Ober-/Unterentfelden
Der Kreisschulrat Entfelden soll abgeschafft werden – ohne Abstimmung

Rat und Schulpflege würden künftig durch einen fünfköpfigen Vorstand ersetzt. Entschieden wird dies an der Ratssitzung vom 2. Juni. Mitbestimmen darf das Volk offenbar nur, wenn es ein Referendum lanciert.

Daniel Vizentini
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Das Schulhaus Feld in Unterentfelden.

Das Schulhaus Feld in Unterentfelden.

Britta Gut (2.11.2020)

Mit der Abschaffung der Schulpflegen ab 2022 übernimmt neu der Gemeinderat deren Aufgaben. Oder, im Fall von Kreisschulen
mit mehreren Gemeinden, ein Vorstand mit Vertretern dieser Gemeinden. Doch während die Kreisschule Aarau-Buchs nebst diesem Vorstand – bisher «Kreisschulpflege» – weiterhin eine Abgeordnetenversammlung (den Kreisschulrat) einsetzen will, hat die Kreisschule Entfelden vor, nebst der Schulpflege auch den Kreisschulrat ganz abzuschaffen.

«Arbeitsgruppe und Gemeinderäte sind der Meinung, dass die Führungsstrukturen schlank gehalten werden sollen», sagt Alfred Stiner, Unterentfelder Vizeammann und Co-Präsident der Arbeitsgruppe, die dies beschlossen hat. Die dafür notwendige Änderung der Satzungen sollen an der Kreisschulratssitzung vom 2. Juni beschlossen werden. Eine Volksabstimmung gibt es laut ihm nur, wenn dies ein Zehntel der Stimmberechtigten verlangt.

Schulpflege und Kreisschulrat würden ersetzt durch einen fünfköpfigen Vorstand. Oberentfelden würde als grössere Gemeinde drei Mitglieder stellen – zwei davon Gemeinderäte – und Unterentfelden zwei Mitglieder, darunter einen Gemeinderat. Öffentliche Sitzungen gäbe es keine mehr.

Der Gesamtschulleiter soll mehr Kompetenzen erhalten. Die Schulleitung bliebe für die operative Führung der Schule zuständig, der neue Vorstand für die strategische.

Schule konnte dank der Pandemie Geld sparen

Die Rechnung 2020 der Kreisschule schloss mit einem Plus von über 230'000 Franken ab. Zwar sind die vom Kanton budgetierten Besoldungsanteilen in Entfelden um fast 50'000 Franken angestiegen, die Schule konnte aber 280'000 Franken sparen. Dies dank Corona: Von März bis Mai gab es keinen Präsenzunterricht, Lager und Schulreisen fielen aus.
Die Finanzkommission lobte «den sorgfältigen Umgang mit den Steuergeldern».

Einsparungen gab es vorläufig auch bei der geplanten Instandsetzung der Schulbauten: Bisher wurde nur die Turnhalle Bünten saniert, die restlichen bereits bewilligten Kredite für Reparaturen – über eine halbe Million Franken – wurden nicht verwendet. Die Sanierungen sollen im neuen Projekt «Masterplan Schulraumplanung» umgesetzt werden.

43'000 Franken mehr kosteten die zwei provisorischen Kindergärten am Pappelweg, laut den Unterlagen der Kreisschule wegen der in Einsprachen geforderten Änderungen und weil unerwartet ein Fundament aus Beton gebaut werden musste. An der Ratssitzung vom 2. Juni werden auch Infos erwartet zum möglichen Schulraumprovisorium im alten GE-Bürogebäude.

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