Buchs
Die Gesundheitskosten steigen ungebremst

«Die strategische Freiheit wird mehr und mehr eingeschränkt», sagte Ueli Kohler, als er im Einwohnerrat am Dienstagabend die Jahresrechnung 2012 erläuterte. Der Präsident der FGPK monierte vor allem die rapide steigenden Gesundheitskosten.

Hubert Keller
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Überbauung Keiserpark: Der Bauboom bringt auch neue Steuerzahler nach Buchs. Sandra Ardizzone

Überbauung Keiserpark: Der Bauboom bringt auch neue Steuerzahler nach Buchs. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Der Präsident der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK), Ueli Kohler, rechnete vor, dass die Sozialhilfe gegenüber 2011 um 75 Prozent auf 1,6 Mio. Franken angewachsen ist.

Die allgemeine Fürsorge beansprucht mit 1,66 Mio. Franken 15 Prozent mehr. Nahezu verdoppelt haben sich die Beiträge an die Spitäler, sie machten einen Sprung von 94 Prozent auf 1,64 Mio. Franken und beanspruchen rund 5 Prozent der Strukturkosten.

Besoldungen: Die Anpassungen sind marginal

Lilian Dürr ist die Neue im Buchser Einwohnerrat. Die SP-Frau ist Nachfolgerin von Nicole Urban, die Beruf, Weiterbildung und politische Arbeit nicht mehr unter einen Hut bringen konnte und deshalb Ende Januar aus dem Einwohnerrat ausschied. Nicole Urban trat dem Rat Anfang 2006 bei und war seit Oktober 2010 Stimmenzählerin. In diesem Amt wird sie von Gabriela Sasse-Roth (SP) abgelöst.
Der Einwohnerrat setzte auch die Besoldungen für den Gemeinderat sowie die Entschädigungen und Sitzungsgelder für den Einwohnerrat und dessen Kommissionen fest. Die Anpassungen sind marginal. Die Präsidenten der FGPK und des Einwohnerrats bekommen in der kommenden Legislatur gleich viel, nämlich je 2500 Franken pro Jahr. Der FGPK-Präsident muss 500 Franken nachgeben, der ER-Präsident bekommt 500 mehr. Nur um 1 Prozent erhöht werden die Ansätze der Gemeinderäte und des Gemeindeammanns, dessen Einsatz auf ein 40-Prozent-Pensum geschätzt wird. Er bezieht 71 540 Franken. Der Vizeammann wird mit 29 510 Franken entlöhnt. (Kel)

Der Nettoaufwand ist gegenüber 2011 um ganze 16 Prozent angewachsen. «Wir müssen die Entwicklung im Auge behalten», mahnte Ueli Kohler. Dennoch, dies wollte auch der kritische FGPK-Präsident nicht leugnen, das Rechnungsergebnis ist bei einem Ertragsüberschuss von 930 500 Franken gut.

Dank der Steuereinnahmen, wie Kohler betonte. Verglichen mit dem Vorjahr hat die Steuerkraft um 3,3 Prozent zugenommen und beträgt nun 1922 Franken pro Einwohner.

Zu Diskussionen Anlass gaben der Rechenschaftsbericht und die Jahresrechnung der Einwohnergemeinde nicht.

Unter dem Eindruck des für das Jugendfest kurzerhand entfernten Kletterturms in Rohr mahnte Andreas Frey (Grüne) die Kreisschule zum sorgfältigen Umgang mit den Mitteln: Die Gemeinde alimentiere die Kreisschule mit 3 Mio. Franken; er hoffe, dass damit nicht kurzfristige Hauruckübungen bezahlt würden.

Die Grünen befürchten, dass sich der Gemeinderat beim Jugendtreff mit einer Minimallösung zufriedengibt. Die entsprechende Anfrage beantwortete Gemeinderätin Barbara Keusch.

Man suche einen 150 bis 200 m2 grossen ebenerdigen Raum in der Nähe der Schule, erklärte sie. Man habe verschiedene Räume angeschaut, aber sei noch nicht fündig geworden.

Die Gemeinde selber verfüge über keine Räume, die geeignet wären. Das alte Feuerwehrgebäude wird von der Kreisschule für den Mittagstisch der Sportschüler benutzt. Eine Doppelbenutzung sei nicht möglich, sagte Keusch.

Sonja Füllemann (FDP) zeigte mit ihrer Anfrage wenig Verständnis für die unsichere Situation bei der Neustrukturierung der Schule mit Aarau-Rohr und für die dürftige Kommunikation.

Gemeinderätin Keusch wollte von einem Hinauszögern der Entscheidungen nichts wissen. Sie geht davon aus, dass die Einführung der neuen Schulorganisation auf das Schuljahr 2016/2017 realistisch ist.

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