Strassenverkehrsamt
Er versteht Mundart und missverständliche Fragen: In «Schafisheim» telefoniert ein Roboter

Das Strassenverkehrsamt zeigt nächste Woche während der «Digital Week» Innovationen. Schon Bald wird ein Sprachroboter das Telefon abnehmen. Er ist fertig und ab Ende November offiziell aufgeschaltet.

Michael Küng
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«Wir freuen uns auf die Verschiebung von Fahrzeugzulassungen auf unsere Online-Plattform, dann werden viele Behördengänge nicht mehr nötig sein», sagt Sprenger.

«Wir freuen uns auf die Verschiebung von Fahrzeugzulassungen auf unsere Online-Plattform, dann werden viele Behördengänge nicht mehr nötig sein», sagt Sprenger.

Michael Küng

Seit vier Jahren ist die Schweizer IT-Branche darum bemüht, mit dem jährlichen Informatiktag die sonst so abstrakte Branche für die breite Öffentlichkeit fass- und erlebbar zu machen. Aarau macht nun gleich eine Woche («Digital Week») daraus. Es gibt ab Dienstag in Aarau, Lenzburg und am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg (Gränichen) zwölf Anlässe (siehe Box). Mit dabei ist auch das Strassenverkehrsamt. Martin Sprenger, Leiter Fachservices und Personal, wird der Öffentlichkeit im Grossratsgebäude die aktuellen Projekte des Amts vorstellen.

Das können Sie während der «Digital Week» alles erleben

Eine Auswahl aus dem Angebot, für manche Anlässe ist eine vorgängige Anmeldung auf www.digitaldayaarau.ch nötig. Bis 31.10., 10 bis 11 Uhr: Mit der Handykamera entlang des Seetaler Aabachs spannende eingeblendete Infos über die hiesige Industriekultur entdecken. Tägl. Einführung um 10 Uhr. Bis am 1.11. kann von 14 bis 18 Uhr im Stadtmuseum Aarau die VR-Brille übergestreift und in fremde Welten eingetaucht werden.

Am 28.10., 14-16 Uhr, flitzen am selben Ort Kinder bei einer Schnitzeljagd kleinen Robotern hinterher, die sie mit Filzstiften programmieren können. Währenddessen werden in der Stadtbibliothek Aarau aus speziellen Bausteinen kleine Roboter und aus Legos Hindernisse für diese entstehen.

Am 29.10., 17-18 Uhr, zeigt das Strassenverkehrsamt im Grossratsgebäude, wie viele Behördengänge bald der Vergangenheit angehören werden (siehe links).
Spannend wird es am Freitag von 9 bis 12 Uhr in der Aeschbachhalle, wenn eine Reihe von Vorträgen sich mit offenen Behördendaten als Innovationstreiber und mit aus datenschutzrechtlicher Perspektive anspruchsvollen Angeboten wie dem neuen digitalen «Mein Konto» des Kantons für Bürger auseinandersetzt. Anschliessend Diskussion.

Und am Samstag führt das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg ab 13.30 Uhr an drei Posten durch die Hightechwelt der Agrarwirtschaft: Sprühdrohnen, intelligente Ohrmarken, moderne Prognosemodelle für Pilzbefall und einiges mehr wartet in Gränichen auf Besucherinnen und Besucher. (mik)

Hinweis
27.10. bis 3.11., ganzes Programm auf www.digitaldayaarau.ch

«Wir freuen uns auf die Verschiebung von Fahrzeugzulassungen auf unsere Online-Plattform, dann werden viele Behördengänge nicht mehr nötig sein», sagt er. Aber das wohl ambitionierteste Projekt ist die Schaffung eines digitalen Lebenslaufs für Fahrzeuge mit allen wichtigen Partnern aus der Welt der Autos. Dank Blockchain-Technologie soll sie fälschungssicher sein. «Eine solche Datenbank würde zum Beispiel dafür sorgen, dass Daten nur einmal erfasst werden», erklärt Sprenger. «Dadurch steigt die Datenqualität, denn bei jedem Neuerfassen der Daten können Fehler passieren. Das ist aktuell ein Problem im Geschäftsverkehr.» Bei solchen Projekten ist der Datenschutz ein grosses Thema. «Dass der Datenschutz garantiert ist, stellen wir mit Hilfe zwei renommierter Rechtsanwältinnen sicher», so Sprenger.

Mit einem Telefon-Roboter die Mitarbeiter entlasten

Schon fertig und ab Ende November offiziell aufgeschaltet ist der neue Sprachroboter, der bald das Telefon des Strassenverkehrsamts abnehmen wird. «Im Wesentlichen werden uns am Telefon die immer gleichen dreissig Fragen gestellt. Vieles davon kann auch ein Roboter erledigen», erklärt er. Das Strassenverkehrsamt erhofft sich von den Neuerungen eine Entlastung der Mitarbeitenden und eine schnellere Bedienung der Kunden: «Dafür können wir freie Ressourcen für die weitere Kundenbetreuung schaffen.» Und der Robo ist gut, sehr gut sogar. Er versteht Mundart, gebrochenes Deutsch, missverständlich gestellte Fragen.

Aargauer Strassenverkehrsamt auf gutem Weg

Befürchtet die Belegschaft da keinen Stellenabbau? «Das habe ich bis jetzt nicht festgestellt. Es gibt jedes Jahr mehr Fahrzeuge, die Arbeit wird uns also nicht ausgehen. Dennoch muss man dieses Thema im Auge behalten», so Sprenger.

Im schweizweiten Vergleich sieht er das Aargauer Strassenverkehrsamt auf gutem Weg. Auch dank Kooperationen mit KMU. Sein Know-how in Sachen Sprachroboter teilt das Amt etwa mit einem Unternehmen, das einen Chatroboter entwickelt hat. «So können wir vom jeweils anderen profitieren und Ressourcen sparend neue Angebote entwickeln», sagt Sprenger. KMU, die Interesse an einem möglichen Austausch haben, seien jederzeit willkommen, anzurufen.