Oberentfelden
Bauer baut einen neuen Schweinestall – aber Stallluft muss er waschen lassen

Gegen das Baugesuch für einen Schweinemastbetrieb gab es vor einem Jahr noch heftigen Widerstand. Jetzt plant Landwirt Andreas Frey, sein Bauvorhaben trotz grossen Auflagen zu realisieren. Für Frey geht es ums wirtschaftliche Überleben.

Hubert Keller
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Ferkelzucht auf einem Hof im Westaargau.

Ferkelzucht auf einem Hof im Westaargau.

Chris Iseli/ AZ

Andreas Frey ist auf die Umnutzung angewiesen. Anders kann er seinen Landwirtschaftsbetrieb im Wallenland ausserhalb des Dorfs nicht existenzsichernd betreiben.

Die arbeitsintensive Milchwirtschaft mit zwei Dutzend Kühen und der Aufzucht von Rindern hätten ihn nicht nur in betriebswirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen an Grenzen gebracht, erklärt Frey und fügt im gleichen Atemzug an, dass es ihm nicht leicht falle, auf seine Kühe zu verzichten.

Vor einem Jahr reichte er deshalb ein Baugesuch für die Umnutzung des Kuhstalls in einen Schweinemaststall ein. Mit dem Umbau will er die bestehende Schweinemast von bis anhin 70 auf 320 Tiere aufstocken.

Jeder hat eine Meinung zum Hof

Während der öffentlichen Auflage des Gesuchs gingen sechs Einwendungen mit insgesamt mehr als 210 Unterschriften ein. Dass so viele Leute sich gegen sein Vorhaben gestellt hätten, zum Teil ohne seinen Betrieb wirklich zu kennen, habe ihm zu schaffen gemacht, erklärt Landwirt Andreas Frey.

Nach einer öffentlichen Einwendungs- und Informationsveranstaltung kam es aber zu einer Einigung. Allerdings musste der Bauer erhebliche Auflagen in Kauf nehmen. Die kantonalen Instanzen stimmten dem Vorhaben zu, und der Gemeinderat bewilligte das Baugesuch Mitte Mai 2013.

Gegen die Baubewilligung erhoben weder der Bauherr noch die Einwender Beschwerde. Seither herrschte Funkstille. Andreas Frey gab sich eine Bedenkfrist.

Strenge Auflagen

Nun hat der Bauer aber der Gemeinde mitgeteilt, dass er sein Bauvorhaben realisieren und bald mit den Bauarbeiten beginnen wolle. Dabei muss er die strengen Auflagen, die mit der Baubewilligung verfügt worden sind, erfüllen.

Diese schreiben vor, dass bei der Stallentlüftung eine Bio-Abluftwaschanlage eingebaut und beim Ausbringen der Schweinegülle im Gemeindegebiet ausschliesslich das Schleppschlauch-System eingesetzt wird.

Damit sollte Gewähr bestehen, dass es nicht zu den von den Einwendern befürchteten Geruchsimmissionen kommen wird. Die Gebäudehülle des Betriebs wird mit der Umnutzung übrigens nicht verändert.

Normalerweise werde bei einer Schweinemast eine Luftwäsche erst ab 800 bis 1000 Tieren verlangt, sagt Frey. Er richtet eine solche für einen viel kleineren Betrieb ein. Frey hofft aber, dass er mit der Investition seinen Betrieb langfristig erhalten und auf eine wirtschaftlich gute Basis stellen kann.

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