Lenzburg
Hier entsteht ein Zentrum für künftige Medaillen-Gewinner

Der Aargauer Turnverband wird sein neues Leistungszentrum neben der Lenzburger «Traitafina» bauen. Ziel ist, das Zentrum im Jahr 2021 zu eröffnen.

Nadja Rohner
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Der um die zehn Millionen Franken teure Neubau wird auf diese Wiese zwischen der Traitafina AG und der A1 zu stehen kommen.

Der um die zehn Millionen Franken teure Neubau wird auf diese Wiese zwischen der Traitafina AG und der A1 zu stehen kommen.

Urs Helbling

Das Turnzentrum Aargau muss aus dem Hetex-Areal in Niederlenz ausziehen, per Ende 2020 läuft der Mietvertrag aus. Seit geraumer Zeit war der Zentralvorstand des Aargauer Turnverbandes (ATV) deshalb auf der Suche nach einem neuen Domizil. Nun ist es gefunden. Und zwar ganz in der Nähe des alten: Hermann Bader, Inhaber der Lenzburger Traitafina AG, hat dem ATV einen Teil der firmeneigenen Landreserve zum Kauf angeboten. Das heute unüberbaute Stück Land liegt zwischen Traitafina und Autobahn, im Gebiet Hammermatte. Der Turnverband bezeichnet das in einer Medienmitteilung als «ideale Lösung».

Nicht in Küttigen und Siggenthal

Die Mitteilung kommt einigermassen überraschend. Zur Diskussion standen zuletzt andere Standorte: Küttigen (Neubau unterhalb des Sportplatzes Ritzer mit langfristigem Baurechtsvertrag), Siggenthal-Station (zusätzlicher Neubau und Einmietung im Sportzentrum «GoEasy») und andernorts in Lenzburg (Neu- und Umbau auf dem alten Bauknecht-Areal). Vom Traitafina-Areal war nie die Rede gewesen.

Tatsächlich hat sich die Option erst kurzfristig im Frühsommer 2018 ergeben, als der ATV die anderen drei Standorte kommuniziert hatte. Innerhalb von nur sechs Wochen prüfte der ATV die Machbarkeit; die am-architektur GmbH skizzierte vier Umsetzungsvarianten. Und dann ging es rassig, der Verkauf des rund 3000 Quadratmeter grossen Grundstücks wurde per Handschlag besiegelt. «Mit unserem Beitrag hat der Turnsport Aargau, dem ich persönlich sehr verbunden bin, die dringend nötige Planungssicherheit für sein neues Turnzentrum», lässt sich Traitafina-Inhaber Hermann Bader zitieren.

Laut ATV-Präsident Jörg Sennrich ist der Verband «erfreut und erleichtert». Mit dieser Standortlösung gebe es nun «keinen politischen Verhandlungsprozess mit unsicherem Ausgang». Ausserdem sei Lenzburg ideal gelegen; das künftige Turnzentrum Aarau befinde sich nur einen halben Kilometer vom SBB-Bahnhof entfernt.

Bis elf Millionen Franken teuer

Das neue Turnzentrum hat eine Grundfläche von 2000 Quadratmetern, so viel steht fest. Der weitere Planungsprozess (Vorprojekt) werde nun «konkret und konsequent weitergeführt», so Sennrich. Für das Traitafina-Grundstück zahle man einen «angemessenen Preis», heisst es in einer Mitteilung des ATV. Das Investitionsvolumen für den gesamten Neubau liegt im Bereich von acht bis elf Millionen Franken. «Genauer wissen wir es nicht, die Planung geht nun weiter», sagt Sennrich. Finanziert werde der Neubau mit Eigenmitteln und Fundraising des Turnverbands, mit Beiträge aus dem Swisslos-Sportfonds Aargau, mit Finanzierungspartnern (Bank) und durch Private.

Eröffnung im Jahr 2021 als Ziel

In seiner Medienmitteilung lobt der Turnverband auch die Stadt Lenzburg, die «in den letzten Wochen viel zur schnellen Abwicklung und der Beschaffung der notwendigen Entscheidungsgrundlagen beigetragen hat». Stadtammann Daniel Mosimann zeigt sich erfreut über den Standortentscheid. Lenzburg biete «optimale Voraussetzungen für eine langfristige und beständige Zusammenarbeit mit dem Aargauer Turnverband».

Auf gute Zusammenarbeit ist der Verband angewiesen. Der Terminplan ist straff. «Unser Ziel ist und bleibt die Eröffnung im 2021», betont ATV-Präsident Sennrich.

Der derzeit erfolgreichste Turner des Kantons, Oliver Hegi aus Schafisheim (Europameister am Reck 2018), betont die Wichtigkeit eines neuen Turnzentrums für den Kanton: «Der Aargauer Turnverband hatte mir in Niederlenz ideale Rahmenbedingungen geboten, um Topleistungen und den Sprung nach oben zu erreichen.»

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