Oberentfelden
Nach über einem Jahr Verzögerung: Die Stiftung «Orte zum Leben» kann endlich ausbauen

Auflagen betreffend Schutzkeller führten zu Beschwerde beim Regierungsrat und über einem Jahr Verzögerung. Nun ist die Baubewilligung da. Nach dem Bezug 2022 wird die Stiftung insgesamt über 400 Menschen betreuen.

Daniel Vizentini
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So soll das neue Wohnhaus der Stiftung in Oberentfelden aussehen.

So soll das neue Wohnhaus der Stiftung in Oberentfelden aussehen.

Bild: Zur Verfügung gestellt

Oberentfelden gewinnt unter den Standorten der Stiftung «Orte zum Leben» – ehemals Stiftung für Behinderte Aarau-Lenzburg – immer mehr an Gewicht: Schrittweise wurden bereits die Velowerkstatt oder der Gartenunterhalt von Lenzburg/Staufen dorthin verlegt. Seit Anfang 2020 gehört die frühere Autogarage Sollberger zur Stiftung. Und auf der noch freien Wiese zwischen den beiden bestehenden Gebäuden der Stiftung (unter anderem Wohnhaus und Verwaltung) und der Autogarage im Oberentfelder Kirchenfeld sollte eigentlich bereits ein neues Gebäude entstanden sein: Für rund 6 Millionen Franken will man dort Platz schaffen für sechs neue Wohngruppen. Für die Baubewilligung musste sich die Stiftung aber rund 15 Monate gedulden.

Diese Verzögerung wurde laut Geschäftsführer Martin Bhend durch die kantonale Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz verursacht – und zwar wegen des geplanten Schutzkellers. Er sagt:

«2019 wollten sie uns betreffend Schutzraum dieselben Auflagen machen wie bei einem Spital.»

Dagegen reichte die Stiftung Beschwerde bei der Kantonsregierung ein. Ende 2020 wurde sie gutgeheissen, verzögert auch durch die Coronapandemie. Die Baubewilligung veröffentlichte die Gemeinde Oberentfelden letzte Woche. «Wir sind froh und stolz, dass wir Recht bekommen haben», sagt Martin Bhend.

«Damit konnten wir rund 100'000 Franken einsparen, unter anderem zugunsten der Steuerzahler.»

Der Spatenstich für den Bau ist nun für den 2. Juni geplant, der Bezug des neuen Gebäudes könnte im Sommer 2022 erfolgen. Investor ist die Impact Immobilien AG, die schon den Neubau der Stiftung Töpferhaus in Suhr mittrugen.

Insgesamt baut die Stiftung «Orte zum Leben» ihre Werke für über 10 Millionen Franken aus: 2,8 Millionen kostete der Kauf der Garage Sollberger, 2 Millionen der Umbau des Gemeinschaftshauses in Staufen, wo unter anderem eine Kaffeerösterei entstand. 330 Menschen betreut die Stiftung. In den nächsten Jahren sollen rund 100 dazustossen.

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