Schöftland
Gesundheitsexperte zündet beim Alterszentrum nun den Bau-Turbo

In drei Jahren soll das neue Alterszentrum stehen. Das ist das erklärte Ziel von Ralph Bürge, der Uwe Matthiessen als Verwaltungsratspräsident des Suhrental Alterszentrums abgelöst hat. Das Geld sei vorhanden.

Nadja Rohner
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Ralph Bürge (l.) und Uwe Matthiessen vor dem Suhrental Alterszentrum in Schöftland. Bürge übernimmt das Verwaltungsratspräsidium von Matthiessen.

Ralph Bürge (l.) und Uwe Matthiessen vor dem Suhrental Alterszentrum in Schöftland. Bürge übernimmt das Verwaltungsratspräsidium von Matthiessen.

Nadja Rohner

Das «Suhrental Alterszentrum» in Schöftland hat einen neuen Chef: An der Aktionärsversammlung wurde der bisherige Verwaltungsratspräsident Uwe Matthiessen durch Ralph Bürge aus Oftringen abgelöst. Auch zwei Verwaltungsratsmitglieder – Daniel Brunner und Pascal Gregor – traten zurück. An ihrer Stelle wurden Marliese Loosli (Ammann Schmiedrued) und Lorenz Uebelhart (Gemeinderat Moosleerau) gewählt.

Ralph Bürge (63) ist seit 2008 Geschäftsführer der Stiftung Lindenhof in Oftringen, ebenfalls eine Gesundheitsinstitution. Darüber hinaus ist er in diversen Gremien im Gesundheitsbereich tätig, hat unter anderem an der Gesamtstrategie Gesundheit des Kantons mitgearbeitet und ist bei Curaviva, dem Branchenverband der Dienstleister für Menschen im Alter, tätig. Kurz: «Er bringt sehr viel Erfahrung mit», so Uwe Matthiessen über seinen Nachfolger. «Und das ist genau das, was das Suhrental Alterszentrum und die Region in den nächsten Jahren brauchen.»

«Wir wollen Schöftland zu einem Leuchtturm machen»

Bürge, der bisher keinen speziellen Bezug zum Schöftler Alterszentrum hatte, spricht von «Sozialraumentwicklung», die er vorantreiben will. Das bedeutet konkret: Damit Menschen im Alter möglichst lange daheim bleiben können, braucht es gute Partner im Gesundheitswesen. Das kann eine Spitex sein, aber auch Physio, Podologie, weitere ambulante Dienstleister. Oder dann, wenn es daheim nicht mehr geht, das ganze Spektrum von Alterswohnungen bis Pflegeheimzimmer. «Wir wollen Schöftland auch diesbezüglich zu einem Leuchtturm machen», so Bürge.

In seinem ersten Amtsjahr will er – unter Einbezug der Aktionärsgemeinden – eine Strategie erarbeiten, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Parallel dazu wird der Altersheim-Neubau geplant. «Das hat absolute Priorität», sagt Bürge, und auch Matthiessen findet, es sei nun wirklich «oberdringend». Laut Experten kann das bestehende Altersheim, das im Kern aus den 1960er-Jahren stammt, nicht mehr vernünftig saniert werden. Es entspreche nicht mehr den geltenden Standards für einen Altersheimbetrieb und sei baulich in einem ungenügenden Zustand. «Wir haben zum Beispiel regelmässig Wasserleitungsbrüche», sagt Uwe Matthiessen. «Das beeinflusst die Wohnqualität für die Bewohnenden nur punktuell, führt aber immer wieder zu Notfallübungen für unsere Mitarbeitenden.»

Für den Neubau gibt es im Dorf verschiedene Möglichkeiten

Wo aber der Neubau samt Tiefgarage entstehen soll, ist noch immer unklar. Die Alterszentrum-Verantwortlichen hätten ihn gerne auf den Kiesplatz der Gemeinde, direkt vor dem heutigen Hauptbau, gestellt. Die Gemeinde lehnt das aber ab. Deshalb werden aktuell weitere Optionen geprüft. «Wir haben auf unserem eigenen Grundstück und auch auf anderen Grundstücken in Schöftland Möglichkeiten», so Matthiessen. Man sei aber darauf angewiesen, dass die Gemeinde keine Steine in den Weg lege. Bürge zeigt sich diesbezüglich zuversichtlich: «Da finden wir sicher eine Lösung.» Ziel sei, dass der Neubau schon in drei Jahren stehe.

Das Geld für den Neubau ist vorhanden

Finanziell geht es dem Altersheim aktuell gut. «Sehr viel besser als vor vier Jahren, als ich angefangen habe», so Matthiessen. Aktuell verfügt das Heim über Rücklagen im zweistelligen Millionenbereich. Einen besser als erwartet ausgefallenen Erlös brachte der Verkauf der Liegenschaft, in der einst die geschützte Wohngemeinschaft untergebracht war. Matthiessen betont aber: «Ohne die Leistung der letzten drei Jahre unter der Führung von Bernadette Flükiger könnten wir heute nicht über einen Neubau reden, da schlicht kein Geld vorhanden wäre.»

Das mehr als solide Finanzergebnis 2021 sei vor allem einer hohen Bettenbelegung auch während der Pandemie geschuldet. «Viele vergleichbare Wohneinrichtungen hatten mit grossen Problemen zu kämpfen», lässt sich Flükiger zitieren. «Wir konnten dank der flexiblen Aufnahme von Feriengästen eine Belegung von 97 Prozent erreichen. Über die positiven Feedbacks der Zuweiser haben wir uns sehr gefreut. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Bedürfnisse der Bewohnenden steigen. Daher drängen sich bauliche Verbesserungen auf, wenn die Institution konkurrenzfähig bleiben will.»

Die Nachwehen der Pandemie sind indes immer noch spürbar. «Rekrutierungsprobleme bei den pflegenden Berufen gehören dazu, Lieferknappheiten, gestiegene Preise für Produkte sowie hohe Personalfluktuation», schreibt das Alterszentrum in einer Mitteilung.