Ein Nachmittag in Aarau
Neues Fussballstadion: Es spielt keine Rolle, wie der FC Aarau spielt

Ist das Stadionprojekt in Aarau nur bei guten Leistungen des FC Aarau zu rechtfertigen? Um diese Frage kreist die neue Kolumne von Silvia Dell'Aquila.

Silvia Dell'Aquila
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Die Einsprecher wollen diese Hochhäuser verhindern, mit denen das neue Aarauer Stadion querfinanziert werden soll.Visualisierung: zvg

Die Einsprecher wollen diese Hochhäuser verhindern, mit denen das neue Aarauer Stadion querfinanziert werden soll.Visualisierung: zvg

2017 nightnurse images, Zürich

In der Wochenzeitung «Die Zeit» wurde kürzlich im Bund «Schweiz» danach gefragt, welche Rolle das Geld bei Wahlen und Abstimmungen spielt. Und in diesem Rahmen wurde mit Bürgerinnen und Bürgern ein Gespräch zur Frage geführt, wie die politische Meinungsbildung funktioniert; ob sie bei Abstimmungen ans Gemeinwohl oder ans eigene Portemonnaie denken. Dabei fiel mir eine Aussage einer Gesprächsbeteiligten auf. Die Rede war von Abstimmungen beispielsweise über Schulhäuser, ein neues Eishockeystadion oder Steuererhöhungen.

Die Autorin Silvia Dell'Aquila (42) betreibt die Plattform "We love Aarau". Die Soziologin ist Regionalleiterin beim Schweizerischen Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD).

Die kinderlose, nicht an Sport interessierte Frau gab an, dass sie sich in solchen Fällen überlege, dass man wohl über die eigenen Interessen hinausdenken muss. Ist ein Bedarf da, sollte das Gemeinwohl über die eigenen Bedürfnisse und Interessen stehen – und das eigene Portemonnaie. Also stimme sie möglicherweise eher einem Schulhaus oder Eishockeystadion zu, statt dagegen zu sein, nur, weil sie selbst nicht davon profitiert. Und wenn nötig, müsse man auch Steuererhöhungen zustimmen.

Stadion trotz schlechter Leistung?

Beim Lesen des Beitrags gingen mir unweigerlich Diskussionen über einige Abstimmungen von Grossprojekten in Aarau durch den Kopf. Ganz aktuell: das Fussballstadion. Das Baugesuch ist nun bei der Stadt eingegeben worden. Doch leider steht der FC Aarau spielerisch schlecht da. Nach sechs Spielen und null Punkten ist er immer noch Tabellenletzter und es fragen sich nicht wenige, ob das Stadionprojekt mit dieser spielerischen Leistung noch zu rechtfertigen ist. Womöglich baut die Stadt für einen Klub, der in den nächsten Jahren in der Promotion League spielen wird, was eher weniger Publikum anziehen wird.

Als das Wankdorf Stadion zum Stade de Suisse (wieder)erbaut wurde, spielten die Berner Young Boys mehr schlecht als recht in der Nationalliga B. Während der Bauphase stiegen die Berner auf und dieses Jahr wurden sie bekanntlich Schweizer Fussballmeister. Die Situation in Aarau ist nicht die gleiche, zugegeben. Denn hier werden wohl keine internationalen Spiele ausgetragen werden wie in Bern und auf ein Konzert von Coldplay können wir wohl trotz grossem Stadion nicht hoffen.

Doch an diesem Beispiel zeigt sich: Es spielt keine Rolle, wie der FC Aarau spielt. Ein solches Projekt ist auf die Zukunft ausgerichtet und es fragt sich, ob er der Gemeinschaft etwas bringt oder nicht. Denn weder gute noch schlechte Resultate des FC Aarau rechtfertigen grundsätzlich den Bau oder eben Nicht-Bau eines Stadions in Aarau, auch wenn sich zurzeit medial alles um diesen Umstand dreht, als wäre der Stadionbau von Resultaten abhängig – auch so kann man das Projekt zu Fall bringen.

Die Einzelkritik-Zwischenbilanz der Aarauer Spieler nach 7 Spielen:

Steven Deana: Note 4 Spiele: 3, Spiele ohne Gegentor: 0, Eingesetzte Minuten: 270
24 Bilder
Djordje Nikolic: Note 4 Spiele: 4, Spiele ohne Gegentor: 0, Eingesetzte Minuten: 390
Edmond Ramadani: Note 4 Spiele: 4 (davon 3 Kurzeinsätze), Tore: 1, Eingesetzte Minuten: 57
Olivier Jäckle: Note 4 Spiele: 2 (davon 1 Kurzeinsatz), Tore: 1, Eingesetzte Minuten: 102
Linus Obexer: Note 3,25 Spiele: 6, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 480
Nicolas Schindelholz: Note 3,25 Spiele: 7, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 660
Gezim Pepsi: Note 3,25 Spiele: 7 (davon 4 Kurzeinsätze), Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 309
Elsad Zverotic: Note 3 Spiele: 7, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 660
Raoul Giger: Note 3 Spiele: 7, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 601
Giuseppe Leo: Note 3 Spiele: 6 (davon 1 Kurzeinsatz), Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 479
Martin Liechti: Note 3 Spiele: 3 (davon 2 Kurzeinsätze), Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 77
Mats Hammerich: Note 3 Spiele: 4, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 296
Michael Perrier: Note 3 Spiele: 3, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 276
Mickael Almeida: Note 3 Spiele: 7, Tore: 2, Eingesetzte Minuten: 407
Varol Tasar: Note 3 Spiele: 5, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 381
Norman Peyretti: Note 2,75 Spiele: 4 (davon 1 Kurzeinsatz), Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 285
Gianluca Frontino: Note 2,75 Spiele: 6, Tore: 1, Eingesetzte Minuten: 521
Marco Schneuwly: Note 2,75 Spiele: 5, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 405
Damir Mehidic: Note 2.5 Spiele: 2, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 172
Petar Misic: Note 2,5 Spiele: 5 (davon 2 Kurzeinsätze), Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 173
Miguel Peralta: Note 2,25 Spiele: 5 (davon 1 Kurzeinsatz), Tore: 0, Eingesetzte Minuten: 257
Marco Thaler: keine Note Spiele: 0, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: Stand bisher wegen einer Verletzung noch nie im Kader.
Yann Fillion: keine Note Spiele: 0, Spiele ohne Gegentor: 0, Eingesetzte Minuten: Wurde noch nicht eingesetzt.
Patrick Rossini: keine Note Spiele: 0, Tore: 0, Eingesetzte Minuten: Stand bisher wegen einer Verletzung noch nie im Kader.

Steven Deana: Note 4 Spiele: 3, Spiele ohne Gegentor: 0, Eingesetzte Minuten: 270

zvg

Nicht nur für den FC Aarau

Aus meiner Sicht stellt sich eher die Frage, ob die Stadtbevölkerung den Stadionbau weiterhin realisiert haben will, ob es im grösseren Ganzen Sinn macht für Aarau. Das hatten wir auch schon bei der Abstimmung über die Alte Reithalle. Die Stimmbevölkerung kam zur Einsicht, dass ein solches Kulturhaus für Aarau gut ist. Dass es das Kulturleben positiv beeinflusst und Aarau dadurch über die Kantonsgrenzen hinaus ausstrahlen würde. Ähnliche Aspekte, die man auch bei der Stadionrealisierung mitbedenken muss. Was bringt das Stadion dem sportlichen Aarau?

«meinstadion.ch» hat in seinen «Allgemeinen Geschäftsbedingungen» unter anderem eine interessante Bestimmung drin: der FC Aarau Frauen soll das neue Stadion zu «tragbaren» Konditionen nutzen können. Bleibt zu hoffen, dass die später definierten «Selbstkosten» nicht zu hoch sein werden für den finanziell schwachen Verein und sich hier die Verantwortlichen finden werden. Aber dies ist schon ein guter Anfang. Das Stadion soll nicht nur vom FC Aarau genutzt werden, womöglich kann die Nutzung über die FC Aarau Frauen hinaus erweitert werden. Und unter den Aspekten Zuschaueraufkommen, Nachwuchsförderung und Ausstrahlung der Stadt ist das Projekt «Stadion in Aarau» durchaus zu rechtfertigen.
Schon mehrmals stimmte die Stimmbevölkerung dem Stadionbau zu. Seither ist Vieles geschehen und Einiges verändert worden. Heute sprechen wir über ein ganzes Wohnquartier mit Hochhäusern für 1200 neue Bewohner/innen. Noch ein letztes Mal wird die Stimmbevölkerung im nächsten Jahr über die neuen Pläne befinden und sich fragen, was das Projekt der Stadt Aarau bringt, ob dieses «Was» die hohen Kosten rechtfertigt und ob die Rahmenbedingungen stimmen. Und dies muss sie auf weite Sicht entscheiden und nicht aufgrund eines Tiefs der Mannschaft, das in paar Monaten wieder Geschichte sein könnte.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions:

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.
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1985: Cupsieg und Erkenntnis Der FC Aarau feiert 1985 seinen bisher einzigen Cupsieg. Vier Jahre spielt der FCA schon in der Nationalliga A. Es wird klar: Für die höchste Spielklasse ist das Brügglifeld zu klein.
1994: Erstes Projekt Sie nennen es "Vision 2002": Architekt und Ex-Fc-Aarau-Präsident Ernst Lämmli sowie Bauingenieur und Landbesitzer Peter Zubler wollen in Schafisheim ein Stadion in der Kiesgrube bauen. Für 30 Millionen Franken und 20'000 Zuschauer, inklusive Casino.
2000: Mittellandarena Der Gestaltungsplan Mittellandpark wird erarbeitet. Er umfasst das Stadion «Mittellandarena», ein grosses Shopping-Center und Büros. 2006 soll im 70-Millionen-Franken-Stadion im Torfeld Süd gekickt werden.
2001: "Vision 2002" am Ende Das weit fortgeschrittene Projekt scheitert an der Finanzierung, Zonenvorschriften und dem Widerstand "von ein paar wenigen im Verein", wie Lämmli (rechts) in einem Interview sagt.
2003: Mittellandpark nimmt erste Hürde Der Aarauer Einwohnerrat heisst einen Kredit von 900'000 Franken für die Planung des Mittellandparkes deutlich gut.
2005: Niederlage an der Urne Das Aarauer Stimmvolk lehnt das 25-Millionen-Darlehen der Stadt für den Mittellandpark ab. Eine Umfrage ergibt, dass sich die Ablehnung primär gegen das Einkaufszentrum richtet. Wenig später geben die Initianten auf.
2006: Standort Buchs Neben der Sanierung des Brügglifelds und dem Torfeld Süd (Mittellandpark) kommen zwei neue Varianten aufs Tapet. Beide sehen Standorte in Buchs vor: Lostorf und die Obermatte.
2007: Torfeld Süd setzt sich durch Der Aarauer Einwohnerrat genehmigt im Juni einen Kredit von 1,6 Millionen Franken für ein Stadion mit Mantelnutzung im Torfeld Süd. Die Einkaufsfläche ist gegenüber dem Mittellandpark halbiert. Ebenfalls zur Diskussion steht die Buchser Obermatte. Sie findet lediglich bei einer linken Minderheit Anklang. Das Stimmvolk segnet den Kredit im Herbst ab.
2008: Volk sagt Ja Der Souverän der Stadt Aarau stimmt deutlich für einen Betrag von 17 Millionen Franken für ein neues FCA-Stadion im Torfeld Süd. Bauherrin ist die private HRS AG. Vorbild für das Stadion soll die Neuenburger "Maladière" sein (Bild). Insgesamt kostet das Stadion 36 Millionen Franken.
2009: Einsprachen Gegen Gestaltungsplan und Stadion-Baugesuch gehen 41 Einsprachen ein.
13.5.2010: Abstieg Schock für den FC Aarau: Der "unabsteigbare" Klub muss nach einem 1:4 gegen GC und dem gleichzeitigen Sieg von Bellinzona den Gang in die Challenge League antreten. David Marazzi (Bild) wird von seinen Emotionen überwältigt.
13.6.2010: Erneuter Abstimmungserfolg Die Nutzungsplanung "Torfeld Süd" schafft auch die letzte politische Hürde. In einer Referendumsabstimmung heisst das Volk die Spezialzone mit einer Ja-Mehrheit von 69,5 Prozent gut. Das Stadion könnte jetzt eigentlich gebaut werden. Wenn da nicht die Einsprachen wären.
23.2.2011: Kein Asyl für GC Mitten in die Stadionplanung platzt die Meldung, dass die Grasshoppers mit einem Umzug nach Aarau liebäugeln. Die Miete im Letzigrund ist GC zu hoch. Der FCA ersucht den Stadtrat, den Zürchern Asyl zu gewähren – wegen Synergien im geplanten Stadion. Der Stadrat lehnt das Begehren ab. Grund: Die Zusatzbelastung wäre für das Volk nicht zumutbar. Bild: Aarau's Michele Polverino, links, fällt nach im Zweikampf mit GC's Rolf Feltscher im Brügglifeld.
11.5.2011: Einsprachen abgelehnt Jetzt ist der Aargauer Regierungsrat an der Reihe: Die Kantonsregierung weist die verbliebenen Beschwerden vom Sommer 2009 ab und genehmigt sowohl die Spezialzone Torfeld Süd als auch den Gestaltungsplan. Mehrere Bewohner des Aarauer Gönhard-Quartiers ziehen ihre Beschwerde ans kantonale Verwaltungsgericht weiter.
9.12.2011: HRS muss Projekt erneuern Nach dem Entscheid des Einwohnerrates vom 14. November 2011, auf die Realisierung von polysportiven Mantelnutzungen im Stadionkomplex zu verzichten (zu teuer), muss die HRS das Projekt überarbeiten. Das Baugesuch muss ein zweites Mal aufgelegt werden. Die Grundeigentümerin Mobimo rechnet mit der Inbetriebnahme des Stadions im Jahr 2015.
2012: Stadionprojekt komplett überarbeitet Weil gegen das erste Baugesuch viele Einsprachen eingingen, präsentiert die HRS ein völlig überarbeitetes Projekt (Bild). Es ist der dritte Anlauf für ein Stadion im Torfeld Süd. Gegen das neue Projekt gehen vier Einsprachen ein. Drei werden später nach langen Verhandlungen zurückgezogen.
2013: Aufstieg Erfolg auf dem Rasen: Der FC Aarau steigt nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit in die Super League auf.
2014: Durchbruch und neue Sorgen Der FCA jubelt: Der Stadtrat erteilt die lang ersehnte Baubewilligung für das Stadion. Doch neues Ungemach folgt sogleich: Der letzte verbliebene Einsprecher reicht Beschwerde gegen die Baubewilligung ein. Er wird als Stadionverhinderer landesweit bekannt, weil der "Blick" seine Identität teilweise aufdeckt. Er findet das geplante Einkaufszentrum zu gross.
2015: Beschwerde-Marathon 2015 ist das Jahr der Justiz im Fall Torfeld Süd: Der Aargauer Regierungsrat weist die Beschwerde des Anwohners am 21. Januar ab. Er zieht vor Verwaltungsgericht, unterliegt und gelangt ans Bundesgericht. Die Bundesrichter entscheiden vorerst, dass das laufende Verfahren keine aufschiebende Wirkung hat. Trotzdem warten Stadt und die Bauherrin HRS mit dem Baubeginn zu. Auch mit einem Ausstandsbegehren scheitert der Anwohner vor Verwaltungs- und Bundesgericht.
29.5.2015: Abstieg Der FC Aarau steigt in die Challenge League ab. Mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Thun verabschiedet sich der Klub in die Zweitklassigkeit. Bild: Sandro Burki (links) und Kollegen applaudieren zum letzten Mal in der Super League.
2016: Machtwort Das Bundesgericht weist die Stadionbeschwerde ab. "Endlich: Das Stadion kann gebaut werden", titelt die Aargauer Zeitung. Heute wissen wir: Es ging noch immer nichts.
1.5.2017: Plan B Wegen den Einsprachen, strengeren Auflagen der Liga und neuen Gesetzen kostet das Stadion nun 20 Millionen Franken mehr. Die HRS präsentiert darum den Plan B: kein Einkaufszentrum, dafür Hochhäuser für Wohnungen, Gewerbe und kleine Läden im Erdgeschoss.
15.11.2017: Stadion-Retter? Erster Auftritt von "meinstadion.ch": Die Initianten um den früheren FCA-Präsidenten Michael Hunziker (Bild Mitte) halten nichts vom Plan B. Sie wollen, dass der ursprüngliche Plan umgesetzt wird, damit die am 18. Mai 2018 ablaufende Baubewilligung nicht verfällt. Um das fehlende Geld aufzutreiben, haben sie unter anderem ein Crowdfunding lanciert. Vier Millionen Franken sollen so zusammenkommen.
26.2.2018: Millionenstrafe gefordert "meinstadion.ch" fordert eine Konventionalstrafe von mindestens 5 Millionen Franken für die HRS, sollte diese ihrer Pflicht, dem Stadionbau, nicht nachkommen. HRS hat ein bewilligtes Stadion-Projekt, will aber statt eines Einkaufszentrums Hochhäuser bauen.
6.3.2018: Plan C HRS und "meinstadion.ch" skizzieren einen Plan C. In einer Mitteilung heisst es: "Eine Zwischenfinanzierung soll es ermöglichen, den Stadionbau vom Vorliegen von rechtskräftigen Baubewilligungen von Hochhäusern zu entkoppeln." Damit könnte mit dem Stadionbau begonnen werden, auch wenn für die Hochhäuser keine Baubewilligung vorliegt. Plan C würde rund 40 Millionen Franken kosten. Und Junioren müssen nicht mehr Kissen auf die Sitzflächen der besseren Plätze im Brügglifeld legen.
21.3.2018: Gemeinsam für Plan B Stadt, Bauherrin HRS, FCA und "meinstadion.ch" geben an einer gemeinsamen Medienkonferenz das Versprechen ab: Wir ziehen jetzt alle am gleichen Strick, am Strick Plan B (Stadion mit Hochhäusern). Darum braucht es eine erneute Abstimmung über die BNO-Revision (Bau- und Nutzungsordnung). Ein Ja ist die Voraussetzung für das neue Stadion. Die Bauherrin HRS unterstützt den FCA ausserdem in den nächsten fünf Jahren mit einer Million Franken, zusätzlich zu den bisher jährlich 70'000 Franken.
Plan B: Das Stadion mit Hochhäusern.
31.8.2018: Neues Baugesuch eingereicht Das Baugesuch des angepassten Projekts für das Stadion liegt auf dem Tisch der Aarauer Verwaltung. Das komplette Gesuch für das angepasste Stadion umfasst 20 Büroschachteln. Der Baubeginn für das Stadion erfolgt erst, wenn für die neben dem Stadion geplanten vier Hochhäuser eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt. Voraussetzung dafür ist, dass das Volk der BNO-Revision zustimmen wird.
7.2.2019: Bundesgericht hebt Urteil auf Das Bundesgericht heisst eine Beschwerde von sechs Personen gegen ein Urteil des Aargauer Verwaltungsgericht gut. Dieses hatte eine fristgerechte Eingabe der Beschwerdeführer nicht berücksichtigt. Es hatte den Fehler selbst bemerkt und vor Bundesgericht beantragt, dass die Beschwerde gutgeheissen wird.
3.5.2019: Stadion-Gegner blitzen beim Aargauer Verwaltungsgericht ab Das Aargauer Verwaltungsgericht weist drei Beschwerden zur Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ab. Darunter auch jene, die es zum zweiten Mal bearbeiten musste, weil es beim ersten Mal das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt hatte. Das Bundesgericht hatte das Urteil darum aufgehoben. Das Stadion geht frühestens in der Saison 2022/2023 in Betrieb.
16.8.2019: Politiker aus dem links-grünen, vereinzelt auch aus dem bürgerlichen Lager lancieren überraschend eine Volksinitiative für einen neuen Stadion-Standort – die Buchser Obermatte kommt wieder ins Gespräch.
26.8.2019: Der Aarauer Einwohnerrat heisst die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung und den 17-Millionen-Kredit gut. Damit steht der Volksabstimmung im November 2019 nichts mehr im Weg. Im Bild: FDP-Fraktionschef Yannick Berner im FCA-Dress.
24.11.2019: Die Stadt Aarau sagt zu beiden Abstimmungen bezüglich Stadion im Torfeld Süd mit 61 Prozent Ja. Die Auflage der Baugesuche für Stadion, Hochhäuser und Zwischenbau ist frühestens nach den Sommerferien 2020 realistisch.
5.6.2020: Die Auflage des Baugesuches verzögert sich, das Verfahren ist anspruchsvoll und der Druck der Stadion-Gegner weiterhin gross. Es könnte darum sein, dass das Aarauer Stadion erst 2028 steht.

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.

zvg/nightnurse images, Montage: AZ

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