Densbüren
Gemeindeversammlung soll zwei Umzonungen bewilligen – eine wird das Dorf prägen

Die Stimmbürger legen an ihrer nächsten Gemeindeversammlung bei einem Ja den Grundstein für die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets «Kaisermatt».

Nadja Rohner
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In der Kaisermatt sind mehrere Betriebe mit Maschinen- und Antriebstechnik für die Autoindustrie befasst. Die Stimmbürger haben es in der Hand, ob beim Parkplatz (links) ein Kopfbau entstehen kann.

In der Kaisermatt sind mehrere Betriebe mit Maschinen- und Antriebstechnik für die Autoindustrie befasst. Die Stimmbürger haben es in der Hand, ob beim Parkplatz (links) ein Kopfbau entstehen kann.

Michael Küng

Es ist ein Beispiel dafür, dass in kleinen Gemeinden die Mühlen manchmal deutlich schneller mahlen als in grossen: Erst Ende Oktober 2020 lag in Densbüren die «Teiländerung Nutzungsplanung Kaisermatt» öffentlich auf. Es gab keine Einwendung. Bereits an der Gmeind vom 18. Juni ist das bedeutende Geschäft nun traktandiert.

Die Umzonung von knapp 3300 Quadratmeter Dorf- zu Gewerbezone am Südrand des Industriegebiets Kaisermatt soll es der Firma Lifa AG ermöglichen, dort einen grossen Neubau zu realisieren. Es soll ein Kopfbau im wörtlichen und übertragenen Sinn entstehen: Ein bis zu 21 Meter hohes Gebäude auf dem Parkplatz vis-à-vis dem Gemeindehaus, der das Gewerbegebiet Kaisermatt einleitet – ein Ort, an dem Forschung und Entwicklung für die Autoindustrie betrieben wird.

In der Kaisermatt sind mehrere Firmen eingemietet, die sich mit Maschinen- und Antriebstechnik befassen und rund 150 Personen beschäftigen. Wie Georg Senn, CEO der Lifa AG, im Oktober gegenüber der AZ ausführte, soll in der Kaisermatt künftig weniger produziert, dafür mehr entwickelt werden. Er rechne mit einer Verdopplung der Arbeitsplätze bis in etwa fünf Jahren.

Pool liegt widerrechtlich in Landwirtschaftsland

Entscheiden müssen die Stimmbürger auch, ob sie einen aktuell widerrechtlichen Zustand legalisieren wollen: 2008 waren bei einer Liegenschaft in Asp mehrere Bauten – ein Pool und Terrainveränderungen – erstellt worden. Das könnte man normalerweise mittels eines nachträglichen Baugesuchs bereinigen. Allerdings liegt beispielsweise der Pool zur Hälfte in der Landwirtschaftszone und dort ist er nicht bewilligungsfähig.

Nun soll dieser Teil des Landwirtschaftslandes der Dorfzone und damit der Bauzone zugewiesen werden – im Gegenzug wird ein flächengleiches Stück Bauland (etwa 90 Quadratmeter) gleich nebenan zur Landwirtschaftszone werden.

Die Teiländerung Nutzungsplanung lag im März öffentlich auf; es gab keine Einwendungen. Sofern die Gemeindeversammlung nun zustimmt, muss nach dem Zonenabtausch noch ein Baugesuch eingereicht werden.

Im Steinbruch soll noch mehr abgebaut werden

Die Stimmberechtigten aus Densbüren und Asp müssen ausserdem über mehrere Kredite im Umfang von rund 670'000 Franken entscheiden. 10'000 Franken davon will der Gemeinderat für ein Verkehrsgutachten aufwenden. Aus der Bevölkerung war nämlich der Antrag gekommen, Tempo 30 im Dorfkern einzurichten. Der Gemeinderat will nun Abklärungen dazu tätigen.

Für 105'000 Franken soll im Steinbruch Kohlplatz im Gebiet Feret (im Osten der Gemeinde) weiteres Material abgebaut werden. 5000 Kubikmeter wurden bereits gewonnen; die Gemeinde verwendet das Material für den Bau und Unterhalt ihrer Flur- und Waldstrassen. Berechnungen hätten jetzt gezeigt, dass mit den bestehenden Bewilligungen nochmals etwa dieselbe Menge Material abgetragen werden können, so der Gemeinderat.

Für 320'000 Franken soll entlang der Kantonsstrasse eine Wasserleitung ersetzt werden. 76'000 Franken kostet die Sanierung der Sulzbannstrasse und 120'000 Franken die Erweiterung der Strassenbeleuchtung samt Umrüstung auf LED. Die Erneuerung der IT-Hardware der Gemeindeverwaltung ist mit weiteren 42'000 Franken veranschlagt.

Der Gemeinderat will nicht mehr Lohn

Weiter beantragt der Gemeinderat eine Erweiterung des Stellenplans um 20 Prozent für die Schulleitung. Dies, weil er vom Delegationsrecht Gebrauch machen und mit der Abschaffung der Schulpflege weitere Kompetenzen an die Schulleitung übertragen will.

Traktandiert ist ausserdem die Entschädigung für den Gemeinderat, der diese immer vor Beginn einer Amtsperiode der Gemeindeversammlung vorlegt. Es sind jedoch keine Änderungen beantragt – der Gemeindeammann soll weiterhin 13'000 Franken erhalten, der Vize 11'000, die übrigen Gemeinderäte je 9000 Franken.

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