Buchs
Einwohnerrat Buchs will die Bibliothek noch nicht sanieren lassen

Der Einwohnerrat Buchs lehnt den Kredit in Höhe von 225 000 zur Sanierung der Bibliothek ab. Er will ihr die Raumoptionen nicht nehmen. Dass es sie braucht, steht aber ausser Frage.

Hubert Keller
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Doris Michel muss auf eine gründliche Renovation ihrer Bibliothek verzichten. Patricia Schoch

Doris Michel muss auf eine gründliche Renovation ihrer Bibliothek verzichten. Patricia Schoch

Das Budget 2014 wäre wohl sang- und klanglos durchgegangen, hätte nicht die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission FGPK die Streichung des Kredits von 225 000 Franken für die Sanierung der Bibliothek beantragt. Und so entstand, schon fast wider Erwarten, doch noch eine angeregte Debatte, auch wenn von Anfang an feststand, dass die FGPK sich mit Unterstützung der bürgerlichen Mehrheit durchsetzen würde.

Die Frage: Jetzt oder später

Die Bibliothek im Keller des Schulhauses Gysimatte müsse in die anstehende Schulraumplanung integriert werden, argumentierte FGPK-Präsident Ueli Kohler (FDP). Die Renovation komme deshalb drei Jahre zu früh. Sonja Füllemann (FDP) schlug in die gleiche Kerbe: Mit einer Renovation verbaue man der Bibliothek mögliche andere Raumoptionen. Die Bibliothek selber und deren Nutzen stellte niemand infrage. «Doch«, so Füllemann, «die Frage ist nicht ja oder nein, sondern jetzt oder später.»

Mit einem sanften Seitenhieb an die Feuerwehr, der vor der Budgetdebatte ein Pikettfahrzeug für brutto 605 000 Franken einstimmig bewilligt worden war, sagte Franziska Lüscher (SP): «Schade, dass es keine kantonale Richtlinie für den Zustand einer Bibliothek gibt, sonst wäre die Bibliothek längst renoviert worden», sagte sie mit einem sanften Seitenhieb an die Feuerwehr.

Viele Änderungen

In den letzten zwanzig Jahren sei in der Bibliothek nicht viel verändert worden, ausser dass nun alles etwas verbrauchter wirke, sagte Andreas Frey (Grüne). Bei der SP und den Grünen ist man überzeugt: «Schulraumplanung hin oder her, der jetzige Standort ist vernünftig und auch in Zukunft der richtige.»

Doris Michel, CVP-Einwohnerrätin und Leiterin der Bibliothek, stand mit ihren Argumenten auf verlorenem Posten. Der Antrag der FGPK wurde mit 20 gegen 15 Stimmen angenommen und der Kredit aus dem Investitionsprogramm gekippt. Katrin Schenker (SP) erwirkte mit ihrem Antrag immerhin einen Kredit von 20 000 Franken, mit dem der Boden geflickt und Büchergestelle mit Rollen versehen werden können.

Steuerfuss bleibt 97 Prozent

FGPK-Präsident Kohler kommentierte den Finanzplan 2014/2017 und das Budget 2014. Er verwies darauf, dass der Investitionsbedarf den Finanzhaushalt mehr und mehr unter Druck bringt. In den vier Jahren der Planperiode sind Investitionen von insgesamt 25,4 Mio. Franken vorgesehen. Im nächsten Jahr werden 5,7 Millionen investiert.

Ein Steuerfuss von 97 Prozent reiche unter diesen Voraussetzungen bald nicht mehr, meinte Kohler. Bereits das Budget 2014 rechnet mit einem Aufwandüberschuss von 227 000 Franken, der mit Eigenkapital ausgeglichen wird. Der Aufwandüberschuss wächst bis 2017 gemäss Finanzplan auf 600 000 Franken.

Die Einbürgerungsgesuche wurden einstimmig oder mit grossem Mehr genehmigt. Gemäss Gemeinderätin Barbara Keusch wird die Verwaltung vorläufig auf die elektronische Rechnungsstellung (E-Billing) verzichten. Namens der Grünen reichte Andreas Frey eine Motion zur Senkung des Energieverbrauchs in den öffentlichen Gebäuden ein.

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