Aarau
Im Aarauer Zelgliquartier liegen die Wünsche auf dem Boden

Beim Vorglühen zum Wakkerpreis Ende Juni fand auf dem Wallerplatz im Zelgliquartier ein Strassenkreidefestival statt. Kinder und Erwachsene durften ihre Wünsche auf den Boden malen:eine Fussgängerzone, ein Spielplatz oder ein Bänkli zum Ausruhen.

Sibylle Haltiner
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Viel Liebe und Herzlichkeit wünschen sich diese drei Strassenkünstlerinnen
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Vertieft in die Kunst
Vorglühen zum Wakkerpreis
Mit Walter Vogt diskutierten Rina Cano, Dominik Lenzin und Lelia Hunziker (von links) über das Leben im Zelgli
Eine Wunschstadt mit vielen farbigen Häusern entstand auf dem Wallerplatz
Eine wackere Strassenhexe
Eine Insel mit Baum und Bänklein wünschen sich viele für den Wallerplatz
Ein Volkstanz zu Countrymusik mitten auf dem Wallerplatz
Die vierjährige Nina malte bei der Bushaltestelle ein Haus
Der Knirps möchte bereits mit dem Segelschiff davonfahren

Viel Liebe und Herzlichkeit wünschen sich diese drei Strassenkünstlerinnen

Sibylle Haltiner

Immer farbiger wurde gestern der Wallerplatz. Kinder und Erwachsene malten mit dicker Kreide ihre Träume für eine lebenswerte Stadt auf den Asphalt. Sommervögel, Häuser mit lachenden Gesichtern, eine Hexe mit Besen, spielende Kinder entstanden und nahmen nach und nach den Platz in Beschlag.

Das Strassenkreidefestival war eine der Vorglühveranstaltungen zum Wakkerpreis Ende Juni. Es war ein Volksfest mit Begegnungen, Musik, Gesprächen und einem Talk über das Leben im Zelgli. Drei Tambouren lockten auch die letzten Anwohner aus ihren Häusern, Julie Landis organisierte spontan einen Volkstanz.

Wieder vermehrt Spielplatz

Der Wallerplatz ist ein multifunktionaler Begegnungsort: Der Bus hat eine Haltestelle, fünf Quartierstrassen vereinigen sich, Autos, Fussgänger und Velofahrer kreuzen ihre Wege, Kinder spielen Fussball oder fahren Rollerblade. Deshalb wurde der Platz für diese Veranstaltung ausgewählt: «Der Wallerplatz ist zentral, ein urbaner Raum im Gartenquartier, hier passiert etwas», sagte Einwohnerrätin Lelia Hunziker.

Viele Quartierbewohner vom Zelgli haben konkrete Vorstellungen über eine mögliche Neugestaltung des Platzes: Sie malten einen Baum in die Mitte und Bänklein darum herum, Fussabdrücke signalisieren eine Fussgängerzone. Der Platz soll mehrfach genutzt werden», erklärte Quartierbewohnerin Irene Brantschen. Dazu gehöre auch der Verkehr.

In neuerer Zeit haben die Kinder den Wallerplatz wieder vermehrt in Beschlag genommen. Es gibt im Zelgli keinen Spielplatz, doch die grosszügige, asphaltieren Fläche eignet sich hervorragend zum Velöli-Fahren, Rollerbladen und Ballspielen. So begegnen sich dort Mütter, die ihre Kinder beaufsichtigen, es ergeben sich Gespräche mit Passanten, auch mit älteren Quartierbewohnern. Dies berichtete Rina Cano, die mit Dominik Lenzin und Lelia Hunziker unter der Leitung von Walter Vogt über das Leben im Quartier diskutierte.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass sie in einem privilegierten Quartier wohnen. «Wir haben überall Tempo 30», erklärte Lelia Hunziker. Dominik Lenzin meinte: «Alles ist hier ein bisschen edler und mächtiger, aber auch zurückhaltender.» Er plädierte jedoch dafür, dass ein Quartier seine Identität bewahren soll, auch wenn Gesprächsleiter Walter Vogt das Zelgli provokant als «stier» betitelte.

Und was fehlt? Hier waren sich alle einig: Ein Quartierladen und ein Café oder eine Beiz würden dem Zelgli gut tun.

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