Öffentlicher Verkehr
Busbetrieb Aarau AG will 15 neue Elektrobusse kaufen – für rund 15 Mio. Franken

Die Busbetrieb Aarau AG plant die grösste Elektrobus-Bestellung, die der Aargau bisher gesehen hat. Wenn alles läuft wie geplant, sollen die ersten neuen Fahrzeuge ab Sommer 2023 auf den Strassen der Region Aarau (Linien 1 und 2) unterwegs sein.

Nadja Rohner
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Fahren die Busse bald noch leiser durch die Aarauer Gassen?

Fahren die Busse bald noch leiser durch die Aarauer Gassen?

Nadja Rohner

Heute hat die Busbetrieb Aarau AG (BBA) 38 Busse, davon bereits 14 mit einem hybriden Diesel-Elektroantrieb. Durch die Anschaffung einer der damals ersten grossen Hybrid-Busflotten der Schweiz kann die BBA seit 2013 jährlich rund 290 Tonnen CO2 einsparen.

Nun sollen 15 der verbliebenen Diesel-Gelenkbusse durch komplett elektrisch betriebene Busse ersetzt werden. Die BBA prüft aktuell die Kostenfolgen und die technische Machbarkeit. Fällt das positiv aus, fahren die Busse künftig auf den Linien 1 und 2 (Richtung Erlinsbach–Rohr und Buchs–Küttigen). «Die BBA erwartet durch die Umstellung auf Elektrobusse eine Einsparung von jährlich knapp 440'000 Litern Diesel sowie eine Reduktion des CO2-Ausstosses von rund 1150 Tonnen», teilt das Unternehmen mit. «Weiter wird durch die Elektrobusse der Lärm reduziert, was vor allem bei der Durchfahrt durch die Altstadt und die Quartiere bemerkbar wird.»

Das kostetet die BBA rund 1 Mio. Franken pro Fahrzeug – etwa doppelt so viel wie beim Hybridbus. Finanziert wird die Bus-Anschaffung durch Bankdarlehen, die über 12 Jahre abgeschrieben werden. «Für die betriebliche Infrastruktur im Depot – also eine neue Trafostation, Ladekabel und kleinere Anpassungen an der Werkstatt – ist nochmals ein tiefer einstelliger Millionenbetrag nötig», sagt BBA-Chef Peter Baertschiger. Dafür beantragt die BBA einen Kredit beim Kanton. «Wir hoffen, dass wir noch dieses Jahr die Zusage erhalten», so Baertschiger.

Üblicherweise kann eine Flotte Dieselbusse nicht mit derselben, sondern muss mit einer höheren Anzahl Elektrobusse ersetzt werden. Bei der BBA haben Studien jedoch ergeben, dass es mit 15 Elektrobussen aufgeht, die überdies nicht unterwegs, sondern ausschliesslich im Depot in der Telli geladen werden. «Wir haben auf den Linien 1 und 2 aufgrund des 7,5-Minuten-Takts zu den Stosszeiten schon jetzt in den übrigen Tageszeiten Busse, die relativ lange im Depot stehen», erklärt Baertschiger. Deshalb braucht es nicht mehr Elektrofahrzeuge, die Umstellung bringt nur erhöhten betrieblichen Aufwand (Bus-Wechsel) mit sich.

28 Prozent weniger Fahrgäste wegen Corona

Die BBA (122 Mitarbeitende) hat zudem ihren Geschäftsbericht 2020 publiziert. Er fällt gegenüber dem Rekordjahr 2019 pandemiebedingt ernüchternd aus: «Gesamthaft mussten wir das Jahr mit einem Rückgang der Fahrgastzahlen um über ein Viertel gegenüber dem Vorjahr abschliessen», heisst es (–28 Prozent). «Das entspricht den Fahrgastzahlen vor dem Jahr 2000.» Am meisten «gelitten» hätten die Linien 1 und 2, am wenigsten die 6. Dieser markante Rückgang habe sich natürlich auch auf die Finanzzahlen ausgewirkt: 2020 «mussten wir einen Verlust von mehr als 1,1 Mio. Franken verzeichnen, welcher den spezialrechtlichen Reserven belastet wird», so die BBA. Der Betriebsertrag lag bei rund 15,66 Mio. Franken anstelle der budgetierten 18,144 Mio. Die angespannte Situation erlaube keine Dividendenausschüttung, heisst es.

Auch nach Verbuchung des Verlustes weist die BBA immer noch gesetzliche Gewinnreserven im Umfang von 4,6 Mio. Franken aus. «Wegen dieser Reserven musste die BBA keine zusätzlichen Abgeltungen bei den Kantonen und beim BAV beantragen. Zur Sicherung der Liquidität wurde ein Covid-Kredit beantragt. Per Jahresende wurde dieser aber erfreulicherweise noch nicht beansprucht.»

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