Referendumsabstimmung
Erlinsbach sagt Nein zu Generationenpark Kalkhof – Gemeindepräsidentin: «Ich wusste, dass es eng wird»

An der Gemeindeversammlung war der Kredit von 1,5 Mio. Franken deutlich angenommen worden. Bei der Referendumsabstimmung zum Projekt Generationenpark Kalkhof gingen nun aber 828 gültige Ja und 979 Nein-Stimmen ein. Das bedeutet, dass die Anlage nicht gebaut werden kann.

Nadja Rohner
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So haben die Befürworter für das Projekt geworben.

So haben die Befürworter für das Projekt geworben.

Daniel Vizentini / Aargauer Zeitung

Etwas gehässig war es zugegangen in Erlinsbach in den letzten Wochen. Befürworter und Gegner des neuen Generationenparks Kalkhof lagen sich in den Haaren. Für 1,5 Millionen hätte das Areal umgestaltet und mit diversen Freizeitnutzungen, darunter eine Pumptrackanlage, ausgestattet werden sollen. Die Gruppe, die gegen das Gmeinds-Ja das Referendum ergriffen hat, publizierte auf ihrer Website Statements gegen das Projekt. Unter anderem von Alt Gemeindepräsident und Grossrat Markus Lüthy, Grossrat Clemens Hochreuter und Alt Gemeinderat Roberto Heller, alle von der SVP. Gewichtige Stimmen. «Wenn’s doch d’Speuz nüüt meh z’speuze gäbt wär Speuz ebe nömm Speuz», kommentierte eine Einwohnerin auf Facebook die Diskussion .

An der Urne erlitt das Projekt jetzt Schiffbruch. Es gingen 828 Ja und 979 Nein-Stimmen ein (Stimmbeteiligung 60 Prozent). Für Gemeindepräsidentin Monika Schenker kommt das nicht ganz überraschend. «Ich wusste, dass es eng wird», sagt sie offen. «Der Gemeinderat akzeptiert natürlich diesen demokratisch gefällten Entscheid.» Wie es nun weitergehe und ob es ein Folgeprojekt gebe, werde der Gemeinderat besprechen: «Wir müssen aber auch die Gegnerschaft befragen, was aus ihrer Sicht genau das Problem ist. Ist es der Standort? Pumptrack ja, aber nicht dort? Wenn ja, wo? Sind es die Kosten oder die Trägerschaft? Die Dimensionen des Pumptracks? Die Biodiversität? Wir wissen schlicht nicht, was der Gemeinderat alternativ vorschlagen soll, damit das Projekt grössere Zustimmung findet.»

Die Gemeindepräsidentin betont aber auch, dass sie dankbar sei für die Initianten aus dem Elternverein und weitere Personen, die den Ausschlag für das Projekt gegeben und wichtige Vorarbeit geleistet hatten. «Dank den gleichen Personen haben wir in unserem Dorf viele Aktivitäten jetzt schon, etwa den Räblliechtliumzug und den Clean up day», sagt Schenker. «Ich hoffe, dass sie sich für künftige Projekte und bestehende Anlässe nun nicht entmutigen lassen und sich weiter für unser Dorf engagieren.»

Aktuell befindet sich im Gebiet Kalkhof bereits ein Fussball-, ein Pétanque-und ein Spielplatz sowie eine Sammelstelle.