Aarau

Bombendrohung am Bahnhof: Polizei geht von Nachahmer aus

Die Unterführung am Aarauer Bahnhof wurde gesperrt.

Die Unterführung am Aarauer Bahnhof wurde gesperrt.

Gegen die Coop-Filiale am Bahnhof Aarau ist am Sonntagabend eine Bombendrohung eingegangen. Am Freitag gab es in Baden, Wettingen, Neuenhof und Spreitenbach bereits ähnliche Drohungen. Die Polizei geht von einem Nachahmeffekt aus.

Am Sonntagabend ist bei der Kantonspolizei eine Bombendrohung eingegangen gegen die Coop-Filiale im Untergeschoss des Bahnhofs Aarau. Gemäss Polizeisprecher Bernhard Graser habe gegen 21 Uhr eine Frau der Polizei angerufen und behauptet, dort gäbe es eine Bombe.

Die Polizei hat daraufhin das Gebäude abgesichert. Die Angestellten wurden nach draussen in Sicherheit gebracht, die Filiale wurde wegen der Drohung vorzeitig geschlossen. Die grosse Unterführung unter den Gleisen wurde für Passanten gesperrt, der Bahn- und Busverkehr war durch den Vorfall aber nicht beeinträchtigt.

Die Unterführung am Aarauer Bahnhof wurde gesperrt.

Die Unterführung am Aarauer Bahnhof wurde gesperrt.

Weniger als eine Stunde später gab die Polizei aber Entwarnung. Bei der Durchsuchung fand sich nichts Verdächtiges. Um 21.50 Uhr wurde auch die Unterführung wieder freigegeben. Eine Verbindung zu den Bombendrohungen vom letzten Freitag in den Gemeindeverwaltungen von Baden, Wettingen, Neuenhof und Spreitenbach schliesst die Kantonspolizei aus.

Bombendrohung gegen 4 Gemeinden

In der selben Woche gab es Bombendrohungen gegen 4 Gemeinden in der Region Baden: Neben dem Badener Stadthaus sind auch in Wettingen, Neuenhof und Spreitenbach Droh-E-Mails eingegangen. Offenbar alle vom selben Absender.

Sie geht aber von einem Nachamerdelikt aus. «Nach solchen Drohungen wie am letzten Freitag gibt es erfahrungsgemäss Nachahmer, die sich auch noch wichtig machen wollen. Für uns ist dies sehr lästig, eine solche Drohung ist etwas sehr Ernstes», sagt Bernhard Graser. Gegen die Urheberin der jetzigen Drohungen hat die Kantonspolizei Ermittlungen eingeleitet.

Wegen Bombendrohung musste das Badener Stadthaus evakuiert werden.

Wegen Bombendrohung musste das Badener Stadthaus evakuiert werden.

Ein periodisches aber seltenes Phänomen

Auch wenn sich solche Drohungen derzeit zu häufen scheinen: Gemäss Bernhard Graser wird die Polizei insgesamt selten damit konfrontiert. Wenn solche Bombendrohungen aber mal vorkommen, dann gäbe es gerade ein paar auf einmal. 2011 hatte ein 42-jähriger Psychiatrie-Patient per Telefon drei Bombendrohungen gegen die Migros im Neumarkt in Brugg ausgesprochen.

Die Polizei rückte mit einem Grossaufgebot aus, der psychisch kranke Mann wurde später zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Zwei Jahre vorher waren bei McDonnald's in Dättwil und Manor in Baden innerhalb von zwei Tagen ähnliche Drohungen eingegangen. Solche Trittbrettfahrer müssen jeweils mit happigen straf- und zivilrechtlichen Folgen rechnen. (dvi/cze)

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