Aarau Rohr
In diesem Kindergarten spielen auch Kinder mit Beeinträchtigungen mit

Im August wird in Aarau Rohr der dritte Kooperative Kindergarten der Region eingeweiht. Diesen besuchen Sprösslinge der Regelklasse teilweise zusammen mit Kindern, die an einer Beeinträchtigung leiden.

Pascal Meier
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Erfolgsmodell Kooperativer Kindergarten: Seit zehn Jahren wird ein solcher in Gontenschwil (Foto) sowie in Holziken geführt. (Archiv)

Erfolgsmodell Kooperativer Kindergarten: Seit zehn Jahren wird ein solcher in Gontenschwil (Foto) sowie in Holziken geführt. (Archiv)

Peter Siegrist

Ab August werden in Aarau Rohr Kinder mit einer Beeinträchtigung den Kindergarten teilweise zusammen mit Sprösslingen der Regelklasse besuchen. Möglich macht dies der neue Kooperative Kindergarten in der Überbauung Quellenpark.

Hier werden eine heilpädagogische Klasse der HPS Aarau, die von der Stiftung Schürmatt betrieben wird, und eine städtische Kindergartenabteilung Tür an Tür geführt.

Das ermöglicht sowohl getrennten Unterricht als auch gemeinsame Aktivitäten. «Der Kooperative Kindergarten hat ein hohes Integrationspotenzial, was für die Kinder beider Klassen eine grosse Bereicherung ist», sagt Werner Sprenger, Direktor der Stiftung Schürmatt.

Im Kooperativen Kindergarten haben beide Klassen separate Räume sowie eigene Lehrerinnen und Lehrer. Das Konzept sieht vor, dass täglich mindestens eine gemeinsame Aktivität stattfindet.

Zudem lernen sich die Kinder in den Pausen besser kennen und verstehen. Das Modell ist flexibel und lässt Spielraum für mehr oder weniger gemeinsamen Unterricht.

Begleitet wird der Kindergartenbetrieb von einer Kommission mit Vertretern der Kreisschule Buchs-Rohr, Schulpflege und der Schürmatt. «Wir spüren von den Behörden viel Goodwill», so Sprenger. Man habe Gespräche mit anderen Gemeinden geführt, in Rohr aber die besten Voraussetzungen vorgefunden. So müssten die Räume für den Heilpädagogischen Kindergarten neben einem Regelkindergarten liegen.

Viele wechseln in Regelklasse

Die Stiftung Schürmatt führt damit in Aarau Rohr das gleiche Konzept ein, das seit zehn Jahren in Gontenschwil und Holziken angewandt wird. Kleine Gontenschwiler und Holziker lernen und spielen seither gemeinsam mit heilpädagogisch beschulten Kindergärtlern. Das Konzept hat Erfolg und ermöglicht vier- bis achtjährigen Kindern mit Beeinträchtigung später oftmals den Übertritt in eine Regelklasse der Primarschule. «Drei Viertel der Kinder des Heilpädagogischen Kindergartens können dank diesem Modell in eine Regelklasse wechseln», so Werner Sprenger. Bei rein Heilpädagogischen Kindergärten seien es nur ein Viertel. Für Sprenger ist deshalb klar. «Der Kooperative Kindergarten ermöglicht viel bessere Startchancen für Kinder mit Beeinträchtigungen.»

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