Muhen
Diese Ausgaben versprechen einen Profit

Die Aula war voll: Der Gemeinderat Muhen rief zur Orientierung über ein Kreditbegehren. Für 6,96 Millionen Franken sollen die Gebiete Hirziweg und Gibel als Bauland erschlossen werden.

Peter Weingartner
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Im Gibel würden 13000 Quadratmeter Land baureif. 10000 davon gehören der Gemeinde. Sie hat deshalb auch den Löwenanteil der Erschliessungskosten zu tragen. Unter dem Strich dennoch ein profitables Geschäft für die Gemeinde: Mutmasslichen Investitionen von 4,87 Millionen steht ein Erlös durch den Landverkauf von 8,25 Millionen Franken gegenüber. Die Folgekosten? Man ist sich bewusst, dass ein Bevölkerungswachstum auch die Infrastruktur belastet: Schulraum, Turnhallen. Doch diesbezüglich sei man noch nicht unter Zugzwang, sagte Gemeindeammann Cornelia Wüthrich. Und die Strassen, so Vizeammann Werner Schertenleib, sind Teil des Projekts.

Im Gibel, wo eine Gestaltungsplanpflicht besteht und eine Staffelung durch verschiedene Gebäudehöhen vorgesehen ist, entstünde eine Wohnfläche von 12000 Quadratmetern. So rechnet Bauverwalter Andreas Schmucki. Bei einem Flächenbedarf pro Person von 50 bis 55 Quadratmetern könnten in etwa 50 Wohneinheiten 200 bis 220 Personen wohnen. Das Projekt sieht die Sanierung der bestehenden Strasse bis zum Ende der Bauzone vor. Eine Strasse in den Hang darüber erschliesst den oberen Teil des Baugebiets.

Der zweite Schwerpunkt des Erschliessungsprojekts ist die Fortsetzung des Hirziwegs bis zur Suhrgasse. Die Strasse führt grösstenteils dem Schwabistalbach entlang und erschliesst, zusammen mit den Werkleitungen, die Bauzonen beiseits des Baches – auch das Baugebiet Suhrgasse, das ebenfalls in Gemeindebesitz ist. Neue Fusswege, quer zu den Strassen, verbinden gemäss Vorprojekt die Wohngebiete Gibel und Schwabistal.

Genauere Abklärungen nötig

Rege verlief die Diskussion, und der Gemeinderat nahm etliche Anregungen zur eingehenderen Prüfung entgegen. Vorab die Versicherungsmulde für Regenwasser, vorgesehen bei der Suhrgasse, scheidet die Geister. Versickert das Wasser dort wirklich? Soll man in diesem Bauerwartungsland überhaupt so etwas bauen oder gäbe es geeignetere Standorte?

Und im Ostteil des Hirziwegs: Sind da noch Altlasten im Boden drin, eine Deponie, die teure Folgen zeitigen könnte? Und natürlich gings auch um die Erschliessungskosten für die privaten Grundeigentümer. Planer Hans Peter Frey rechnet mit einem Betrag zwischen 60 und 80 Franken pro Quadratmeter, je nach Bautiefe. Obwohl es auch schon zu Erdrutschen gekommen sei: Der Gemeinderat steht hinter dem (vom Regierungsrat 2010 bewilligten) Projekt Gibel.

Etappierung bis 2016

Weg- und Strassenbreiten waren auch ein Thema, und Anwohner der Suhrgasse befürchten Mehrverkehr. Klar ist: Eine Strasse kann nicht auf den Ausnahmefall des Kreuzens eines überbreiten landwirtschaftlichen Fahrzeugs mit einem Lastwagen ausgerichtet werden.

Der Anlass bot auch Gelegenheit zur «Chropfleerete». So ist das Parkieren auf Trottoirs ein verbreitetes Ärgernis. Hier ist die Polizei gefordert. Der Terminplan sieht zuerst die Realisierung des Hirziwegs ab Suhrgasse bis zum Birkenweg und die Erschliessung Gibel samt Sanierung Gibelweg vor. Läuft alles nach Plan, soll das ganze Projekt 2016 realisiert sein. Erste Voraussetzung ist allerdings, dass die Gemeindeversammlung am 13. Mai zum Verpflichtungskredit von brutto 6,96 Millionen Franken Ja sagt.

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