Schönenwerd
Neue Leitsätze für die Zukunft der Gemeinde: 700 Einwohner mehr bis 2040

An der Ergebniskonferenz wurde das neue räumliche Leitbild der Gemeinde vorgestellt, über welches die Einwohner Ende März abstimmen.

Rahel Bühler
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Die Ergebniskonferenz lockte viele Schönenwerder in die Shedhalle.

Die Ergebniskonferenz lockte viele Schönenwerder in die Shedhalle.

Bruno Kissling

In vielen Gemeinden der solothurnischen Nachbarschaft ist es ein Thema. Manche haben schon darüber abgestimmt, andere sind noch in den Anfängen, Schönenwerd ist mitten drin: Die Rede ist von einem räumlichen Leitbild, welches die Grundlage für die alle zehn Jahre fällige Ortsplanungsrevision darstellt.

Nachdem im März des vergangenen Jahres eine Zukunftskonferenz stattgefunden hatte, an welcher sich die Schönenwerder Bevölkerung zu ihrer Gemeinde äussern konnte, hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die gemeinsam mit einem Ingenieurbüro das räumliche Leitbild erarbeitet hat. An der Ergebniskonferenz wurden nun, wie es der Name schon sagt, die Ergebnisse dieses Prozesses vorgestellt.

Massnahmen für Leitbild

Das räumliche Leitbild stellt zwei wichtige Fragen: Wo steht die Gemeinde Schönenwerd heute? Wo soll sie in 20 Jahren stehen?

Um diese Fragen zu beantworten, gliedert sich das Schönenwerder Leitbild in 22 Leitsätze, die mit kurz- und langfristigen Massnahmen verbunden sind, und drei Leitbildpläne, welche die Leitsätze visuell darstellen. Die Leitsätze sind wiederum in verschiedene Themen unterteilt. So strebt die Gemeinde beispielsweise ein moderates Wachstum an.

Dies bedeutet eine Zunahme von 35 Personen pro Jahr und eine Bevölkerung von 5700 Einwohnern im Jahr 2040 – momentan sind es 5034. Diese Bevölkerungsentwicklung muss in der bestehenden Bauzone vonstattengehen.

Abgesehen vom Gebiet Spitzacker sind keine Neueinzonungen vorgesehen, bebaute Bauzonen sollen nachverdichtet und unbebaute Bauzonen dichter genutzt werden. Im Klartext bedeutet dies, dass die kleinen Baulücken im Siedlungsgebiet geschlossen werden sollen und die grösseren Flächen nur mit einem Gestaltungsplan bebaut werden dürfen.

Das Leitbild sieht einen Entwicklungsschwerpunkt im Zentrum der Gemeinde mit fünf sogenannten Fokusgebieten: Dorfzentrum, erweitertes Dorfzentrum, Marktplatz, Wohnen am Wasser und Bally-Areal vor.

In diesen Gebieten werden die ungenutzten Potenziale überprüft und eine angemessene Weiterentwicklung angestrebt. Zudem soll das Ortsbild geschützt, die Erholungsräume am Aare-Ufer und im Bally-Park aufgewertet und die Grünflächen innerhalb des Siedlungsgebiets erweitert werden.

Probleme: Littering und Verkehr

Auch das Thema Littering findet Eingang ins neue Leitbild. Von einer anwesenden Einwohnerin wurde das Thema als grosses Problem bezeichnet. Gemeindepräsident Peter Hodel stimmte ihr zu und konstatierte, dass auf den betroffenen Strassen bereits Container aufgestellt wurden, dies aber nichts genützt hat.

«Wir müssen die Eigenverantwortung fördern», ist sich Hodel sicher. Dies ist auch im Leitbild so festgehalten. Eine weitere Herausforderung ist die Organisation des Verkehrs. Vor allem die Hauptstrasse weist eine hohe Verkehrsbelastung auf, die Schleichverkehr durch die Quartiere nach sich zieht.

Eine mögliche Massnahme, um das vom Verkehr beeinträchtigte Ortsbild aufzuwerten, ist die Einführung einer Tempo-30-Zone auf der Oltnerstrasse. Zudem sollen in Zukunft beide Buslinien den Bahnhof bedienen.

Leitbildpläne und Leitsätze sind behördenverbindlich, die Planungsbehörde muss sich bei einer Annahme des räumlichen Leitbildes daran halten. Ob dies der Fall sein wird, entscheiden die Einwohner am 26. März.

Dann findet die ausserordentliche Gemeindeversammlung statt, auf deren Traktandenliste die Abstimmung zum räumlichen Leitbild steht. Noch bis 9. Februar hat die Bevölkerung Zeit, weitere schriftliche Eingaben zum Projekt zu machen.

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