Rombach
Keiner will die Weingläser vom Hotel Basilea

Valerio Bacci geht in Pension und verkauft das Restaurant-Inventar des Rombacher Drei-Sterne-Hotels Basilea. Das Interesse ist allerdings gering.

Marina Bertoldi
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Schwieriger Verkauf: Das Restaurant-Inventar vom Hotel Basilea.

Schwieriger Verkauf: Das Restaurant-Inventar vom Hotel Basilea.

Die automatische Tür springt schnell auf. So schnell, dass man den Zettel, der daran klebt, fast übersieht: «Liebe Gäste, unser Hotel bleibt bis auf weiteres geschlossen», steht darauf.

Im Innern des Hotels Basilea in Rombach ist es kühl. Aus dem Restaurant tönt ein Fernseher. Skirennen. Ansonsten Stille. Die Rezeption sieht aus wie immer. Das Telefon, die Broschüren, der Kartenleser; auch die Zimmerpflanze steht noch da. Beinahe so, als ob im Hotel Basilea Gäste erwartet werden.

Doch Gäste kommen keine. Der einzige Grund, warum die Eingangstür heute Samstag aufspringt, ist die Totalliquidation des Restaurantinventars. Auf den Holztischen, wo immer frische Blumen standen, türmen sich Tassen und Untersetzer von «Villeroy & Boch» neben «Mastro Lorenzo»-Gläsern, Kisten mit Fonduegabeln, Brotkörben und Teelichtern.

Ein paar Stücke habe er schon verkauft, sagt Valerio Bacci. Er trägt einen roten Pulli, darunter ein Hemd. Sein Blick wirkt herzlich. Doch viel erzählen möchte Bacci nicht und sich auch nicht fotografieren lassen. Zwölf Jahre lang hat er das «Basilea» geführt. Zuvor war er 23 Jahre lang im Restaurant Lareida in Buchs. Nun geht der Italiener in Rente. Es sei harte Arbeit gewesen. «Aber ich habe Freude daran gehabt.»

Wird das Hotel weitergeführt?

Wie es indes mit dem in den 80er-Jahren gebauten «Basilea» weitergeht, ist nicht bekannt. Vielleicht kann man im Drei-Sterne-Hotel schon bald wieder übernachten. Er wisse von ein paar Interessenten, so Valerio Bacci. Doch im Moment stehe alles noch in den Sternen. Und eigentlich sei es ihm egal. Schliesslich gehöre ihm die Liegenschaft nicht. «Ich bin jetzt pensioniert.»

Es schwingt eine gewisse Erbitterung in seiner Stimme mit. Vielleicht auch Resignation. Zumindest keine Wehmut, hält Bacci fest. Er hänge nicht an den Stücken. Noch eine Woche werde er warten. Bis dahin kann man sich telefonisch melden und Teile des Restaurant-Inventars kaufen. Dann werde er einen Container bestellen und den Rest entsorgen. «Was soll ich denn sonst machen?» Interessenten für das Hotel gebe es zwar. Doch an den Karaffen, Salatschüsseln, Weinkühlern, Minibars, Trinkgläsern, der FC-Aarau-Wanduhr von 1993 und dem hölzernen Baby-Hochstuhl seien diese nicht interessiert.

Schwierige Suche nach neuem Job

Was mit dem übrig gebliebenen Inventar passiert, ist also besiegelt. Unklar ist aber die Zukunft der «Basilea»-Mitarbeiter. Insgesamt waren sie zu viert, die den Gästen das reichhaltige Frühstück anrichteten, währschafte Gerichte kochten, die Zimmer sauber hielten und die Papierarbeiten erledigten. Eine neue Stelle haben sie noch nicht gefunden. «Ab einem gewissen Alter ist das nicht mehr so leicht», sagt Valerio Bacci. Er selbst freut sich jedoch, nun seinen Ruhestand in der Schweiz und in Umbrien zu verbringen. Und vielleicht, falls das «Basilea» wieder öffnen sollte, mal auf einen Kaffee vorbeizukommen.

Interessenten für das Restaurant-Inventar können sich bis Ende Woche unter 076 332 21 82 an Valerio Bacci wenden.

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