Aarau
Es kommt einiges an Lärm und Staub zusammen

Der Neubau des Aarewerks Rüchlig sorgt für Wirbel: Im Scheibenschachen hat man grosse Bedenken wegen des Baustellenverkehrs. Hinzu kommt: Während der Rammarbeiten können auch Erschütterungen auftreten.

Hermann Rauber
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Der Kraftwerkneubau wird drei Jahre dauern. zvg/ visualisierung

Der Kraftwerkneubau wird drei Jahre dauern. zvg/ visualisierung

Am zweiten Informationsanlass zum Neubau des Aarauer Aarekraftwerks Rüchlig durch die Axpo AG zeigte sich, dass die Befindlichkeiten von Quartier zu Quartier verschieden sind.

Während am Montag im Kultur- und Kongresszentrum bei den Tellibewohnern die Sorgen um den Grundwasserspiegel im Vordergrund standen, so überwogen im Scheibenschachen am Donnerstag die Befürchtungen um die Immissionen durch den Baustellenverkehr für die nächsten drei Jahre.

Hochwasserschutz genügend

Nördlich des Aareufers ist man zwar nach dem Hochwasser vom August 2007 für Überschwemmungen sensibilisiert, doch scheinen die vorgesehenen Massnahmen mit einer permanenten Dichtwand und mit einem temporären Schutz während der Bauzeit zu genügen. Jedenfalls war dieser Aspekt an der Versammlung der Quartierbewohner im Scheibenschachen im Zwinglihaus nur ein Randthema. Zum Ausdruck kam vielmehr, dass man in der direkten Umgebung des Kraftwerks Rüchlig vor allem wegen des Baustellenverkehrs Bedenken hat.

Laut Projektleiter Christoph Tandler begleitet zwar eine spezielle Verkehrskommission die kommenden Erschwernisse während der rund dreijährigen Bauzeit. Die Zu- und Wegfahrt der Lastwagen erfolgt über die Aarenau- und die Kirchbergstrasse, wobei rote und grüne Tafeln für einen «Ausgleich der Belastung» sorgen sollen. Der Schwerpunkt der Immissionen liegt auf der Stockmattstrasse, die direkt zur provisorischen Schwerlastbrücke auf die Zurlindeninsel führt, auf einer reinen Quartiererschliessung, die notabene eng und mit Tempo 30 versehen ist.

Probleme, so Votantinnen und Votanten an der Versammlung, könnten sich auch bei Kreuzungen mit dem BBA-Bus auf der Kirchbergstrasse ergeben. Nicht zuletzt im Wissen darum, dass nicht nur das Kraftwerk neu gebaut wird, sondern im laufenden Jahr auch die Arbeiten für die Überbauung im neuen Wohnquartier Aarenau im östlichen Scheibenschachen anlaufen werden. Da kommt also vor allem auf die Anwohner der Zufahrtsachsen einiges an Lärm, Dreck und Staub zusammen. Der Zeitplan sieht vor, dass anfangs April mit dem Rückbau des jetzigen Kraftwerks Rüchlig begonnen wird, die Anlage wird am 2. Juli gänzlich abgeschaltet.

Ruhe nachts und am Wochenende

Nicht genug damit: Es sei, so Christoph Tandler, in der Nähe des Aareufers durchaus möglich, dass beim Einbau der Dichtwand, die bis auf den Fels hinunterreicht, «Erschütterungen bei Rammarbeiten auftreten können». Zu diesem Zweck hat die Projektleitung bereits im laufenden Monat Rissaufnahmen an besonders gefährdeten Standorten vorgenommen.

Diese Dichtwände werden allerdings erst im Jahr 2013 eingesetzt. Tröstlich für das Quartier ist immerhin die Zusicherung, dass während der Bauzeit «in der Regel» während der Nacht und am Wochenende «Ruhe herrschen wird».

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