Tattoos und Piercings
Das Aarauer Stadtoriginal spricht über seinen Körperkult: «Ich selbst bin ein Weichei»

Der 33-jährige Diego ist eines der bestbezahlten Tattoo- und Piercing-Models und er betreibt ein eigenes Studio. Bei unserem Besuch erzählt das Aarauer Stadtoriginal vom Körperkult, aber auch, warum ihn eine grosse Traurigkeit gepackt hat.

Jürg Krebs
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Bambam ist sein Künstlername. Ein Tattoo- und Piercing-Studio sein Beruf. Eine Frau zu sein sein Traum.

Das ist Diego, gebürtiger Spanier, 33 Jahre alt und ein Aarauer Stadtoriginal. Fast 90 Prozent seines Körpers sind tätowiert, fast 30 Stecker und Ringe zieren seinen Körper. Und dies, obwohl er sagt: "Ich selbst bin ein Weichei." Besonders weh tue es ihm das Tätowieren an Bauch und Hals. Das sei für ihn der Horror.

Diego mit seinem Team in seinem Aarauer Studio.
10 Bilder
Stadtoriginal Diego alias Bambam
Nachdenklich, wenn er über seine Vergangenheit redet.
Er kam vor ein paar Jahren nur knapp mit dem Leben davon, als sein Haus in Flammen stand.
Mit Kundin im Studio - gleich wird sie ein Piercing erhalten.
Diego wäre gerne eine Frau.
Als Model verdient Diego gutes Geld.
Lebemann Diego.
Vor dem eigenen Geschäft.
90 Prozent des Körpers sind tätowiert.

Diego mit seinem Team in seinem Aarauer Studio.

Tele M1

Seine Lust am Körperkult lebt Diego aus. Als Model ist er gut bezahlt, verdient bis zu 3500 Franken pro Shooting. Es läuft ihm beruflich sehr gut. Eine Genugtuung für den 33-Jährigen. Als Kind wurde er gehänselt, weil er schon damals etwas anders war.

Doch da ist auch eine grosse Traurigkeit in ihm. Die Traurigkeit darüber, dass er mit dem falschen Geschlecht geboren wurde. Beim Modeln lebt Diego seine andere Seite aus. Die einer Frau in einem Männerkörper. Der Wunsch nach eigenen Kindern ist sehr stark. "Keine eigene Kinder zu haben, ist für mich etwas vom Schlimmsten", sagt Diego.

Und deshalb träumt er nicht nur vom Auswandern nach Ibiza, sondern auch von einer Geschlechtsumwandlung.