Bahnhof Aarau
SBB und Stadt sehen Fehler zwar ein, geändert wurde bisher nichts

Die Stadt und die SBB sind sich im Klaren, warum Jugendliche die Gleise überquerten. Am Freitag beschlossen sie deshalb zwei Punkte zu optimieren: Die Signalisierung und der Zeitpunkt der Absperrung. Doch geändert hat sich bisher noch nichts.

Sarah Künzli
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Trotz der Besprechung von SBB und der Stadt hat sich die Situation am Bahnhof Aarau nicht gebessert
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Um zwei Uhr wurden die Absperrungen im Bahnhof Aarau hochgefahren.
Die Absperrungen sollten erst um 2.15 hochgeschaltet werden.
Kurz nach zwei Uhr nachts kommt man nicht mehr hier durch.
Um drei Uhr fährt der letzte Nachtzug. Dann sind die Absperrungen längst oben.

Trotz der Besprechung von SBB und der Stadt hat sich die Situation am Bahnhof Aarau nicht gebessert

Sarah Künzli

Jugendliche klettern über Absperrungen und laufen über Gleise

Für die mehrheitlich jungen Leute, die am letzten Samstag gegen zwei Uhr nachts den Zug nach Hause nehmen wollten, schien es kein Weg zu ihren Zügen zu geben. Die gewöhnlichen Wege zu den Perrons schienen durch Metallgitter oder durch die Baustellen versperrt. Es gab keine Wegweiser. Um den Zug nicht zu verpassen kam es zu waghalsigen Aktionen: Sie kletterten über die Metallgitter, sprangen vom Obergeschoss über das Geländer oder rannten über die Gleise.

In der Besprechung am Freitag musste die SBB eingestehen, dass das Sicherheitspersonal der SBB die Gitterabsperrungen am Samstag vor einer Woche zu früh geschlossen hatte. Das heisst, kurz vor zwei Uhr in der Nacht. Die Leute, die um 2.02 auf den Nachtzug Richtung Lenzburg mussten, wurden durch die Absperrungen verhindert und überquerten deshalb die Gleise.

Grosse Worte, nichts dahinter

«Wir sind froh, zusammen mit der Stadt eine gute Lösung gefunden zu haben», schreibt Lea Meyer, Mediensprecherin der SBB nach der Sitzung mit der Stadt am Freitag. Am vergangenen Samstag waren von den geplanten Optimierungen aber noch nichts zu sehen:

«Wir haben alle Mitarbeitenden darauf hingewiesen, am Wochenende nicht vor 2.15 Uhr mit der Schliessung zu starten», sagte Lea Meyer. Trotz der guten Worte, wurden an diesem Samstag die Absperrungen wieder um zwei Uhr hochgefahren.

«Weiter wurde bei der Besprechung am Freitag vereinbart, dass die Signalisierung an der Stadt-Baustelle ergänzt wird», sagte sie weiter. Ein Schild mit Wegweisern steht zwar vor dem Bahnhof. Ein Pfeil, der den Abgang in die Unterführung markiert, fehlt weiterhin. Die Zuständigen der Stadt konnten bis jetzt nicht erreicht werden.

«Wenn dann jemand von einem Zug überfahren worden ist, beginnt das ganze Schwarzpeter-Spiel wieder von vorne», schreibt ein Leser der az zu den Vorfällen am Bahnhof Aarau. Denn die Leute, die auf den Nachtzug um drei Uhr mussten, durften wieder selber einen Weg zu ihrem Zug finden. Dabei ist eine Überquerung der Gleise sehr gefährlich, da auch in der Nacht Züge den Bahnhof Aarau passieren. Laut SBB werden jedoch die Veränderungen am Bahnhof Aarau erst am nächsten Wochenende vorgenommen.

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