Erlinsbach
Barmelweid Gruppe: Totalsanierung von Haus 1 im Schatten des Neubaus

Die Barmelweid Gruppe AG unterzieht Haus 1 der Klinik einer Gesamtsanierung. Kostenpunkt 5 Mio. Franken. Ein Klacks im Vergleich zum 110 Millionen teuren neuen Bettenhaus.

Ueli Wild
Drucken
Linkerhand wächst der riesige Bettenhaus-Neubau «Oscar» in die Höhe, das Haus 1 (rechts hinten) soll derweil einer Gesamtsanierung unterzogen werden.

Linkerhand wächst der riesige Bettenhaus-Neubau «Oscar» in die Höhe, das Haus 1 (rechts hinten) soll derweil einer Gesamtsanierung unterzogen werden.

Ueli Wild

Das Haus 1, ein Betonplattenbau im Stil der Siebzigerjahre, präsentiert sich dem Besucher, der sich dem Klinikgelände von der Salhöhe her nähert, gleich linker Hand, quasi an der Eingangspforte der Barmelweid. Geradeaus drängt sich einem das hoch aufragende, im Bau befindliche neue Bettenhaus ins Blickfeld. Im Vergleich dazu nimmt sich das Nebengebäude zur Linken, den fünf Obergeschossen zum Trotz, bescheiden aus – und auch ein wenig mitgenommen. Die Barmelweid Gruppe AG hat denn auch beschlossen, Haus 1 im Rahmen des aktuellen Gesamterneuerungsprojekts einer Totalsanierung zu unterziehen.

Das entsprechende Baugesuch liegt bis zum 6. November in der Gemeindekanzlei Erlinsbach AG auf. Die Baute befindet sich, wie das ganze Barmelweid-Gelände, in der Klinik- und Heimzone, also in einer Bauzone. An der Geometrie des Baukörpers soll sich nichts ändern. Auf Bauprofile kann daher verzichtet werden.

Das Bauvorhaben berührt auch kantonale Belange. Haus 1 steht hart an der Waldgrenze. Der Gemeinderat hat die Unterlagen in zustimmendem Sinne zur Beurteilung an das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons weitergeleitet.

Energetischer Sanierungsbedarf

Die Fassade verträgt eine Auffrischung. Ursprünglich habe man an eine blosse «Pinselrenovation» gedacht, sagt auf Anfrage Mike Arezza, Leiter Hotellerie, Facility, Management bei der Barmelweid Gruppe AG. Indessen habe sich gezeigt, dass an einem 40-, 50-jährigen Gebäude eben vieles nicht mehr den heutigen energetischen Anforderungen entspreche. Fenster, Fassade, Wärme- und Kältedämmung müssen saniert werden. Auf der einen Seite muss auch die Barmelweid die Kosten im Rahmen halten, auf der andern Seite wurde den Verantwortlichen klar, dass kein Weg an «etwas Rechtem» vorbeiführt. Veranschlagt sind für die Gesamtsanierung gemäss Baugesuch 5 Mio. Franken.

Nutzung noch nicht restlos geklärt

Was die Nutzung des Gebäudes nach der Renovation angeht, sind die definitiven Entscheidungen noch nicht gefallen. Es gebe einstweilen noch verschiedene Ideen, die verwirklicht werden könnten, sagt dazu Arezza. Grundsätzlich sind Wohnungen ein Thema. Infrage kommt beispielsweise die Eigennutzung in Form von Studios für Mitarbeitende. Es könnten aber auch Arztpraxen eingerichtet oder Räume für ambulante Therapien eingerichtet werden – laut den Plänen bei den Baugesuchsunterlagen auch Büros. Vorgesehen ist, dass die Kindertagesstätte im Erdgeschoss (samt 300 Quadratmeter grossem Aussenraum) sowie im ersten Obergeschoss ihren Platz findet.

«Oscar» wächst und wächst ...

Projektverfasser sind Stump & Schibli Architekten, Basel – das gleiche Büro, das auch den Bettenhaus-Neubau «Oscar» mit 66 Patientenzimmern auf drei Geschossen geplant hat. Die Investitionen für «Oscar» belaufen sich auf 110 Mio. Franken. Bisher kommen die Arbeiten am Koloss gut voran. Vor gut einem Monat schon konstatierte Martha Brem, auf der Barmelweid verantwortlich für PR und Kommunikation, dass die Bauarbeiten nach einer kurzen Sommerpause wieder an Fahrt gewonnen hätten. «Das Haus A wächst zügig in die Höhe; es fehlt jetzt noch ein Stockwerk.» Gleichzeitig, so Brem weiter, werde an der Einfahrt zum 300 Abstellplätze umfassenden Parkhaus gearbeitet. Wenn das Wetter in den nächsten Wochen noch mitspiele, sagt dazu Mike Arezza, dürfe man damit rechnen, dass der Rohbau bis Ende Jahr «oben» sei. Läuft weiter alles nach Plan, sollte der schlanke geschwungene Bau Ende 2018, ein Jahr darauf also, bezugsbereit sein.

Aktuelle Nachrichten