Zum Gedenken
Öko-Pionier aus Suhr hinterlässt viele Spuren

Er war ein Pionier in der Lebensmittelproduktion: Konrad («Koni») Pfeiffer aus Suhr ist kurz vor dem 87. Geburtstag gestorben. Er war ein Vordenker, ein Vorbild, ein Mann der Tat. Konrad Pfeiffer hinterlässt viele Spuren

Walter Hess*
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Koni Pfeiffer, ein Mann der Tat. zvg

Koni Pfeiffer, ein Mann der Tat. zvg

Koni Pfeiffer hat an vielen Orten in Suhr seine Spuren hinterlassen: Von 1967 bis 1988 leitete er die Genossenschaft Migros Aargau/Solothurn.

Als Geschäftsführer prägte er den Bau der Verwaltungs- und Verteilzentrale im Wynenfeld in Suhr. Schon damals standen für ihn die Aspekte des Naturschutzes und nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund.

Die zum Einkaufen oder Arbeiten herbeiströmenden Menschen sollten auf die Schönheiten der Natur aufmerksam gemacht werden.

Die riesigen Bauten wurden mit einem botanisch idealen Gestrüpp aus einheimischen Pflanzen umgeben, auf dass auch die einheimische Tierwelt hier Nahrungsangebot finde; mit Nistkästen unter dem Dachvorsprung wurde der Neubelebung nachgeholfen.

Er packte überall selbst mit an

Nach seiner Pensionierung 1988 wirkte er naturschützerisch weiter, setzte sich für einen naturnahen Stadtbach in Suhr ein und bepflanzte ihn eigenhändig zusammen mit Suhrern Schülern.

Er fütterte Mäusebussarde oberhalb seines Wohnhauses am Suhrer Kirchhügel und nahm an Exkursionen teil, solange dies ihm die Parkinsonkrankheit erlaubte.

Koni Pfeiffer sorgte als Präsident einer Arbeitsgruppe dafür, dass das veraltete Museum für Natur- und Heimatkunde in Aarau zum modernen Naturama mit nationaler Strahlkraft wurde. Er ermöglichte weiter die Stiftung Galegge, die den Galeggen-Biohof ganz in seiner Nähe betreibt, sonst wäre das Grundstück am Suhrer Dorfrand überbaut worden. Heute ist der Galeggenhof ein angesehener Vorzeugebetrieb.

Zudem regte Koni Pfeiffer in seiner sachbezogenen Art den Energieverbund zwischen der Kehrichtverbrennungsanlage, den Industriebauten im Wynenfeld und dem Kantonsspital Aarau für eine bessere Energieeffizienz an.

Trotz Parkinson klagte er nie

Die Parkinsonkrankheit plagte ihn vier Jahre lang, sodass er sich fast nur noch zu Hause einigermassen selbstständig bewegen konnte. Seine Familie betreute ihn, damit er sein Naturrefugium nicht verlassen musste. Er klagte nie, war nie bei schlechter Laune und ertrug die fortschreitenden körperlichen Einschränkungen mit Geduld.

Seine Tochter Maja Pfeiffer beschrieb dies an der Abschiedsfeier in der vollbesetzten reformierten Kirche Suhr so: «Jede neue Einschränkung hat ihn nicht etwa dazu gebracht, zu resignieren, sondern ihn angespornt, sich nach etwas Neuem umzuschauen. So hat er noch damit angefangen, Aquarelle zu malen. Er hat unermüdlich tagelang gemalt.»

Würdigung von Suhrern

Auch der Vorstand der Stiftung Galegge und der Vorstand des Naturschutzvereins Suhr würdigen seine Leistungen. In einem Nachruf schreiben sie: «Zahlreiche ökologische Aufwertungen in Suhr wären ohne unermüdlichen und konsequenten Einsatz von Konrad Pfeiffer nie möglich geworden.

Er war ein Vordenker, ein Vorbild, ein Mann der Tat, der zu oft auch gegen unberechtigte Vorurteile ankämpfen musste.» Die Stiftung Galegge, der Natur- und Vogelschutzverein Suhr, die Suhrer Bevölkerung, Region und Kanton hätten Konrad Pfeiffer viel zu verdanken.

*Walter Hess aus Biberstein hat 2006 das Buch «Konsumwelt mit Naturanschluss. Impulse gegeben und gehandelt: Konrad Pfeiffer» herausgegeben.

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