Kulm
Führungskrach in der Reformierten Kirche: Im Herbst sind fast alle Ordinierten weg

Die Pfarrerin und beide Sozialdiakone der Reformierten Kirche Kulm haben gekündigt. Grund seien viele Konflikte und ein mangelndes Vertrauensverhältnis zur Kirchenpflege. Die hat nun viel Arbeit vor sich.

Florian Wicki
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Die Reformierte Kirche Kulm in Unterkulm muss derzeit viele Abgänge verkraften.

Die Reformierte Kirche Kulm in Unterkulm muss derzeit viele Abgänge verkraften.

Britta Gut

Schiefer Haussegen in der Reformierten Kirche Kulm, welche die Gemeinden Oberkulm, Unterkulm und Teufenthal umfasst: Pfarrerin Christine Friderich und Sozialdiakonin Tabea Haldimann legen per Ende Oktober ihr Amt nieder – weiter hat auch Sozialdiakon Rolf Friderich seine Kandidatur für die kommende Amtsperiode zurückgezogen. In der «Chelezytig» verkündete die Kirche Kulm, das nötige gegenseitige Vertrauen zwischen den Ordinierten und den Ehrenamtlichen der Kirchenpflege sei nicht mehr vorhanden.

Im «Wynentaler Blatt» erklärte der Präsident der Kirchenpflege, Roland Hunziker, das Gremium sei von den Kündigungen überrascht worden. Mehrere Konflikte hätten trotz Aussprachen, Supervisionen und Gesprächen nie vollständig gelöst werden können, «weshalb sich die zwei Damen entschlossen haben, sich neu zu orientieren». Das gelte auch für Rolf Friderich, führte Hunziker aus, er habe seine Anstellung in der Zwischenzeit ebenfalls gekündigt.

Leider die Reissleine ziehen müssen

Die Kirchenpflege sei nun an der Organisation der Stellvertretungen, führte Hunziker aus: «Dies ist beim aktuellen Personalmangel an Pfarrpersonen jedoch nicht ganz einfach.» Verwaist sei die Kirche in Kulm nun aber nicht, sie dürfe weiterhin auf die Unterstützung der Pfarrerin Maria Doka zählen.

Christine Friderich bestätigt auf Anfrage, dass sie und ihr Mann die Reformierte Kirche Kulm Ende Oktober verlassen, zu gross seien die ungelösten Konflikte gewesen. Sie nennt ein Beispiel:

«Nach meiner Auffassung werden die Finanzen, auch wenn sie noch so wichtig sind, trotz positiver Abschlüsse höher gewichtet als die Gemeindeentwicklung.»

Zwar sei viel Gutes und Erfreuliches in den letzten drei Jahren in der Gemeinde gewachsen, erzählt die Pfarrerin weiter. Die internen Konflikte hätten sie aber zusehends belastet und auf ihr Gemüt geschlagen, deshalb habe sie nun leider die Reissleine ziehen müssen: «Ich konnte mir nicht vorstellen, die nächsten vier Jahre in diesem Klima weiterzuarbeiten.» Nach dem Abschluss in Kulm wird Friderich in den Kanton Bern ziehen und dort eine neue Stelle als Pfarrerin antreten.