Kienberg
Noch ist es in Kienberg windstill – Baugesuch soll bald öffentlich aufgelegt werden

Vier Windräder sollen in Zukunft Strom produzieren. Gemeindepräsidentin Adriana Gubler erklärt den Stand der Dinge.

Judith Frei
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Noch ist’s in Kienberg windstill

Noch ist’s in Kienberg windstill

CH Media

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung im Dezember 2018 wurde in Kienberg SO ein wichtiger Entscheid getroffen: Die Gemeinde hatte beschlossen, dass die Windpark Burg AG auf Kienberger Boden vier Windräder bauen darf. Es ist vorgesehen, dass ein weiteres Windrad in der Fricktaler Gemeinde Oberhof stehen wird.

Die Kienberger waren damals zweigeteilt: Auf der einen Seite wurden unmittelbar nach dem Entscheid Stimmen laut, die drohten, Einsprache gegen das kommende Baugesuch einzureichen. Auf der anderen Seite gab es Kienberger, die den Windpark als eine Chance für die Gemeinde erachteten. Gemeindepräsidentin Adriana Gubler gehört zur zweiten Gruppe und war erleichtert über den positiven Entscheid.

Baugesuch wird wohl dieses Jahr veröffentlicht

Wie heute die Stimmung in der Gemeinde ist, kann die Präsidentin nicht genau sagen. «Ich glaube kaum, dass sich die Meinungen der Befürworter und Gegner verändert haben», mutmasst Adriana Gubler. Doch genau abschätzen kann sie die Situation nicht, denn seit dem Entscheid der Gemeindeversammlungen liefen nur Hintergrundarbeiten.

Diese sind bei einem solch grossen Projekt intensiv und langwierig. So gab es bis heute nichts zu kommunizieren und der Windpark sorgte auch nicht gross für Gesprächsstoff in der Gemeinde. «2020 werden wir aber voraussichtlich das Baugesuch öffentlich auflegen können», sagt sie.

Bei diesem grossen Infrastrukturprojekt wird ein sogenannt kombiniertes Verfahren angewendet. Dabei werden Baugesuch und Nutzungsplanung in einem Verfahren abgewickelt. Das bedeutet, dass schon mit der Nutzungsplanung und dem Umweltverträglichkeitsbericht auch das Baugesuch und die Baupläne aufgelegt werden müssen. In diesem Verfahren wird es folglich auch nur ein Einspracheverfahren geben.

Finanzielle Vorteile

Für Kienberg wird dieses Projekt finanzielle Vorteile haben: Sobald die Windräder stehen, erhält die Gemeinde eine jährliche Entschädigung. Klar zu beziffern ist diese noch nicht, da sie von der Leistung abhängig ist – in einem stürmischen Jahr ist sie etwa grösser.

Jedoch wurde eine Mindestvergütung vereinbart: «In den ersten zwölf Betriebsjahren erhält die Gemeinde mindestens 155'100 Franken jährlich», sagt Gubler. Ab dann bis zum 30. Betriebsjahr verdoppelt sich der Betrag. «Die Vergütung deckt einerseits die Entschädigung von Kienberg als Standortgemeinde und andererseits den Baurechtszins.»

Vorläufig muss sich die Gemeinde aber noch ein wenig gedulden. «Wir gehen davon aus, dass es Einsprachen geben wird», sagt Adriana Gubler. Es sei daher unmöglich abzuschätzen, wann die Windräder in Kienberg drehen werden.

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