Aarau
Schulhaus-Krise in Aarau: Das sagt die Schulpflege

Aarau 29 von 51 Lehrpersonen im Oberstufenschulhaus Aarau (OSA) haben gedroht, geschlossen zu kündigen, falls der Schulleiter Daniel Niggli weiter auf seinem Posten bleibt. Jetzt äusssert sich die Schulpflege zur Schulhaus-Krise.

Deborah Balmer
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Jetzt äussert sich die Schulpflege zur Schulhaus-Krise in Aarau. (Symbolbild, Archiv)

Jetzt äussert sich die Schulpflege zur Schulhaus-Krise in Aarau. (Symbolbild, Archiv)

Keystone

Krisenbewältigung ist gefragt. Fakt ist: Dazu hat die Schulpflege der Gesamtschulleitung die Führung übertragen. Ist es richtig, dass sich die Aarauer Schulpflege ruhig verhält und nur auf Auftrag der Schulleitung handelt? Hätte die Schulpflege nicht längst eingreifen sollen?

Ruedi Birchler, Sprecher der Schulpflege, sagt auf Anfrage: «Wir haben ja bereits eingegriffen. Ein Bewältigungsprozess ist im Gange. Wir ziehen externe Berater bei. Auch dem in der Kritik stehenden Schulleiter Niggli wird ein Berater zur Seite gestellt.» Birchler betont ausdrücklich, dass man sich das Tempo nicht vorgeben lasse: «Es ist wichtig, dass alles mit Ruhe angegangen wird. Dass man Entscheidungen trifft, die für alle stimmen.» Eine Hauruck-Aktion brächte nichts.

Auch bei den Eltern ein Thema

Doch warum länger warten? Es geht um die Zufriedenheit eines ganzen Lehrerteams und nicht zuletzt um den Unterricht der Schülerinnen und Schüler. Auch bei den Eltern ist die Krise im Oberstufenschulhaus ein Thema. Birchler: «Wir haben zwei bis drei Mails bekommen und diese beantwortet.» Auch er sei daran interessiert, dass die Qualität des Unterrichts stimme.

«Wir oder der Schulleiter», drohen 29 Lehrpersonen. Ist da nicht schon Hopfen und Malz verloren? «Nein», so Birchler, «Lehrpersonen sind letztlich Kaderleute. Da muss eine Konfliktbewältigung doch möglich sein. Man muss den Dialog wieder finden.» Der Vergleich mit der Wirtschaftswelt, in der ein CEO schon längst die Teppichetage hätte räumen müssen, geht für Birchler nicht auf: «Auch in einem Betrieb können nicht einfach 30 Mitarbeiter fordern, dass der Chef das Feld räumt.» Wie wäre es, wenn tatsächlich zwei Drittel der Lehrerinnen und Lehrer künden würden? «Das darf nicht passieren», sagt Birchler. Auch, weil es derzeit sehr wenig Lehrer gäbe auf dem Markt. Der Schulpfleger betont: «Ich hoffe, dass wir eine vernünftige Lösung finden.»

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