Fusion
Der Zukunftsraum Aarau ist tot: Wird heute klar, wie es weiter geht?

Unterentfelden nimmt sich Zeit und berät eingehender im Frühling, Densbüren bespricht die Fusionsfrage am Montag. Eine offizielle Botschaft zum gescheiterten Projekt Zukunftsraum wird für heute Morgen erwartet.

Daniel Vizentini, Nadja Rohner
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Die Projektsteuerung des Zukunftsraums Aarau stand an der Sitzung vor vielen Fragezeichen. (Symbolbild)

Die Projektsteuerung des Zukunftsraums Aarau stand an der Sitzung vor vielen Fragezeichen. (Symbolbild)

Keystone/Montage: mwa

Wie baut man ein Projekt ab, für das man fast zehn Jahre lang gearbeitet hat? Mit dieser Frage muss sich die Projektsteuerung des Zukunftsraums Aarau nun auseinandersetzen. Die für gestern angekündigte Sitzung war am frühen Nachmittag schon fertig. Was dort genau beschlossen wurde, soll bis heute um 10 Uhr noch geheim bleiben.

Man wolle laut dem Aarauer Stadtpräsidenten und Leiter der Projektsteuerung, Hanspeter Hilfiker, zuerst die Mitarbeitenden informieren. Nach dem Beschluss des Stadtrats vom Montag ist aber davon auszugehen, dass der Zukunftsraum definitiv gestorben ist und dies gestern an der Sitzung zementiert wurde.

Es geht nun sozusagen um die Einleitung der Rückbauarbeiten, und da ist vieles unklar: Aarau und Densbüren haben theoretisch Referendumsabstimmungen offen. Unterentfelden hat sogar einen gültigen Volksentscheid, der besagt, man solle einen Fusionsvertrag mit Aarau ausarbeiten – aber eigentlich in der Art, wie ihn der Zukunftsraum vorgesehen hatte, also etwa mit der Schaffung von Wahlkreisen und Stadtteilkommissionen. Oder doch nicht? Was geschieht mit den nicht aufgebrauchten Krediten? Was ist der formell richtige Ausweg?

Unterentfelden wollte stets Aarau mit dabei haben

Die Beteiligten nehmen sich nun Zeit, um das weitere Vorgehen in der neuen Situation zu beurteilen. In Unterentfelden will der Gemeinderat im Frühling darüber beraten. Drei Optionen: eine Fusion mit Aarau, mögliche Fusionsgespräche mit Oberentfelden oder der Status quo. Konkret auf dem Tisch liegt aber nur die Fusion mit Aarau, eine offizielle Anfrage aus Oberentfelden gibt es nicht, auch wenn deren Gemeindeammann dies am Sonntag als Option erwähnte. «Wir wissen noch nicht, wie dies der Gesamtgemeinderat in Oberentfelden sieht», sagte gestern der Unterentfelder Gemeindeammann Heinz Lüscher.

Vor über zehn Jahren habe Oberentfelden eine solche Fusionsanfrage gestellt. Unterentfelden antwortete: Wenn wir schon eine Fusion prüfen, dann im grösseren Rahmen, also mit Aarau. Daraus entstand dann der Zukunftsraum. Eine Volksumfrage in beiden Entfelden 2016 gab ein ähnliches Bild: Unterentfelden wollte lieber zu dritt fusionieren, Oberentfelden lieber nur mit Unterentfelden.

Alleine weiterexistieren könnten beide Entfelden. Für die bevorstehende Millioneninvestition in die gemeinsame Schule werden die Steuerfüsse wahrscheinlich angehoben. Auf Oberentfelden kommen aber danach hohe Kosten zu für die Neugestaltung des Engelplatzes nach dem Tunnelbau der WSB. Ob Unterentfelden Lust hat, diese Investition mitzutragen? Eine Grossfusion mit Aarau wäre da attraktiver gewesen.

Kommt in Densbüren die Option Staffeleggtal wieder?

Densbüren wollte eigentlich am 7. März, gleichzeitig mit Aarau, über das Zukunftsraumreferendum abstimmen. Unter denjenigen, die sich für das Referendum aussprachen, fand sich fast der gesamte Gemeinderat. Wie es jetzt weitergeht, will dieser am Montag besprechen, sagt Gemeindeammann Roger Meyer, der in wenigen Wochen sein Amt abgibt.

Auch für Densbüren gibt es drei Möglichkeiten: Der Alleingang, eine Fusion mit Aarau – sofern die Stadt denn will – und es könnte eine Fusion nordwärts wieder zum Thema werden. Vor einem Jahr entschied Densbüren zwar, sich nicht am Fusionsprojekt Staffeleggtal mit Herznach und Ueken zu beteiligen.

Aber jetzt, da der Zukunftsraum nicht mehr existiert, hat sich die Ausgangslage verändert. Roger Meyer sagt: «Ein Wiedereinstieg in das Projekt Staffeleggtal ist eher nicht wahrscheinlich.» Fraglich ist auch, ob das überhaupt noch gehen würde. Die Fusionsvorbereitungen sind schon relativ weit fortgeschritten, man hat sich bereits auf einen Namen («Herznach-Ueken») und ein Wappen geeinigt.

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