochmals an, drei treten zurück

Am 14. April finden im Kanton Solothurn Gemeindewahlen statt – Die Ausgangslage die Gemeinderäte betreffend ist noch nicht in allen Gemeinden klar. Für spannende Wahlen dürfte aber auf jeden Fall gesorgt sein.

Beat Wyttenbach
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Michael Wagner, Stüsslingen, sagt ab.
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Gery Meier, Däniken, macht weiter.
Stephan Bolliger, Eppenberg, startet durch.
Gemeinderatswahlen Niederamt
Peter Hodel, Schönenwerd, kommt wieder.
Theophil Frey, Dulliken, tritt zurück.
Ursula Rudolf, Lostorf, will Ablösung.
Markus von Arx, Erlinsbach SO, interessiert.
Daniel Cartier, Gretznebach, macht weiter.

Michael Wagner, Stüsslingen, sagt ab.

Drei Gemeindepräsidenten treten in den nachgefragten Gemeinden nicht mehr an: Theophil Frey in Dulliken, Michael Wagner in Stüsslingen und Ursula Rudolf in Lostorf. Sechs Gemeinden können am 14. April ihre Gemeindeoberhäupter an der Urne bestätigen. Die Ausgangslage die Gemeinderäte betreffend ist noch nicht in allen Gemeinden klar. Für spannende Wahlen dürfte aber auf jeden Fall gesorgt sein. Die Beamtenwahlen sind auf den 9. Juni statt angesagt.

Däniken: «Mit Freude dabei»

In Däniken nimmt Gemeindepräsident Gery Meier (FDP) bereits seine vierte Amtsperiode in Angriff. «Mir gefällt dieses Amt, und ich bin nach wie vor mit Freude und Leidenschaft bei der Sache», hält er fest. Innerhalb der Parteien und im Dorf ganz allgemein herrsche ein gutes Verhältnis. «Es ist eine Freude, so arbeiten zu können», sagt der Gemeindepräsident. Im Gemeinderat ist bis jetzt der Rücktritt von Sandra Huber (CVP) bekannt. Sie macht berufliche Gründe dafür geltend. Alle anderen Ratsmitglieder haben gemäss Gery Meier signalisiert, dass sie weitermachen wollen.»

Dulliken: «Generationenproblem»

Anders in Dulliken: Hier hat Gemeindepräsident Theophil Frey (CVP) bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass er Ende Amtsperiode zurücktreten werde. «Ich war insgesamt 24 Jahre im Gemeinderat, wovon die letzten zwölf als Gemeindepräsident. Jede Generation soll ihre Leute stellen können, und man sollte nicht zu lange im Amt bleiben», erklärt er. Er habe festgestellt, dass grössere Projekte sich verwirklichen liessen, andere wie das Projekt «Rössler/Bodenacker» eben nicht. «Für mich ist proaktives Arbeiten wichtig, aber wenn die Bevölkerung nicht mitmacht, bereitet dies wenig Freude», so Frey.

Er habe in diesem Zusammenhang festgestellt, dass Dulliken kein Ausländer-, sondern vielmehr ein Generationenproblem aufweise, und er habe den Eindruck, dass es seinem Dorf «wohl ist in ausgefahrenen Gleisen». Dies decke sich nicht mit seinen Auffassungen. Vielmehr «will ich mich wieder mit ganzer Kraft als Geografielehrer für meine Schüler in der Kantonsschule Olten einsetzen». Dies sei auch der Grund für seinen Nichtwiederantritt als Kantonsrat gewesen.

Eppenberg-Wöschnau: «Status quo»

Nach Kontinuität sieht es in Eppenberg-Wöschnau aus, wo Gemeindepräsident Stephan Bolliger seine dritte Amtsperiode in Angriff nimmt. Was den Gemeinderat betrifft, tritt gemäss Bolliger als Einziger Ueli Aeschbach nicht mehr an; er wird durch das bisherige Ersatzmitglied Regina Widmer ersetzt. Auf dem Eppenberg seien stille Wahlen Usanz, bemerkt Bolliger weiter. Einzig der Gemeindepräsident müsse an der Urne bestätigt werden.

Erlinsbach SO: «Ich mache weiter»

Markus von Arx (FDP), Gemeindepräsident von Erlinsbach SO, meint kurz und bündig: «Ich mache weiter, es ist ein interessanter Job». Massgebend dafür, dass er eine weitere Amtsperiode anhängt – von Arx hat sein Amt nach der Fusion von Ober- und Niedererlinsbach am 1. Januar 2006 angetreten – sei auch die Tatsache, dass er die Geschäftsstelle der Plattform Jurasüdfuss (PJS) im Zusammenhang mit den Abklärungen für ein allfälliges Tiefenendlager für radioaktive Abfälle leiten könne.

Den Gemeinderat betreffend, geht er davon aus, dass es in diesem Jahr wieder einmal zu Kampfwahlen kommt.

Gretzenbach: «Ein toller Job»

In Gretzenbach war es klar, dass Gemeindepräsident Daniel Cartier (FDP) nach seiner ersten Amtsperiode weitermacht. «Es ist ein toller Job; ich bin von fantastischen Leuten umgeben», meint er. Zudem sei es eine interessante Aufgabe, die ihn fordere. Was den Gemeinderat betrifft, hält er fest, dass die meisten sicher bleiben oder sich wieder aufstellen lassen wollen. «Was Sache ist, sieht man im Frühling.» Einzig «Finanzminister» Mario Schenker (FDP) habe schon vor einem halben Jahr angekündigt, dass er nicht mehr antreten werde, da er geschäftlich stark absorbiert sei.

Schönenwerd: «Fürs Dorf arbeiten»

Peter Hodel (FDP), Gemeindepräsident von Schönenwerd, möchte seine dritte Amtsperiode antreten, «falls ich gewählt werde», fügt er mit einem Lachen an. Seine Motivation begründet er so: «Mir macht es Spass, mit dem Gremium zusammen Verantwortung für die Gemeinde zu tragen. Die politische Arbeit gefällt mir generell, und ich darf für ein Dorf arbeiten, das sehr interessant ist.» Zudem sei das Amt des Gemeindepräsidenten «eines der interessantesten Ämter, die man in diesem Land ausüben kann», bemerkt Hodel.

Bisher ist der Rücktritt von Vize-Gemeindepräsident Fredy Wingeier (SP) bekannt; dieser hat laut Hodel stets bekundet, dass er nach zwei Amtsperioden zurücktreten wolle. Zudem möchte auch Gemeinderätin Karen Grossmann (CVP) nicht wieder antreten.

Stüsslingen: «Zeit für Familie»

Nach zwei Amtsperioden hat Stüsslingens Gemeindepräsident Michael Wagner seine Demission eingereicht; auch diese war bereits seit Längerem bekannt. Es seien hauptsächlich familiäre Gründe, die ihn zu diesem Schritt bewogen hätten, da kürzlich sein zweites Töchterchen zur Welt gekommen sei. Zudem stehe eine berufliche Weiterbildung an, erklärt Wagner seine Beweggründe. «Mein zeitlicher Rahmen ist in letzter Zeit eng geworden», bemerkt er.

Vize-Gemeindepräsident Franz Renggli (parteilos), René von Arx (FDP) und René Tibold (SP) haben ebenfalls ihre Demission eingereicht. Lostorf: «Zwölf Jahre sind genug»

Ursula Rudolf (FDP), eine der beiden Frauen, die im Niederamt das Amt des Gemeindepräsidiums versehen, hat bereits im vergangenen Jahr ihren Rücktritt per Ende der Amtsperiode angekündigt. «Zwölf Jahre sind genug; es ist sinnvoll, dass es nun einen Wechsel gibt. Auch von meinem Alter her – ich bin inzwischen 66 – macht es Sinn, dass ich Jüngeren Platz mache. Aber es ist eine supergute Aufgabe, und ich werde mein Amt geordnet und mit Freude zu Ende führen und hoffe auf eine geordnete Übergabe», hält sie fest.

In Zukunft möchte sie «ganz ohne Termindruck» ihrem Hobby, dem Reisen, frönen können; dies zusammen mit ihrem Ehemann Hans-Jürg, der sich ebenfalls schon im Rentenalter befindet. Zurücktreten will auch Vize-Gemeindepräsident Thomas Schenker (CVP).

Niedergösgen: «Habe viel Freude»

In Niedergösgen möchte «Methusalem» (wie er scherzhaft bemerkt) Kurt Henzmann (CVP) seine fünfte Amtsperiode in Angriff nehmen, «weil es ein interessanter Job ist, der mir viel Freude bereitet». Zudem biete ihm das Präsidium der Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt (GPN) zusätzliche Motivation. «Es macht Freude, in dieser Funktion Synergien einzubringen, bemerkt er.

Von den jetzigen Gemeinderatsmitgliedern nicht mehr antreten werden Klaus Loos (CVP), der sich auf die Werkkommission konzentrieren will, Urs Braun (CVP), der berufliche Gründe geltend macht, sowie Daniel Rickli (CVP), der persönliche Gründe anführt. Weitermachen will Vize-Gemeindepräsident Stephan Glättli (FDP).

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