Aarau
An diesem Contest entstehen abenteuerliche Geschichten aus Lebkuchenteig

Im Zentrum Telli haben bereits zum achten Mal Läbkuchenbauer um das goldene Wallholz. Nicht Konditoren oder Patissiers waren am Werk, sondern Künstler, Designer oder Grafiker.

Sibylle Haltiner
Drucken
Teilen
Der Igel hat sich in ein Ballon-Hündchen verliebt: Mit ihren Figuren haben Hans Peter Wyss und Véronique van der Zypen das goldene Wallholz gewonnen.
19 Bilder
Lebkuchen-Contest in der Aarauer Telli
Oliver Aemisegger und Lynn Gerlach schicken ein Mignon auf eine Flossfahrt
Konzentration beim Schreiben
Ingrid Magnusson und Marco Troiero erhielten für ihr Badezimmer den Publikumspreis und erreichten im Wettbewerb den 2
Fingerspitzengefühl ist gefragt bei der Arbeit am filigranen Objekt
Die Trullas (Vera Schuster und Denise Haller) bauten einen Heissluftballon
Die Arbeit des Aarauer Teams wird beobachtet
Die Rakete des Teams Würfelzucker (André Hiltbrunner und Urs Ammann) kam wegen seiner aufwendigen Konstruktion auf Platz 3
Die abenteuerliche Liebe zwischen Igel und Ballonhündchen
Der Heissluftballon der Trullas bekommt eine schöne Verzierung
Der Schweizer Marsmensch erhält seinen Kopf
Das Bad erhält den letzten Schaum
Das abenteuerliche Badezimmer kam beim Publikum am besten an
Das ausserirdische Wesen auf einer Schmuckschatulle vom Team Rock and Rolä
Das Abenteuer scheitert an einer abgebrochenen Bleistiftspitze
Alles muss essbar sein, deshalb werden die Skulpturen mit Spaghettis verstärkt
Das Aarauer Duo Ladies first hätte Kolumbus gerne ein Navi mitgegeben, das ihn zum Wenden aufforderte
Abenteuerlicher Ausflug aufs Matterhorn von Thomas Frischknecht und Anita Meyer

Der Igel hat sich in ein Ballon-Hündchen verliebt: Mit ihren Figuren haben Hans Peter Wyss und Véronique van der Zypen das goldene Wallholz gewonnen.

Sibylle Haltiner

Wer an ein Lebkuchenhaus denkt, hat nicht in erster Linie Säge, Bohrer und Schnitzmesser im Kopf. Aber genau diese Hilfsmittel nahmen die zehn Lebkuchenbauer-Teams in Anspruch, die am Samstagnachmittag im Einkaufszentrum Telli um das goldene Wallholz kämpften. Bereits zum achten Mal wurde der Läbkuchen-Contest ausgetragen, an welchem die Teilnehmenden aus einer 40 mal 80 Zentimeter grossen Lebkuchenplatte ein kunstvolles Objekt kreieren müssen. Allerdings waren nicht Konditoren oder Patissiers am Werk, sondern Künstler, Designer oder Grafiker. Sie nennen sich «Läbkuchenbauer».

Lebkuchen ideal zum Bauen

«Originalität, Idee und deren Umsetzung sind die Hauptkriterien und wichtiger als die Ausführung», erklärte Thomas Frischknecht, einer der Initiatoren des Wettbewerbs und selbst Teilnehmer. «Ausserdem soll das Werk als Lebkuchenobjekt wahrgenommen werden.» Drei Stunden hatten die Teams Zeit, um aus dem vom Jaisli-Beck gebackenen Lebkuchen ihre Objekte zu gestalten. Das Grundmaterial entsprach genau den Anforderungen der Läbkuchenbauer. «Weich, aber kompakt», lobte Frischknecht. Das Thema, heuer hiess es «abenteuerlich», hatten die Teilnehmer erst vor einer Woche erfahren.

Wer am Samstagnachmittag in der Telli einkaufte, konnte die Läbkuchenbauer bei ihrer Arbeit beobachten. Durch Schichten und Kleben entstanden Figuren, die mit Säge, Feile und Messer in Form geschnitzt wurden: Heissluftballon, ein ausserirdisches Wesen, Eispickel und Flip Flop oder ein überdimensionaler Bleistifte. Mit Schokolade oder flüssigem Zucker klebten die Künstler die Lebkuchenteile zusammen, formten aus Marzipan Figürchen und zeichneten mit Zuckerguss filigrane Verzierungen. Die «abenteuerlichen» Objekte sollten auch eine Geschichte erzählen. Das Team «Ladies First» mit den Aarauerinnen Angela Steinemann und Barbara Hächler liessen die Schiffe von Kolumbus auf einer Weltkarte Richtung Amerika segeln. Ein – leider unbeachtetes – Navi forderte ihn zum Wenden auf.

Der verliebte Igel

Die besondere Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher hatten Ingrid Magnusson und Marco Troiero. Sie stellten eine abenteuerliche Alltagssituation dar: Eine Frau mit Föhn im Schaumbad. Die detailgetreue Ausführung des Badezimmers mit Badesalzflaschen, Schaum in der Wanne und am Boden sowie einem Föhn mit Lüftungsschlitzen faszinierte die Zuschauer. Kein Wunder, erhielt dieses Objekt den Publikumspreis.

Die eigentliche Jurierung erfolgte durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst. Das Badezimmer erreichte den zweiten Platz, auf dem dritten landete eine Rakete, die vor allem durch ihre stabile Bauweise punktete. Den ersten Platz und damit das goldene Wallholz sicherte sich das Team «2,9», Hans Peter Wyss und Véronique van der Zypen aus Meikirch. Ihre abenteuerliche Geschichte: Ein Igel hat sich in ein Ballonhündchen verliebt.

Aktuelle Nachrichten